Die Fokker V.4 war ein Prototyp eines deutschen Jagdflugzeugs aus dem Ersten Weltkrieg.
Entwicklung Inspiriert von der erfolgreichen Sopwith Triplane ließ Anthony Fokker von Reinhold Platz einen Dreidecker konstruieren. Zwei Prototypen wurden nach einem Auftrag vom 11. Juli 1917 mit den Werknummern 1729 und 1730 gebaut, am 16. August von der Zentral-Abnahme-Kommission abgesegnet und am 21. August zur Erprobung an die Front nach Marckebeeke/Belgien geliefert, wo sie als F I 102/17 und F I 103/17 beim Jagdgeschwader 1 unter Manfred von Richthofen in den Staffeln 10 und 11 getestet wurden. Die beiden Flugzeuge unterschieden sich nur in kleinen Details von der späteren Dr.I. Die ersten Flüge wurden am 28. August 1917 durchgeführt. Von Richthofen erzielte am 1. September mit der F I 102/17 seinen 60. Luftsieg; zwei Wochen später wurde Kurt Wolff, Staffelführer der Jasta 11, am 15. September in diesem Flugzeug tödlich abgeschossen. Einige Tage später kam am 23. September 1917 der hochdekorierte Jagdflieger und Staffelführer der Jasta 10, Werner Voß, in der Werknummer 1730 bei einem Luftkampf gegen sieben S.E.5a ebenfalls ums Leben.Wolfgang Schuster, Achim Sven Engels: Fokker V.5 / Dr.I. Die Geschichte des Fokker-Dreideckers. In: Flugzeug Profile, Nr. 19, Flugzeug Publikations GmbH, Illertissen, S. 6ff.
Ein weiterer schon am 13. Juni 1917 vom k.u.k.-Militär georderter und mit freitragenden Tragflächen ausgerüsteter Dreidecker mit der Werknummer 1661 (später 101/17) erhielt anfangs die Werksbezeichnung D.VI, wurde aber nachträglich in V.4 umbenannt und Ende August zur Auswertung an die Allgemeine Ungarische Maschinenfabrik A.G. (Magyar Általános Gépgyár) nach Mátyásföld in Österreich-Ungarn, heute ein Stadtteil Budapests, geschickt. Eine zweite D.VI mit der Werknummer 1697 erhielt eine gerade Höhenflossenvorderkante und wurde mit dem Kürzel V 5 zum eigentlichen Prototyp der Dr.I.
In der Vergangenheit wurde die freitragende Ausführung irrtümlich als V.3 bezeichnet. Der Luftfahrthistoriker Peter M. Grosz korrigierte diesen Fehler in der Entwicklungslinie.
Technische Daten mini|Die dritte V.4 mit freitragenden Tragflächen
Kenngröße Daten Besatzung 1 Spannweite 6,21 m Länge 5,75 m Höhe 2,95 m Flügelfläche 14,0 m² Leermasse 346,4 kg Startmasse 528,4 kg Antrieb ein Umlaufmotor Le Rhône Startleistung Kraftstoffvolumen 75 l Höchstgeschwindigkeit 200 km/h Steigzeit 2 min auf 1000 m Höhe4,5 min auf 2000 m Höhe8 min auf 3000 m Höhe13 min auf 4000 m Höhe20 min auf 5000 m Höhe Bewaffnung zwei MG
Literatur Peter M. Grosz, Volker Koos: Fokker Flugzeugwerke in Deutschland 1912–1921. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-355-4.
Weblinks
Fokker V.4, dutch-aviation.nl Fokker V.4 (Fokker D.VI), militaryfactory.com
Einzelnachweise
V 004 Kategorie:Dr-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Jagdflugzeug (bis 1919) Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1917 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)