Hans Friedrich Fulda (* 2. August 1930 in Stuttgart; † 24. August 2023 in Berlin) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.
Leben Ab 1950 studierte Fulda an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er wurde promoviert über Hegels Wissenschaft der Logik und ihre Einleitung in Gestalt der Phänomenologie des Geistes. Nach der Promotion im Februar 1961 in Heidelberg war er ab 1960 wissenschaftlicher Assistent in Berlin und ab 1965 in Heidelberg. Nach der Habilitation im Juli 1969 in Heidelberg war er ab September 1974 ordentlicher Professor an der Universität Bielefeld. Im Oktober 1981 wurde er Ordinarius in Heidelberg. Seit September 1995 war er emeritiert.
Seine Forschungsgebiete waren deutscher Idealismus (Kant, Hegel), Metaphysik und praktische Philosophie. Das Heidelberger Verzeichnis seiner digitalen Texte weist mehr als einhundert Bücher und Aufsätze auf.
Von 1987 bis 1996 war er Präsident der Internationalen Hegel-Vereinigung.
Ansichten Er stritt mit Michael Theunissen über Hegels Logik als universale Kommunikationstheorie, er lehnte, sich akribisch auf die Gegner einlassend, die „Umstülpung“ Hegels durch den Marxismus ab, er rekonstruierte Friedrich Jacobis Kritik der materialistischen Aufklärung.
Schriften (Auswahl)
mit Rolf-Peter Horstmann und Michael Theunissen: Kritische Darstellung der Metaphysik. Eine Diskussion über Hegels Logik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-07915-8.
Krise und Untergang des südwestdeutschen Neukantianismus. In: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Philosophie im Nationalsozialismus. Hamburg, Meiner 2009, ISBN 978-3-7873-1937-4, S. 83–132.
Spekulative Logik als "die eigentliche Metaphysik". Zu Hegels Verwandlung des neuzeitlichen Metaphysikverständnisses (1991). Begriff und Begründung der Menschenrechte. Im Ausgang von Kant, hrsg. von Brigitte Falkenburg. Klostermann, Frankfurt 2024, ISBN 978-3-465-04648-6. Der logische Pragmatismus von Peirce, hrsg. von Brigitte Falkenburg. Klostermann, Frankfurt 2025, ISBN 978-3-465-04679-0.
Literatur
Jürgen Kaube: Spekulative Nüchternheit - Ein Leben mit der Philosophie Hegels: Zum Tod des Heidelberger Philosophen Hans Friedrich Fulda. In: Frankfurter Allgemeine 29.08.2023
Weblinks
Prof. Dr. Hans Friedrich Fulda 110 Digitale Publikationen auf dem Heidelberger Dokumentenserver (heiDOK) archiv.ub.uni-heidelberg.de
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bielefeld) Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert) Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann