Wartmannsroth ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön am Rande des Spessarts im Südosten ihres Landkreises Bad Kissingen.
Gemeindegliederung Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Diebach (Gemarkungsteil 1), Dittlofsroda Heiligkreuz, Neuwirtshauser Forst (Gemarkungsteil 2), Roßbacher Forst (Gemarkungsteil 1), Schwärzelbach, Völkersleier, Waizenbach, Wartmannsroth und Windheim. Die Gemarkung Wartmannsroth hat eine Fläche von 6,937 km². Sie ist in 895 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7751,39 m² haben.
Name Etymologie Der Name Wartmannsroth ist ein Rodungsname. Er besteht aus dem Personennamen Wartman und dem mittelhochdeutschen Wort rode.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1165 Wartmandesrot 1167 Waltmanesroth 1372 Wartmansrode 1527 Wartmannsrod 1656 Warttmannsroth 1820 Wartmannsroth
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Wartmannsroth war ab 1810 Teil des Großherzogtums Frankfurt und wurde auf dem Wiener Kongress 1815 Österreich zugesprochen. Seit dem Münchner Vertrag 1816 gehört der Ort zu Bayern.
Eingemeindungen Die Einheitsgemeinde Wartmannsroth wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 aus den Gemeinden Dittlofsroda, Schwärzelbach (mit Neuwirtshaus), Waizenbach, Wartmannsroth (mit Völkersleier und Heiligkreuz) sowie Windheim gebildet. Völkersleier und Heiligkreuz wurden bereits am 1. Januar bzw. 1. Juli 1972 in die Gemeinde Wartmannsroth eingegliedert.
Religionen Die Katholiken in der Großgemeinde gehören zu den Pfarreien St. Mauritius Schwärzelbach, St. Ägidius Windheim beziehungsweise St. Andreas Wartmannsroth mit Filiale St. Sebastian in Völkersleier des Dekanates Hammelburg im Bistum Würzburg. Die evangelische Kirchengemeinde Dittlofsroda mit Kirchen in Dittlofsroda, Waizenbach und Völkersleier, sowie die zur Kirchengemeinde Weißenbach gehörende evangelische Kirche in Heiligkreuz liegen im Dekanat Lohr der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Waizenbach war von 1827 bis 1929 evangelisch-lutherischer Dekanatssitz.
Sowohl in dem Gemeindeteil Dittlofsroda (dort Zum Schondratal 2–8) als auch im Gemeindeteil Völkersleier (dort in der Frohnstraße 4) befanden sich für die jüdische Bevölkerung Synagogen, die beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet beziehungsweise zerstört wurden. Gedenktafeln erinnern an dieses Geschehen.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 197
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2355 auf 2093 um 262 Einwohner bzw. um 11,1 %. 1992 hatte die Gemeinde 2506 Einwohner. (Quelle: BayLfStat)
Jahr 1961197019871991199520002005201020152020Einwohner2488247619832446245823762310219721042104
Politik Bürgermeister Seit 1. Mai 2020 ist Florian Atzmüller (CSU) Bürgermeister. Er wurde am 15. März 2020 mit 56,9 % der Stimmen gewählt. Seine Vorgänger waren Thomas Bold (1996–2002, seither Landrat des Landkreises Bad Kissingen). Herbert Kohlhepp (2002–2008) Jürgen Karle (Wählergem.Völkersleier-Heckmühle, 2008–2020)
2. Bürgermeister ist Markus Koberstein.Konstituierende Sitzung Mai 2020, abgerufen am 24. Juni 2020
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: ListeSitze20202014 Freie Wählergemeinschaft Schwärzelbach 3 4 Freie Wählergemeinschaft Völkersleier-Heckmühle 2 2 Freie Wählergemeinschaft Dittlofsroda 2 2 Wählergemeinschaft Wartmannsroth 3 2 Wählergemeinschaft Windheim 2 2 Freie Wählergemeinschaft Waizenbach 2 1 Freie Wählergemeinschaft Heiligkreuz – 1Wahlbeteiligung73,8 %
Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Tretstein-Wasserfall Baudenkmäler
Bedeutendstes kirchliches Bauwerk im Gemeindegebiet ist die katholische Pfarrkirche St. Ägidius in Windheim. Die Barockkirche mit Einturmfassade wurde 1765 bis 1767 durch Johann Christoph Kleinholz erbaut.
Wichtigster Profanbau ist das ehemalige Wasserschloss in Waizenbach. Es wurde um 1570 im Renaissancestil erbaut und war Sitz eines evangelischen Adeligen Damenstifts. Das im Zweiten Weltkrieg abgebrannte Schloss wurde anschließend unter Verzicht auf die hohen barocken Turmhelme wiederhergestellt. Das Stift selbst besteht formell noch heute unter Verwaltung der Freiherren Truchseß zu Wetzhausen.
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2021 umgerechnet 8.330.000 Euro, davon waren umgerechnet 508.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Amtliche Statistik Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 112 und im Bereich Handel und Verkehr 87 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 59 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 843. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 78 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3162 Hektar, davon waren 2303 Ackerfläche und 859 Dauergrünfläche.
Kleinbrennereien Besonders erwähnenswert sind die zahlenmäßig in Wartmannsroth stark vertretenen landwirtschaftlichen Abfindungsbrennereien. Die Brennerei Anton Bischof gilt als die nördlichste Whisky-Brennerei Bayerns.vgl. die Angaben unter whiskyfanpage.de: Regionaler Whisky
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2022): zwei Kindertagesstätten: 92 Betreuungsplätzen und 79 Kindern eine Volksschule: fünf Lehrkräfte für 62 Schülerinnen und Schüler
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kissingen
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bad Kissingen