Der Riedkanal ist ein 18 Kilometer langer Entwässerungskanal in der Oberrheinischen Tiefebene, der über den Baggersee Goldkanal bei Elchesheim-Illingen in den Rhein mündet. Er ist Vorfluter für Gebiete im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden in Baden-Württemberg.
Geographie Verlauf Der Riedkanal zweigt unter dem lokalen Namen Mühlbach südlich von Iffezheim vom Sandbach nach rechts ab. Der Abzweig liegt unmittelbar unterhalb einer rund 5 Meter hohen Geländestufe, die die Grenze zwischen den naturräumlichen Teileinheiten Stollhofener Platte und Rastatter Rheinniederung markiert; in der Nähe befindet sich die Kreuzung der Bundesstraße 500 (Staustufe Iffezheim–Baden-Baden–Schwarzwaldhochstraße) mit der Landesstraße 75 (frühere Bundesstraße 36, Rastatt–Kehl).
Auf rund 1,2 Kilometer folgt der Mühlbach der Geländestufe nach Norden und verläuft dabei in einer Altrheinrinne, die zum Teil von einem Anmoor eingenommen wird. Am Ortsrand von Iffezheim tritt der Mühlbach in eine etwa 1,2 Kilometer lange Verdolung ein. Ab dem Ende der Verdolung als Riedkanal bezeichnet, durchfließt das Gewässer in einer gut drei Kilometer langen, nach Nordosten gerichteten Geraden zunächst ein Gebiet mit Gebäuden im Umfeld der Galopprennbahn Iffezheim und dann die Feldflur nördlich von Iffezheim. Dabei kreuzt der Kanal die Landesstraße 78b sowie eine Bahnstrecke, die beide zur Rheinbrücke Wintersdorf führen. Der nördliche Teil der Geraden gehört zur Gemarkung von Sandweier, einem Stadtteil von Baden-Baden. Nördlich der Bahnlinie bildet der Riedkanal die Grenze des Naturschutzgebiets Rastatter Ried mit dem Waldgebiet Geggenau, aus dem ihm – einen alten Rheinlauf nutzend – der Mühlwerlgraben zufließt.
Ungefähr an der Brücke der Anschlussbahn zum Mercedes-Benz-Werk Rastatt schwenkt der Riedkanal in eine alte, etwa nach Norden verlaufende Rheinschlinge ein. Dabei durchfließt der rund 5 Meter breite Kanal das Naturschutzgebiet Rastatter Bruch. Am Benz-Werk verlässt der Kanal den alten Rheinlauf und folgt der Ost- und Nordgrenze des Werks; im Norden des Werks reicht der Rastatter Stadtteil Rheinau bis an den Kanal.
Westlich von Rheinau schwenkt der Riedkanal wieder in einen alten Rheinlauf ein und unterquert die Landesstraße 77 (Rastatt–Plittersdorf). Beidseits der Landesstraße 78a (Plittersdorf–Steinmauern) verläuft der Kanal in einem künstlich angelegten Gewässerbett. Links und westlich des Kanals liegt ein der Murg zugerechneter alter Gewässerlauf, der heute vom Zweigarm Hofwaldschlut durchflossen wird. Ab der Landesstraße 78a in nordwestliche Richtung verlaufend, folgt der Riedkanal auf rund zwei Kilometer in etwa der kanalisierten Murg. Knapp vor dem Rheinhauptdamm knickt der Kanal nach rechts ab und unterquert in einem Düker die von Rückstaudämmen eingefasste Murg. Zwischen Rastatt-Rheinau und dem Düker liegt der Gewässerlauf innerhalb einer weiteren Teilfläche des Naturschutzgebiets Rastatter Ried.
Unterhalb des Dükers mündet von rechts die fünf Kilometer lange Altmurg, die am Stadtrand von Rastatt entsteht und – zum Teil alte Murgläufe nutzend – das Gebiet rechts und nordöstlich der Murg entwässert. Einer ihrer Zuflüsse ist der Haftgraben, ein Abzweig des Federbachs, der Vorfluter des sich nördlich anschließenden Teils der Rheinniederung ist. Am Zufluss der Altmurg liegt ein Schöpfwerk, das die Vorflut von Riedkanal und Altmurg bei hohen Rheinwasserständen sicherstellt. Unterhalb des Schöpfwerks nutzt der Riedkanal einen alten Murglauf, der am Rand des Naturschutzgebietes Silberweidenwald Steinmauern liegt.
In Höhe von Elchesheim-Illingen durchfließt der Riedkanal den Goldkanal, einen knapp drei Kilometer langen und bis zu einen Kilometer breiten Baggersee, der seit den 1930er Jahren entstand und heute überwiegend der Naherholung dient. An den Baggersee schließt sich ein rund 750 Meter langes und zwischen 50 und 100 Meter breites Gewässer an, das bei Rhein-km 347,3 von rechts und Süden in den Rhein mündet. Der Baggersee und seine Verbindung zum Rhein sind im Wassergesetz für Baden-Württemberg als Landeswasserstraße ausgewiesen.
