Gerhard Uhlig (* 1924 in Leipzig; † 2015 in Münster) war ein deutscher Maler, Grafiker, Fotograf und Kunstdidaktiker. Er war Schüler von Josef Hegenbarth, Max Schwimmer, Johannes Itten und Willi Baumeister.
Leben Nach dem II. Weltkrieg nahm Gerhard Uhlig im Alter von 21 Jahren ein Kunststudium auf und besuchte mehrere Hochschulen.
1945–1946: Hochschule der bildenden Künste Dresden (J. Hegenbarth) 1946–1948: Akademie für Grafik und Buchkunst/Staatliche Kunsthochschule Leipzig (Max Schwimmer) 1949: Staatliche Akademie der bildenden Künste München (Emil Preetorius) 1949–1953: Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart (Willi Baumeister) 1954–1956: Kunsthochschule Kassel (Johannes Itten) 1957–1961: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Uhlig bezeichnete Baumeister als einen seiner wichtigsten Lehrer: „Während meines Kunststudiums hat es zwei Lehrer gegeben, die meine Auffassung hinsichtlich des künstlerischen Tuns besonders beeinflußt haben: J. Hegenbarth und W. Baumeister. Beide waren Arbeiter, Künstlerallüren waren ihnen zuwider.“ So äußerte Willi Baumeister über seinen Schüler „Seine ursprüngliche künstlerische Neigung und Begabung führten durch einen selbstverständlichen Fleiß und Intensität zu den besten Resultaten meiner Klasse. Sie waren ausgezeichnet!“.
Im Jahr 1953 wurde Uhlig Kunsterzieher und ab 1969 Studiendirektor und Fachbeauftragter für Kunsterziehung in Münster.
In den 1960er Jahren entwickelte er Bildkompositionen, die präzise Volumen und Räume durch Lineaturen bilden und durch sparsam eingesetzte Farbpunkte akzentuiert sind. Sie werden von ihm nicht abstrakt genannt, weil sie auf der Mal- oder Zeichenfläche konkret als grafische oder farbige Gestalt existieren. Die Wirkung seiner bildhaften Kunst entsteht aus der Art der Beziehung von Formen und Farben zueinander. Die Lineaturen werden durch andere Werke vorwiegend der 1960er und 1970er Jahre ergänzt. Uhligs Collagen erinnern an die lange fast vergessenen seriellen und konkreten Arbeiten der „OP-Art“. Insbesondere sind die Könnerschaft und Genauigkeit dieser Arbeiten auffällig, die ihren Reiz nicht zuletzt aus dieser Präzision beziehen.
Werke (Auswahl) 1948: o.T. „Drei Männer am Tisch“ Tuschezeichnung 1952: o.T. „Relieffiguren“ Zeichnung 1953: o.T. „Rot“ Gouache 1959: o.T. „Wandbild“ (Herford) 1960: o.T. „Blau“ Aquarell 1964: o.T. „Kreis mit zwei roten Punkten“ Tuschezeichnung/Collage 1966: o.T. „Objekt aus vier Kreisen“ Farbserigraphie 1972: o.T. „Passanten“ Zeichnung 1973: o.T. „Wandbild“ (Münster) 1977: o.T. „Nachdenkend“ Zeichnung
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1982/1983: Münster, Theatergalerie 1988: Münster, Etage 1992: Münster, Stadtmuseum 2011: Münster, Akad. Franz Hitze Haus 2011: Münster, Bz.reg. 2019: Münster, Haus der Niederlande 2019: Nottuln-Darup 2019: Enschede (Niederlande) 2023/2024: Gerhard Uhlig – Empfindung und Reflexion, Museum Haus Opherdicke, Holzwickede
Gruppenausstellungen 1947: Leipzig, Junge Kunst 1957: Den Haag, Internat. Society for Education through Art 1966: Münster, Galerie Wilbrand 1966: Kassel, Galerie Ricke 1966: München, Galerie Leonhard 1968: Berlin, Galerie Wirth; Düsseldorf 1968: KV NRW (Städtebundausstellung) 1958–1980: jährlich in Recklinghausen
Literatur (Auswahl) H. Ronge: Modellprozeß. 1964 Westfalenspiegel, 1966 Mitt. BDK, 1967 Kunst- u. Museumsver. Ibbenbühren, 1968 Kunst u. Werbung, Kat. z. Städtebundausst. 1968 Grundlagen d. bildner. Erziehung. 1970 H. Ronge: Sonderheft Kunst u. Unterricht, Material stellt Probleme. 1970 E. Nündel: Kunsttheorie u. Kunstpädagogik. 1971. theater-forum, Fotografien 82, Westfälische Nachrichten (zu 'Fotografien') 1982. Münstersche Ztg. (Ein Künstler an der Kamera) 1982. theater-forum 83, Aquarelle, Zeichnungen, Münstersche Ztg. (Beitr. z. Ausst. 'Aquarelle u. Zeichnungen') 1983. ebda (Beitr. z. Ausst. 'Kunst oder NichtKunst') 1992. Wolfgang Kermer: Der schöpferische Winkel: Willi Baumeisters pädagogische Tätigkeit. Edition Cantz, Ostfildern-Ruit 1992 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 7), ISBN 3-89322-420-3, S. 182–183, 197. Westfäl. Nachrichten (Beitr. z. Ausst. 'Kunst oder NichtKunst'); g. uhlig, Farbe-Schwarzweiß, Kat. 1992. Lex. d. bildenden u. gestaltenden Künstler. 2001. Hemsedal/Norwegen, Hemsedal Historielag, 2003. g uhlig, Konkret – Abstrakt. (Ausst.-Kat.), Akad. Franz Hitze Haus, Münster 2011. g uhlig. (Ausst.-Kat.), Bz.reg., Münster 2011. Ostwestkurier; Westf. Nachrichten (Gerhard Uhlig lebt für die Kunst. Sind Faustkeile Kunstwerke?) 2011. Kontur 3 (Gerhard ; Ein Künstlerleben voller Neugier.) 2012. Willi Baumeister Stiftung 2015. Westfalium 2019. West. Nachrichten (Ausstellung: Fotos von Gerhard Uhlig zeigen Szenen aus Münster und Enschede.) 2019. Münsterland Magazin, 1/2019 Kontur, 21/2019 Westfälische Nachrichten (Beobachter des Alltäglichen.) 2019. Tubantia (NL, 2019) (Het leven van alledag drie decennia in Münster en Enschede.) De Stentor, Zwolle (NL) 2019
Weblinks aus einem Brief von Uhlig an W. Kermer auf willi-baumeister.org
Einzelnachweise
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