mini|170px|Wilhelm Eberschweiler SJ Wilhelm Nikolaus Eberschweiler SJ (* 5. Dezember 1837 in Püttlingen; † 23. Dezember 1921 Landgut Exaten bei Baexem) war ein deutscher Jesuit, Mystiker, Rektor und Novizenmeister.

Herkunft und Leben Wilhelm Eberschweiler war ein Sohn des aus Felsberg/Neuforweiler stammenden und in Püttlingen tätigen Volksschullehrers Johann Franz Eberschweiler (1812–1889) und dessen aus Ernst an der Mosel stammenden Ehefrau Johanna Margareta, geb. Nöhren (1804–1891).Seligsprechung von Pater W. Eberschweiler erwartet – Vorfahren stammen aus Klotten, Alfons Friderichs, In: Heimatjahrbuch Kreis Cochem-Zell, 1985, S. 58 f.Ahnenliste für Eberschweiler Wilhelm Nikolaus, erstellt am 29. Juni 2018, Quelle: Eberschweiler Bund e. V. Trier (PDF) Aus der Ehe gingen insgesamt fünf Söhne und zwei Töchter hervor, wovon jedoch ein Sohn und eine Tochter früh verstarben. Alle vier Söhne, Wilhelm war der älteste von ihnen, traten der Gesellschaft Jesu bei. In den 1840er Jahren verzog die Familie nach Waxweiler in der Eifel, nachdem der Vater dorthin versetzt worden war. Sie wohnten dort in unmittelbarer Nähe der Kirche, wohin die Mutter Wilhelm oft mitnahm. Als der Vater ein weiteres Mal versetzt wurde, zog die Familie mit ihm nach Bitburg. Hier besuchte Wilhelm die Schule und erhielt seine Erstkommunion. Bald wurde er Gehilfe des Küsters und bevorzugter Messdiener des Dechants. Als Junge von elf Jahren übernahm er in der Bitburger Nachbargemeinde Masholder die Leitung der Winterschule. Im Alter von zwölf Jahren wurde Eberschweiler aus der Schule entlassen und kam, von Kaplan Persch vorbereitet, sofort in die Quinta des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier. Da sein Vater nur über ein jährliches Salär von 120 Talern verfügte, bestritt seine Tante Anna Maria Nöhren aus Ernst mit Erträgen aus ihren Weinbergen die Unkosten. 1851 trat er in das Bischöfliche Konvikt in Trier mit der Absicht ein, Weltpriester zu werden, worauf auch die ganz Erziehung im Konvikt hinauslief.

