mini|Lisa Zoe Geretschläger beim Österreichischen Filmpreis 2020 Lisa Zoe Geretschläger (* 22. August 1990 in Graz) ist eine österreichische Filmeditorin.

Leben und Wirken Familie und Ausbildung Lisa Zoe Geretschläger ist die Tochter von Zita Geretschläger-Hauptmann und Robert Geretschläger, der in Kanada geboren wurde. Beide Eltern sind Lehrer in Graz; die Mutter für Deutsch und Englisch, der Vater promovierter Mathematiker und Oberstudienrat.

Lisa Geretschläger studierte von 2008 bis 2014 Schnitt und Regie am Filmcollege Wien. Dort bildete sie mit Alexandra Makarová, Sebastian Schmidl und Georg Weiss ein Arbeitskollektiv, das mehrere Kurzfilme zusammen realisierte. Für ihre Montage von Makarovás Kurzspielfilm Sola war Geretschläger 2014 beim Kölner Festival Edimotion für den Förderpreis Schnitt nominiert.

Parallel arbeitete Geretschläger ab 2013 als Schnittassistentin bei Langfilmen, insbesondere an Projekten der Editorin Joana Scrinzi, die sie bei Tough Cookies (2014), Drei Eier im Glas (2015), Kater (2016) und Gwendolyn (2017) unterstützte.

Karriere als Filmeditorin 2016 gelang es Lisa Zoe Geretschläger, mit drei Filmen gleichzeitig auf der Berlinale vertreten zu sein. Darunter war mit Agonie (Regie: David Clay Diaz) ihr erster Langspielfilm als Editorin, der für den GWFF Preis Bester Erstlingsfilm nominiert war. Agonie gewann anschließend den Bayerischen Kulturpreis 2016.

Als Nächstes montierte Geretschläger mit dem Musiker-Porträt Late Blossom Blues – The Journey of Leo „Bud“ Welch (Regie: Wolfgang Pfoser-Almer & Stefan Wolner) ihren ersten langen Dokumentarfilm, den der Filmkritiker Neil Fox als „unglaublich bewegend und wunderschön zusammengefügt“ bezeichnete.

2018 folgte mit dem Kinospielfilm Zerschlag mein Herz das hauptsächlich mit Laiendarstellern inszenierte Langfilmdebüt von Alexandra Makarová. Auch bei dem Spielfilm Lovecut (2020, Regie: Iliana Estañol & Johanna Lietha) hatte es Geretschläger mit einem Ensemble aus jugendlichen Darstellern ohne nennenswerte Schauspielerfahrung zu tun, deren episodische Erzählstränge die Montage miteinander verwebt. Für diese Leistung erhielt sie 2021 beim Österreichischen Filmpreis ihre erste Nominierung in der Kategorie „Bester Schnitt“.

In den Folgejahren erhielten die von Geretschläger montierte Langfilmprojekte regelmäßig Auszeichnungen. Me, We, ein multiperspektivischer Spielfilm zur Flüchtlingsthematik, gewann 2021 beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern den Hauptpreis und war 2022 beim Österreichischen Filmpreis 2022 als bester Spielfilm nominiert. Ein Jahr später war das Dokumentarfilm-Porträt Alice Schwarzer (Regie: Sabine Derflinger) ebenfalls für den Österreichischen Filmpreis nominiert.

Für ihre Arbeit an dem poetischen Dokumentarfilm Souls of a River (Regie: Chris Krikellis) wurde Geretschläger 2023 erstmalig mit dem Diagonale-Preis „Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm“ ausgezeichnet; der Film gewann auch als bester Dokumentarfilm des Festivals. In der Jurybegründung stand:

Beim Österreichischen Filmpreis 2024 gewann Souls of a River ebenfalls den Preis als „Bester Dokumentarfilm“, und Geretschläger erhielt ihre zweite Filmpreis-Nominierung in der Kategorie „Bester Schnitt“.

Mitgliedschaften und Vorstandstätigkeiten Lisa Zoe Geretschläger ist Mitglied im Österreichischen Verband Filmschnitt (aea), dessen Vorstand sie seit 2019 angehört. Seit Dezember 2022 ist sie außerdem Vorstands-Mitglied der Akademie des Österreichischen Films.

