Der Schanztunnel ist ein 860 m langer, abgerufen am 2. Februar 2020. Eisenbahntunnel bei Fichtenberg im Landkreis Schwäbisch Hall. Er unterquert die Passhöhe Schanz und verbindet als Teil der Murrbahn das obere Murrtal und den Bahnhof Fornsbach mit dem Bahnhof Fichtenberg und dem Tal der Rot.

Wie der weiter östlich bei Gaildorf liegende 415 m lange Kappelesbergtunnel wurde der Querschnitt des Schanztunnels für eine zweigleisige Strecke ausgelegt. Die Bahnstrecke selbst ist nur eingleisig und seit 1995 elektrifiziert. Das Gleis liegt in der Tunnelmitte.

Aufgrund des schlechten Bauwerkszustands soll der Schanztunnel erneuert werden, entweder im Bestand mit Tunnel-im-Tunnel-Methode oder als Ersatzneubau in Parallellage, wonach der alte Tunnel verfüllt wird. Dabei wird weiter eingleisig geplant, was von mehreren Seiten kritisiert wird.

Geschichte mini|links|Schanztunnel von Westen aus gesehen (Bahnübergang Plapphof)

1878 ging die Eisenbahnstrecke Backnang–Murrhardt in Betrieb, 1879 die Strecke von Hessental nach Gaildorf. Der Schanztunnel wurde in den Jahren 1878 bis 1880 als zweigleisiger Tunnel bergmännisch aufgefahren und mit Sandsteinquadern ausgemauert. Die maximale Überlagerung des Tunnels beträgt ca. 90 m.https://www.voessing.de/de/projekty/schanztunnel-renovation~pr813 Mit der Fertigstellung der Strecke zwischen Murrhardt, durch Schanztunnel und Kappelesbergtunnel bis Gaildorf im Jahr 1880 war die kürzeste Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg über die Murrbahn hergestellt.

Der Schanztunnel war nach dem Hochdorfer und dem Weinsberger Tunnel drittlängster Tunnel im Streckennetz der K.W.St.E.

Im Zweiten Weltkrieg beabsichtigte die SS die Sprengung des Schanztunnels. Das kurz vor der Ausführung stehende Vorhaben wurde jedoch durch das beherzte Eingreifen des Gaildorfer Bürgermeisters verhindert, der eine wirtschaftliche Abkoppelung seiner Region befürchtete.

1995 wurde der Fahrdraht verlegt und die Strecke elektrifiziert.

Der Tunnel war vom 13. bis 26. Februar 2021 für eine Sanierung gesperrt.

Sanierung oder Ersatz Aufgrund des im Berginnern im Gipskeuper (Grabfeld-Formation) vorhandenen Anhydrits quillt das Tongestein bei Wassereintritt, wodurch sich die Tunnelsohle hebt. Wiederholt mussten deshalb insgesamt vier Meter (Stand: 2006) Erdreich (lotrecht gemessen) abgetragen werden.Quelle zum Anhydrit im Schanztunnel:

Aufgrund des maroden Zustands und des Sanierungsbedarfs plant DB Netz, den Tunnel im Jahr 2030 komplett zu erneuern. Sowohl eine Erneuerung im Bestand als auch ein kompletter Neubau wurden dabei in Betracht gezogen. Anfang 2021 begann die Vorplanung. Aufgrund der geforderten geschlossenen Sohle wäre eine Erneuerung des Tunnels nur unter einer mehrjährigen Vollsperrung möglich. Im Ergebnis der Vorplanung wurde daher entschieden, eine neue eingleisige Tunnelröhre parallel zum bestehenden Tunnel zu bauen.

Das Projektvolumen wird mit 104 Millionen Euro beziffert.

Disput um Eingleisigkeit Im Gegensatz zum bisherigen Schanztunnel ließe der Querschnitt des neuen Tunnels nur Platz für ein Gleis. Laut der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg lasse sich gemäß Prognose des Bundesverkehrswegeplans 2030 „kein Bedarf für einen zweigleisigen Tunnel ableiten.“

Laut Angaben der Bundesregierung könne im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung nur eine eingleisige Lösung finanziert werden. Eine Vorhaltung der alten Tunnelröhre könne hingegen nicht finanziert werden.

Weblinks

Am Vatertag 2021 von Nürnberg Rbf nach Kornwestheim Rbf über Ansbach und Backnang. Video einer Führerstandsmitfahrt durch den Tunnel Karte von Schanz und Schanztunnel auf:

Einzelnachweise

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