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen im Einzugsgebiet des Riedkanals von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Abzweig des Riedkanals unter dem lokalen Namen Mühlbach vom Sandbach auf etwa südlich von Iffezheim unweit der Kreuzung der Bundesstraße 500 mit der Landesstraße 75 (frühere Bundesstraße 36).
→ (Abgang des Sandmattengrabens) nach links auf etwa direkt nach dem Abzweig des Mühlbachs vom Sandbach, siehe unten. class=noviewer|10px Rechts auf der Niederterrasse auf etwa der Baggersee Kern/Peter südöstlich von Iffezheim, etwa 87,5 ha. → Laut topographischer Karte Abgang einer Querverbindung nach links auf etwa zum Örtergraben am südlichen Ortsrand von Iffezheim, siehe unten. ↓ (Durchfließt Iffezheim in einer rund 1,2 km langen Verdolung, ab Ende der Verdolung Riedkanal genannt) Bannscheidgraben, von links auf etwa bei der Galopprennbahn Iffezheim, 1,9 km. Entsteht auf etwa als Abzweig vom Rheinniederungskanal beim Baggersee Sämannsee (Sauweide-Natursee) südlich von Rastatt-Wintersdorf. Örtergraben, von rechts auf etwa nördlich von Iffezheim beim Gewann Im Örtbühl, 2,4 km. Entsteht auf etwa südlich von Iffezheim beim Gewann Sandmatten unweit des Mühlbachs. (Querverbindung vom Mühlbach) von rechts auf etwa am Ortsrand von Iffezheim, siehe oben. Sandmattengraben, von links auf etwa bei einem Sportplatz im Süden von Iffezheim, 1,3 km. Entsteht auf etwa als Abzweig vom Mühlbach, siehe oben. → (Abgang des Mühlwerlgrabens) nach links auf etwa beim Gewann Vogelwört nördlich von Iffezheim, mündet in den Riedkanal, siehe unten. (Graben von der Galopprennbahn), von rechts auf etwa nördlich von Iffezheim beim Gewann Im Weichen, 1,5 km. Entsteht auf etwa auf dem Gelände der Galopprennbahn Iffezheim. class=noviewer|10px Am linken Ufer auf etwa zwei Tümpel in einer mit Erlen bestandenen Schlute im Waldgebiet Geggenau, Teil des Naturschutzgebietes Rastatter Ried, zusammen etwa 0,1 ha. Mühlwerlgraben, von links auf etwa am Rand des Waldgebiets Geggenau, 4,9 km. Entsteht als Abzweig vom Bannscheidgraben, siehe oben. class=noviewer|10px Links auf etwa der Baggersee Oberwald im Süden des Oberwalds, etwa 17,7 ha. (Graben vom Oberen Bruch), von rechts auf etwa beim Gewann Grünel, 0,8 km. Entsteht auf etwa im Gewann Oberes Bruch. class=noviewer|10px In rückwärtiger Verlängerung auf der Niederterrasse auf etwa ein Schwemmsandteich in einer früheren Sandgrube, Teil des Naturschutzgebietes Sandheiden und Dünen bei Sandweier und Iffezheim, etwa 0,7 ha. class=noviewer|10px In rückwärtiger Verlängerung auf der Niederterrasse auf etwa der Münchfeldsee bei Sportanlagen am südlichen Stadtrand von Rastatt, etwa 3,8 ha. Bruchwiesengraben, von rechts auf etwa beim Gewann Grünel, 1,7 km. Entsteht auf etwa im Süden Rastatts an der Kreuzung Kehler Straße/Badener Straße. (Graben vom Rheinfeld), von rechts auf etwa bei der Lünette 35 der früheren Festung Rastatt, 0,8 km. Entsteht auf etwa beim Gewann Mittleres Bruch. (Altlauf des Riedkanals), von links auf etwa westlich von Rastatt-Rheinau, 1,6 km. Entsteht auf etwa östlich von Rastatt-Ottersdorf im Oberwald am Rand des Mercedes-Benz-Werks Rastatt. class=noviewer|10px Links auf etwa der Baggersee See an der Lindenallee am nördlichen Ortsrand von Rastatt-Ottersdorf, etwa 2,9 ha. → (Abgang der Hofwaldschlut) nach links auf etwa beim Gewann Thomaswert nordwestlich von Rastatt-Rheinau, mündet wieder in den Riedkanal, siehe unten. class=noviewer|10px Links auf etwa das Bollmannshauser Loch, ein Teich bei der Wüstung Bollmannshausen nördlich der Landesstraße 78a (Steinmauern–Plittersdorf), etwa 0,03 ha.