Als wenig später ein Oberprimaner und guter Freund sich der Genossenschaft der Lazaristen angeschlossen und ihm geschrieben hatte, wie glücklich er sich fühle, wollte Eberschweiler es ihm gleichtun. Dem Freund schrieb er zurück, dass er zu ihm kommen und Lazarist werden wolle, unter der Bedingung, dass man ihn in den äußeren Missionen verwenden solle.Totenschau. P. Wilhelm Eberschweiler, S. 147–153, von Otto Braunsberger, Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten München. Eberschweiler beschloss daraufhin nach Abschluss der Unterprima das Gymnasium zu verlassen, was seinen Eltern und ganz besonders seinem Vater missfiel. In den folgenden Herbstferien besuchte ihn der Vermögensverwalter des Trierer Priesterseminars, der geschäftlich in Bitburg weilte und sprach mit ihm und seinen Eltern über die Angelegenheit. Als ihm der Herr, der zuvor Subdirektor im Konvikt gewesen war, bedeutete, dass er der Stimme Gottes ohne weiteres folgen könne, er es aber für sinnvoll hielt, erst das Gymnasium zu absolvieren, da der Verzug ja nur ein Jahr koste, stimmte er zu und schloss 1858 mit der Reifeprüfung ab. Am 30. September 1858 trat er als Novize gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich, auch Fritz genannt, in den Jesuitenorden in Münster ein. Die Entscheidung wurde auch von seinen Eltern getragen. Später folgten ihm noch seine beiden anderen Brüder Karl und Franz. Da er durch Übereifer im zweiten Noviziatsjahr in seiner Gesundheit geschwächt war, sandten ihn seine Oberen nach Feldkirch im Vorarlberg in das dortige Knabenpensionat. Hier arbeitete er als Präfekt, unter seinen Zöglingen befand sich der spätere Kurienkardinal Franz Ehrle. Auch nachdem er das erste Gelübde abgelegt hatte, behielt er die Stellung als Präfekt, was sich jedoch änderte, als er 1862 zurück nach Münster kehrte, um sich dem Studium der Rhetorik zu widmen. Daran schlossen sich 1863 ohne Unterbrechung weitere Studien der Philosophie und Theologie am Collegium Maximum Maria Laach. Dort weihte ihn Bischof Konrad Martin von Paderborn 1864 zum Diakon und Erzbischof Paulus Melchers am 13. September 1868 zum Priester.mini|140px|Burg Wijnandsrade Noch im gleichen Monat wurde er nach Aachen geschickt, wo er sich durch das Studium der Kirchenväter auf sein Predigtamt vorbereiten sollte. Da in Aachen zu der Zeit nur ein Präses für die beiden Studenten-Kongregationen und ein Prediger für die Marienkirche gebraucht wurde, übertrug man Eberschweiler beide Ämter. Um sein Tertiat zu absolvieren, ging er 1870 nach Gorheim, wo er dem Novizenmeister Moritz Meschler (1830–1912) als Sozius zur Seite stand. Nach Abschluss des Tertiats wurde er zunächst Präses der Sigmaringer Studenten-Kongregation. Als Meschler nach Münster versetzt wurde, übernahm er 1871 dessen Amt als Novizenmeister in Gorheim. Nach der Vertreibung der Jesuiten aus Deutschland während des Kulturkampfes, siedelten die Novizen im Dezember 1872 nach Exaten in der Provinz Limburg in den Niederlanden über und Eberschweiler übernahm auf der Burg Wijnandsrade das Amt als Rektor des Juniorats der Rhetorikstudenten zu Wijnandsrade. Als er 1876 einen Nachfolger in seinem Amt erhielt, kündigte ihm der Provinzial P. Caspar Hövel (1831–1899) an, er werde jetzt Spiritual [der Kommunität] sein und fügte noch die Worte bei, „ad multos annos“, auf viele Jahre! 1881 wurde er Rektor und Novizenmeister auf dem Landgut Exaten bei Baexem, das den Jesuiten gehörte.Sehenswürdigkeiten in Leudal, Kloster Exaten in Baexem, In: historischer-verein-wegberg.de 1884 ging er nach Ditton Hall in England an das dortige Ordenskollegium, das ab 1870 jesuitische Flüchtlinge aufgenommen hatte, kehrte jedoch 1889 zurück nach Wijnandsrade und blieb dort bis 1894. Im Anschluss ging er mit seinen Juniores wieder zurück nach Exaten bei Baexem, um dort als Spiritual und als Beichtvater zu arbeiten.

Als im Jahre 1903 das Juniorat mit der Philosophie des Ignatiuskollegs in Valkenburg zusammengeführt wurde, blieb er, inzwischen hoch an Jahren, zurück in Exaten. Er war fortan Spiritual des Hauses bis zu seinem Tode. Er empfing jederzeit alle mit Freundlichkeit, verstand es von Meisterhand zu trösten, aufzumuntern, anzuspornen, wie der Seelenfriede und die Berufsfreudigkeit, die auf seinem Antlitz sich spiegelten, auch aus seinen Worten klangen. Sein Urteil war ruhig, nüchtern, vernünftig entschieden und dabei getragen von lebendigem Glaubensgeist und gleichsam verklärt durch die überaus hohe Auffassung, die er von den Aufgaben der Gesellschaft Jesu hatte. Die letzten Zeilen in sein geistliches Tagebuch, das er seit 1866 geführt hatte, schrieb er am 15. Dezember 1921. Wenige Tage später erkrankte er schwer und wurde während einer Eucharistiefeier ohnmächtig, wovon er sich nicht mehr erholte. Sein Leichnam wurde auf dem zum Haus in Exaten gehörenden Friedhof bestattet. Im Jahre 1958 wurden die sterblichen Überreste Eberschweilers aus dem niederländischen Exaten nach Trier überführt; „mit einem Zwischenstopp in Waxweiler“, wie es der Trierer Jesuitenpater Ludger van Bergen, der Vorsitzender des 1986 gegründeten Vereins Eberschweiler Bund ist und der sich für die Seligsprechung Eberschweilers einsetzte, noch wusste.Jetzt fehlt nur noch ein Wunder, Der in Trier begrabene Jesuitenpater Wilhelm Eberschweiler nimmt die vorletzte Hürde auf dem Weg zur Seligsprechung, von Rolf Seydewitz, Trier 23. Mai 2018, Trierischer Volksfreund (PDF)