Filmografie (Auswahl) Langfilme 2016: Agonie (Kino-Spielfilm) – Regie: David Clay Diaz 2017: Late Blossom Blues – The Journey of Leo „Bud“ Welch (Dokumentarfilm) – Regie: Wolfgang Pfoser-Almer, Stefan Wolner 2018: Mein Stottern (Kino-Dokumentarfilm) – weitere Editorin: Julia Pontiller / Regie: Petra Nickel, Birgit Gohlke  2018: Zerschlag mein Herz (Kino-Spielfilm) – Regie: Alexandra Makarová 2019: Das erste Jahrhundert des Walter Arlen (Kino-Dokumentarfilm) – Regie: Stephanus Domanig  2020: Lovecut (Kino-Spielfilm) – weiterer Editor: Sebastian Longariva / Regie: Iliana Estañol, Johanna Lietha 2020: Chasing Paper Birds (Kino-Spielfilm) – weitere Editorin: Julia C. Weber / Regie: Mariana Jukica  2021: Eva-Maria (Kino-Dokumentarfilm) – Regie: Lukas Ladner  2021: Die Kunst der Folgenlosigkeit (Dokumentarfilm mit fiktionalen Anteilen) – Regie: Jakob Brossmann & Friedrich von Borries  2021: Me, We (Kino-Spielfilm) – Regie: David Clay Diaz 2022: Alice Schwarzer (Kino-Dokumentarfilm) – Regie: Sabine Derflinger  2023: Landkrimi: Dunkle Wasser (Fernsehreihe) – Regie: Arash T. Riahi, Arman T. Riahi 2023: Souls of a River (Kino-Dokumentarfilm) – Regie: Chris Krikellis  2024: Eternal You – Vom Ende der Endlichkeit (Kino-Dokumentarfilm) – weitere Editorin: Anne Jünemann / Regie: Moritz Riesewieck, Hans Block 2024: Tiefwassertaucher unterm Dach (Fernsehfilm) – Regie: Rupert Henning 2024: The Entertainer (Spielfilm) – weitere Editorin: Melanie Schmidt / Regie: David Clay Diaz  2025: Scars of Growth (Dokumentarfilm) – Regie: Monika Grassl & Linda Osusky  2025: Girls & Gods (Kino-Dokumentarfilm) – weitere Editorin: Lis Pucar / Regie: Arash T. Riahi & Verena Soltiz 2025: Alarm (Kino-Dokumentarfilm) – Regie & weitere Editorin: Judith Zdesar 2026: Hungrig (Hungry) (Kino-Dokumentarfilm) – weiterer Editor: Stephan Bechinger / Regie: Susanne Brandstätter 

Kürzere Formate und Serien 2012: An einem anderen Tag (mittellanger Spielfilm) – Regie: Alexandra Makarová 2013: Sola (kurzer Spielfilm) – Regie: Alexandra Makarová 2015: Liebling (mittellanger Spielfilm) – Regie: Sebastian Schmidl 2016: Eternally (kurzer Spielfilm) – Regie: Stephanie Leitl 2018: Kulturlandschaft (mittellanger Dokumentarfilm) – Regie: Jakob Brossmann 2024: SOKO Linz (Fernsehserie, Staffel 3, Folge 9: „Schlafende Hunde“) – Regie: Felicitas Korn 2025: Crystal Wall (Fernsehserie, Staffel 1, Folgen 13–24) – weiterer Editor: Sebastian Schreiner / Regie: Greta Benkelmann

Schnittassistenz 2014: Tough Cookies (Kino-Dokumentarfilm) – Schnitt: Joana Scrinzi / Regie: Ruth Kaaserer 2015: Drei Eier im Glas (Kino-Spielfilm) – Schnitt: Joana Scrinzi / Regie: Antonin Svoboda 2016: Kater (Kino-Spielfilm) – Schnitt: Joana Scrinzi / Regie: Händl Klaus 2016: Brüder der Nacht (Kino-Dokumentarfilm) – Schnitt und Regie: Patric Chiha 2017: Ciao Chérie (Kino-Spielfilm) – Schnitt und Regie: Nina Kusturica 2017: Gwendolyn (Kino-Dokumentarfilm) – Schnitt: Joana Scrinzi / Regie: Ruth Kaaserer 2019: Backstage Wiener Staatsoper (Kino-Dokumentarfilm) – Schnitt: Ulrike Kofler / Regie: Stephanus Domanig

Auszeichnungen 2014: Schnitt-Preis – Nominierung „Förderpreis Schnitt“ für Sola 2021: Österreichischer Filmpreis – Nominierung in der Kategorie „Bester Schnitt“ für Lovecut 2023: Diagonale-Preis „Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm“ für Souls of a River 2024: Österreichischer Filmpreis – Nominierung in der Kategorie „Bester Schnitt“ für Souls of a River

Weblinks

Lisa Zoe Geretschläger Profil beim Österreichischen Verband Filmschnitt (aea)

Einzelnachweise eng. Originalzitat: „Incredibly moving and beautifully put together“ –

Kategorie:Filmeditor Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Frau