Das Bezirksamt Schliengen, auch: Unteramt Schliengen, Amt Schliengen oder Oberamt Schliengen, war ein kurzlebiger staatlicher Verwaltungsbezirk im Kurfürstentum Baden und Großherzogtum Baden, der von 1803 bis 1810 existierte und dessen Gemeinden heute fast alle zum Landkreis Lörrach gehören.
Geschichte Nach dem Anfall der hochstift-baselischen Landvogtei Schliengen an das Kurfürstentum Baden am 30. November 1802Datum der Zivilbesitznahme; der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 sanktionierte nur noch die bereits geschaffenen Tatsachen. regelte Baden die neue Verwaltungsorganisation im 6. Organisations-Edikt vom 9. März 1803.Kurfürstlich Badische Landes-Organisation. In 13 Edicten sammt Beylagen, und Anhang. Sechstes Edikt. Die executive LandesAdministration, Carlsruhe 1803, S. 134 Digitalisat der BLB Karlsruhe Hierbei wurden die Ortschaften der ehemaligen Landvogtei Schliengen auf die Oberämter Rötteln (Istein und Huttingen) und Badenweiler (Schliengen, Mauchen, Steinenstadt) aufgeteilt. Innerhalb des Oberamts Badenweiler gab es ein Unteramt Schliengen, das von Karl Ludwig Barcksiehe Dieter Kauß: Barck, Karl Ludwig. In: S. 164 geleitet wurde.Kur-Badisches Regierungs-Blatt Nr. 8 vom 21. Februar 1804, S. 45
Zeittafel Amt Schliengen
1803errichtet als provisorisches Unteramt des Oberamtes Badenweiler1805als ordentliches Amt Schliengen erweitert1807als Oberamt benannt mit gleichem Umfang1809Auflösung mit Wirksamkeit 1810 verfügt 1805 wurde ein eigenständiges Amt Schliengen geschaffen, das nebst den drei Ortschaften des bisherigen Unteramts um die vom Oberamt Rötteln wieder abgelösten Ortschaften Istein und Huttingen, sowie 8 weiteren Ortschaften angereichert wurde die bisher zum Oberamt Rötteln gehörten.
Bei der Reorganisation der badischen Bezirksverwaltung im Jahre 1807 wurden die bisherigen Ämter Schliengen und Badenweiler unverändert belassen und beide wurden als Oberämter bezeichnet.Regierungsblatt des Großherzogthums Baden, Nr. 23 vom 7. Juli 1807, S. 93-100; hier S. 95
Im Rahmen einer erneuten Reorganisation der Bezirksverwaltung wurde das Amt Schliengen 1810 aufgelöst.Beilage Lit. A: zum Organisations-Rescript vom 26. November 1809. In: Großherzoglich Regierungsblatt Nr. L vom 9. Dezember 1809, S. 403–414; hier S. 404. Die neue Organisation sollte gemäß Organisations-Rescript spätestens per 23. April 1810 umgesetzt sein Die Ortschaften wurden den neuen Bezirksämtern Lörrach, Kandern und Müllheim zugeteilt. Der bisherige Amtsleiter Barck wurde zweiter Beamter beim Oberamt Emmendingen.siehe Karl von Wechmar: Handbuch für Baden und seine Diener oder Verzeichniß aller badischen Diener vom Jahr 1790 bis 1840, nebst Nachtrag bis 1845, Heidelberg 1846, S. 153 Digitalisat der BLB Karlsruhe Nach der Auflösung des Bezirksamtes Kandern 1819 wurden die Gemeinden auf die Amtsbezirke Müllheim und Lörrach aufgeteilt.
Durch das Gesetz über die Neueinteilung der inneren Verwaltung vom 30. Juni 1936.Gesetz über die Neueinteilung der inneren Verwaltung vom 30. Juni 1936. In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 20 vom 1. Juli 1936, S. 80–82; hier S. 81 wurden per 1. Oktober 1936 von den hier behandelnden Gemeinden Hertingen und Tannenkirch dem Bezirksamt Müllheim zugeteilt. Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Müllheim aufgelöst und die beiden Gemeinden kamen zum Landkreis Lörrach.
Steinenstadt gehört heute zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Alle anderen Gemeinden des ehemaligen Amtes Schliengen liegen heute im Landkreis Lörrach.
Gemeinden des Unteramtes/Amtes Gemeinde 1803 von 1805 vom Oberamt 1809/10 zum Bezirksamt Anmerkungen WappenSchliengenLandvogtei SchliengenKandern45pxMauchenLandvogtei SchliengenKandern45pxSteinenstadtLandvogtei SchliengenKandern45pxObereggenenOberamt RöttelnKandern; mit Schallsingen45pxNiedereggenenOberamt RöttelnKandern45pxFeldbergOberamt RöttelnKandern; mit Gennenbach und Rheintal45pxSitzenkirchOberamt RöttelnKandern45pxFeuerbachOberamt RöttelnKandern45pxAuggenOberamt BadenweilerMüllheim; mit Hach und Zizingen45pxVögisheimOberamt BadenweilerMüllheim45pxIsteinRöttelnLörrach45pxHuttingenRöttelnLörrach45pxHertingenRöttelnKandern45pxTannenkirchRöttelnKandern45pxBlansingenRöttelnKandern45pxWelmlingenRöttelnKandern45pxKleinkemsRöttelnKandern45pxMappachRöttelnLörrach mit Maugenhard45pxWintersweilerRöttelnKandern45px
Siehe auch Verwaltungsgliederung Badens#Provinz des Oberrheins oder der Badischen Landgrafschaft, 1807–1809
Weblinks Kurfürstlich Badische Landes-Organisation. In 13 Edicten sammt Beylagen, und Anhang. Sechstes Edikt. Die executive LandesAdministration, Carlsruhe 1803, S. 134 Digitalisat der BLB Karlsruhe Kur-Badisches Regierungs-Blatt, 2. Jahrgang (1805), Nr. 7 vom 12. Februar 1805, S. 27 Regierungsblatt des Großherzogthums Baden, Nr. 23 vom 7. Juli 1807, S. 93-100; hier S. 95 Beilage Lit. A: zum Organisations-Rescript vom 26. November 1809. In: Großherzoglich Regierungsblatt Nr. L vom 9. Dezember 1809, S. 403–414; hier S. 404.
Einzelnachweise
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