Seligsprechungsprozess mini|Grab von Wilhelm Eberschweiler in der Trierer Jesuitenkirche Wilhelm Eberschweiler wurde eine mustergültige, bescheidene und treupflichtige Lebensweise bescheinigt, der stets freundlich war und immer alles sorgfältig plante. Obwohl er farbenblind war und zeitweise krankheitsbedingt unter starken Schmerzen litt, arbeitete er mit großer Disziplin und Hingabe. Im wurden übernatürliche Begnadungen und Visionen nachgesagt, die vielfältig bezeugt und durch sein Tagebuch belegt wurden. Er selbst jedoch hielt diese mystische Begabung verborgen. Weil der Ruf der Heiligkeit nicht abnahm, wurde beginnend mit dem 30. November 1951 ein Prozess zur Seligsprechung eingeleitet. Der Informativprozess, der von der Kurie der Kirche in Trier durchgeführt wurde, dauerte bis zum 26. März 1958, dem eine ergänzende Untersuchung vom 11. Oktober 1999 bis zum 3. Juli 2001 folgte. Nach Ausfertigung einer PositioIn der katholischen Kirche ist eine Positio (Positio super Virtutibus) ein Dokument oder eine Sammlung von Dokumenten, die in dem Prozess verwendet werden, durch den eine Person für ehrwürdig erklärt wird, der zweite der vier Schritte auf dem Weg zur Heiligsprechung als Heiliger. wurde die Frage erörtert, ob der Diener Gottes die Tugenden in heroischem Grade gepflegt habe, was am 20. Oktober 2016 nach einer eigens einberufenen Zusammenkunft von Theologenkonsultoren positiv beantwortet wurde.Kongregationen – Montag, 1. Juli 2019 – Jahrgang: 163 – Artikel: 100, Selig- und Heiligsprechungsprozess für P. Wilhelm Eberschweiler SJ, Dekret über den heroischen Tugendgrad, Bistum Trier, Selig- und Heiligsprechungsprozess des Dieners Gottes Wilhelm Eberschweiler, Priester und Angehöriger der Gesellschaft Jesu (1837–1921), In: Bistum-Trier.de mini|120px|Grabplatte von Wilhelm Eberschweiler in der Trierer Jesuitenkirche Am 6. Januar 2017 wandte sich Bischof Stephan Ackermann brieflich an die vatikanische Kongregation für Heiligsprechungsprozesse im Vatikan und plädierte dafür, dass das schon lange währende Verfahren des Tugendprozesses möglichst bald abgeschlossen werden könne, dabei beschrieb er Pater Wilhelm Eberschweiler wie folgt:Nach Zuerkennung des "heroischen Tugendgrads" Pater Wilhelm Eberschweiler SJ (1837–1921)

mini|120px|Rollup P. Wilhelm Eberschweiler in Waxweiler Eine hierzu erste vorläufige Antwort gab es im April 2018, als sich die Kongregation für die Ausstellung des Dekrets über den “heroischen Tugendgrad” von Pater Eberschweiler durch Papst Franziskus aussprach.

Am 19. Mai 2018 veröffentlichte die Kongregation das Dekret des Papstes, das am 1. Juli 2019 im Amtsblatt des Bistums Trier bekannt gemacht wurde.

Im Jahr 2020 ließ der Eberschweiler Bund e. V. Rollups erstellen, um damit die Präsenz des laufenden Seligsprechungsprozesses vor Ort zu fördern. Die Rollups dienen dazu, in prägnanter Weise über das Leben und Wirken des Ordensmannes sowie über einige Gedenkstätten zu informieren. Aufgestellt wurden sie in den Pfarrkirchen St. Sebastian in Püttlingen, St. Johannes der Täufer in Waxweiler, Liebfrauen in Bitburg und in der Jesuitenkirche in Trier.Pater Wilhelm Eberschweiler SJ, Ein verehrungswürdiger Diener Gottes, um dessen Seligsprechung zu beten lohnt. In: bistum-trier.de (PDF) Ferner ist noch bekannt, dass im Laufe der Jahre über 80.000 Gebetserhörungen dokumentiert wurden.Das apostolische Herz, von P. Wilhelm Eberschweiler, In: kath-info.de

Geschwister Ida Eberschweiler (1830–1914) Ida wurde am 17. September 1830 in Bettingen geboren. Sie blieb ledig und arbeitete 33 Jahre als Haushälterin des Pfarrers Friedrich von Kloschinsky (1839–1908) in der Pfarrei St. Paulin in Trier. Nach dessen Tod wohnte sie bei den Franziskanerinnen in Trier, wo sie am 28. Dezember 1914 verstarb.

Hugo Friedrich Eberschweiler (1839–1918)