Hofwaldschlut, von links auf etwa nördlich des Gewanns Bollmannshausen, 2,0 km. Entsteht als Abzweig vom Riedkanal, siehe oben. class=noviewer|10px Rechts auf etwa ein Stillgewässer in einer Schlute der Murg westlich von Steinmauern beim Gewann Breitholz, etwa 0,12 ha. class=noviewer|10px Rechts auf etwa ein Tümpel in einer Murgschlute beim Gewann Krummfeld westlich von Steinmauern, etwa 0,13 ha. Giesegraben, von links auf etwa bein Gewann Silberau westlich von Steinmauern, 2,3 km. Entsteht auf etwa aus einem Auslass der Regenwasserkanalisation am nordöstlichen Ortsrand von Rastatt-Plittersdorf. Weidenstockgraben, von links auf etwa südlich des Schröckmatter Waldes bei Plittersdorf, 0,9 km. Entsteht auf etwa beim Rheinhauptdamm am nördlichen Ortsrand von Plittersdorf. → (Abgang des Sauweitgrabens) nach links auf etwa beim Gewann Viehtrieb am nördlichen Ortsrand von Plittersdorf, siehe unten. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Stillgewässer am Nordrand des Schröckmattenwaldes nordöstlich von Plittersdorf, etwa 0,09 ha. Sauweitgraben, von links auf etwa bei Walddistrikt Ortwald, 2,5 km. Entsteht als Abzweig vom Weidenstockgraben, siehe oben. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Weiher am Rheinhauptdamm nördlich von Plittersdorf beim Oberwald, etwa 0,27 ha. ☓ (Unterquert auf etwa westlich von Steinmauern die Murg in einem Düker.) (Unmittelbar nach dem Düker das Schöpfwerk des Riedkanals) Altmurg, von rechts auf etwa am Schöpfwerk des Riedkanals westlich von Steinmauern, 5,0 km. Entsteht in einem etwa 0,75 ha großen Altwasser der Murg auf etwa am Rand des Waldgebiets Groß Brufert nahe der Kreisstraße 3740 (Rastatt–Steinmauern).
Haftgraben, von rechts auf etwa bei der Einmündung der Kreisstraße 3718 von Ötigheim in die Kreisstraße 3740 (Rastatt–Steinmauern), 1,7 km. Entsteht auf etwa als Abzweig vom Federbach im Naturschutzgebiet Auenwälder und Feuchtwiesen westlich von Ötigheim westlich der Freilichtbühne Ötigheim. → (Abgang des Alten Federbachs) nach rechts auf etwa im Walddistrikt Heuscheuer und Niederwald. Mündet nach 8,9 km bei Durmersheim in den Federbach. Stinkgraben, von links auf etwa im Walddistrikt Heuscheuer und Niederwald, 2,3 km. Entsteht auf etwa am Stadtrand von Rastatt beim Segelfluggelände Baldenau. (Zufluss von rechts), auf etwa im Walddistrikt Heuscheuer und Niederwald, 0,8 km. Entsteht auf etwa an der Landesstraße 77a westlich des Nordportal des Tunnels Rastatt. (Zufluss von rechts), auf etwa im Walddistrikt Heuscheuer und Niederwald, 1,0 km. Entsteht auf etwa östlich des Nordportals des Tunnels Rastatt. Eine von mehreren verlandenden Schluten mit zeitweiser Wasserführung im Waldgebiet. class=noviewer|10px Links auf etwa die Schlut im Strietwald, etwa 0,12 ha. Ehemaliger Nebenarm des Alten Federbachs, führt in einer Vertiefung ständig Wasser. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Weiher im Gewann Breithölzer Waldäcker südöstlich des Ortskerns von Steinmauern, etwa 0,24 ha. class=noviewer|10px Rechts auf etwa ein künstlich angelegter Amphibienteich in einer ehemaligen Schlinge der Murg im Gewann Spich nördlich von Steinmauern, etwa 0,03 ha. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa einen Altarm der Murg am Rand des Naturschutzgebietes Silberweidenwald Steinmauern, zusammen mit Nebengewässern etwa 2,8 ha. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Weiher im Naturschutzgebiet Silberweidenwald Steinmauern, etwa 0,45 ha. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Altwasser längs des Südufers des Goldkanals, etwa 3,3 ha. mini|Inseln im Goldkanal ↓ Ab der Mündung in den Baggersee Goldkanal lokaler Name Goldkanal. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Baggersee Goldkanal westlich von Illingen, etwa 142 ha. class=noviewer|10px Rechts auf etwa ein Tümpel in einer langgestreckten Murgschlute im Gewann Rheinfeld nordöstlich von Steinmauern, etwa 0,04 ha. class=noviewer|10px Links auf etwa ein nahezu kreisrunder Kolk auf der Landzunge zwischen Rhein und Goldkanal, etwa 0,07 ha. class=noviewer|10px Links auf etwa ein Altwasser in einer kiesigen Schlute auf der Landzunge zwischen Rhein und Goldkanal, etwa 0,15 ha.