Osterholz ist ein Ortsteil der Gemeinde Hohenberg-Krusemark im Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt.
Geographie Die Gutssiedlung Osterholz liegt 6 Kilometer nordöstlich von Hohenberg-Krusemark am Biosphärenreservat Mittelelbe an der Elbe in der Altmark.
Nachbarorte sind Kirchpolkritz im Westen, Rosenhof im Norden und Altenzaun im Süden. Die Spuren der Schäferei Rauenthal sind 2 Kilometer nordwestlich des Dorfes zu finden.
Geschichte Mittelalter bis Neuzeit Im Jahre 1337 wurde ein Hof als curiam dictam osterholze erwähnt, als Markgraf Ludwig den Verkauf eines Burglehns zu Osterholz gestattete. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird ein Dorf Ostirburg aufgeführt. Weitere Nennungen sind 1436 to Osterholte, 1480 to osterholte, 1608 zu Osterholtzen und 1687 Osterholtz. Ab 1745 wurde zwischen Groß Osterholz und Klein Osterholz unterschieden. Der südliche Ortseingang wurde am Ende des 19. Jahrhunderts als Kolonie Kleinosterholz bezeichnet.Einzelnachweis (alt) "MTB-1685".
Gutshistorie (Auszug) Namhafter Gutsherr in Groß Osterholz war Friedrich Karl Ferdinand von Werdeck (1728–1792), Sohn des Generalmajors Ernst Ferdinand von Werdeck. Der örtliche Gutsbesitzer machte Karriere und wurde Landrat des Stendalischen Kreises und Landesdirektor der Altmark.
Im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts erwarb dann die Familie von Knoblauch Gut Osterholz, durch Ludwig von Knoblauch-Ferchesar (1749–1818), verheiratet mit Albertine von Buddenbrock. Erbe wurde Friedrich von Knoblauch (1792–1852), dann wiederum dessen Sohn, der Ritterschaftsrat Otto von Knoblauch (1829–1889). Die Nachfahrin war Marianne von Treskow, geborene von Knoblauch-Pessin (1831–1923), verheiratet mit dem kgl. preuß. Lautnant a. D. und Johanniterritter Heinrich von Treskow (–1886) auf Dahlwitz und Rahnsdorf bei Berlin.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1921. Jahrgang 22, Justus Perthes, Gotha 1920, S. 413. Siehe: FamilySearch. Sie berichtete von den politischen Verhältnissen der Franzosenzeit in Osterholz und Umgebung aus den Jahren 1806 bis 1818 einem Manuskript, das in den Jahren 1992 und 2005 veröffentlicht wurde.
Anfang der 1920er Jahre war Gut Osterholz in bürgerlichen Hand der Familie Hördemann. Dies beinhaltete das Rittergut Osterholz mit Vorwerk Rosenthal, Hoher- und Nieder Küsel, Gesamtgröße 676 ha, Verwalter Oberinspektor Müller.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen, Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 64–65. (Suchfunktion SLUB)
Eingemeindungen Beide Osterholz gehörten ursprünglich zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Kanton Werben auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kamen beide ab 1816 gehörten sie zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.
Am 17. Oktober 1928 erfolgte, wie zeitgleich in allen preußischen Provinzen, die Zusammenlegung des Gutsbezirke mit den Landgemeinden, hier des Gutsbezirkes Osterholz mit einem Teil des Gutsbezirkes Rosenhof zu einer Landgemeinde Osterholz mit Ausnahme des sogenannten Fährkruges, der mit der Landgemeinde Sandauerholz vereinigt wurde. Somit kam Käcklitz zu Osterholz, das vorher zum Gutsbezirk Rosenhof gehört hatte. An den öffentlich-rechtlichen, kirchlichen oder privaten Eigentum an Flächen änderte sich dadurch nicht, lediglich waren die alten Gutsbesizirke juristisch keine eigenständigen Ortschaften mehr.
Die Gemeinde Osterholz wurde am 25. Juli 1952 in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Januar 1969 wurde die Gemeinde Osterholz mit dem Ortsteil Rosenhof nach Altenzaun eingemeindet.
Am 1. Januar 2009 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Altenzaun und Hohenberg-Krusemark mit seinen Ortsteilen zur neuen Verbandsgemeinde Hohenberg-Krusemark. Die Ortsteile Osterholz und Rosenhof der früheren Gemeinde Altenzaun wurden im Vertrag nicht aufgeführt, jedoch die zugehörigen Flurnummern aus dem Kataster, so dass Osterholz und Rosenhof ebenfalls Ortsteile von Hohenberg-Krusemark wurden.
Einwohnerentwicklung Jahr 1772 1790 1798 1801Groß Osterholz 64 33 59 36Klein Osterholz 11 33 25 32
JahrEinwohner1818831840113186489188591189296189586190067JahrEinwohner19057519101031925341193935919464271964199201434JahrEinwohner201534201734201833202030202129202224Siehe: "EW-2023".202323Siehe: "EW-2023". Quelle bis 1964, wenn nicht angegeben:Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. In: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1613–1616.
Religion Die evangelischen Christen aus Osterholz gehörten zur Kirchengemeinde Polkritz, der heutigen Kirchengemeinde Schwarzholz, die früher zur Pfarrei Polkritz bei Hohenberg gehörte. Die Evangelischen aus Osterholz gehören mit der Kirchengemeinde Schwarzholz seit dem 1. Januar 2005 zum Kirchspiel Walsleben und damit heute zum Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. mini|Yorck-Stein vor Osterholz
Kultur und Sehenswürdigkeiten
An der Straße nach Altenzaun steht auf einem Feldsteinpostament der Yorck-Stein,Siehe: Einzelnachweis "MTB-1685". ein rötlicher Granitstein, 1,09 m hoch und 90 Zentimeter breit. Er wurde in Erinnerung an das Gefecht von Altenzaun noch in den ersten Jahrzehnten nach 1813 vom damaligen Besitzer des Rittergutes Osterholz errichtet.
Das Rittergut Osterholz steht unter Denkmalschutz. Das Gutshaus Osterholz, ein repräsentativer Backsteinbau mit gotisierender Putzgliederung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts,Mario Titze: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Hrsg. Georg Dehio Nachfolge / Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 682. ist seit vielen Jahren ungenutzt.
Verkehr Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von Stendalbus.
Sagen aus Osterholz Jodocus Temme überlieferte 1839 die Sage Der Münchensee bei Osterholz.Jodocus Donatus Hubertus Temme: Der Münchensee bei Osterholz. In: Die Volkssagen der Altmark. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1839. (Wikisource). An der Stelle hatte in früher Zeit ein Mönchskloster gestanden. Als das Kloster versank, ist der See entstanden. Der liegt südlich von Osterholz kurz vor vom Altenzaun.
Alfred Pohlmann zitiert im Jahre 1901 Sophie von Sichart mit der Sage Die Spukkuhle bei Osterholz. Auf dem Weg von Osterholz zum Rittergut Rosenhof liegt ein kleiner Teich, der im Volksmund die genannt wurde. An dessen Ufer stand ein einsamer Baum, der eines Tages gefällt wurde. Mit ihm verschwanden die Spukgestalten.
Literatur
J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M. J. Weigelt (Hrsg.): Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Band 2 (Zweiter, oder topographischer Teil)., Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, u. a. S. 379. Groß und Klein Osterholz.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Stendal Kategorie:Geographie (Hohenberg-Krusemark) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Stendal) Kategorie:Ersterwähnung 1237 Kategorie:Gemeindeauflösung 1968