mini|Schloss Gorkau Schloss Gorkau () ist ein auf ein Kloster zurückgehendes Gebäudeensemble in Sobótka (deutsch Zobten am Berge) im Powiat Wrocławski (Kreis Breslau) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Um 1130 wurde vom Breslauer Kastellan Peter Wlast ein Kloster gestiftet, in dem sich Augustiner-Chorherren aus Arrouaise ansiedelten, jedoch bereits 1149 in das Vinzenzkloster „Auf dem Sande“ in Breslau umzogen. Gorkau war dann Sitz einer Propstei. Im 16. Jahrhundert wurde an die Klosterkirche St. Maria Himmelfahrt nach Westen ein Wohngebäude angebaut. In den Jahren 1428 und 1435 bis 1589 wurde das Ensemble um Wirtschaftsgebäude erweitert. Bis zur Säkularisation blieb Gorkau Sommerresidenz der Breslauer Bischöfe. Danach wurde Gorkau von Ernst Freiherr von Lüttwitz (1776–1837) erworben.
Baulich überliefert sind vor 1900 zwei Eingangslöwen als Steindenkmäler.F. Vogt, O. Jiriczek (Hrsg.): Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde. 1896. Band 1: November 1894 bis März 1896, Heft I. - II., Verein-Selbstverlag, Breslau 1896, S. 39. Gleichfalls war der Herrensitz wegen der Reste des Klosterbaus Ausflugsziel von Architekturhistorikern.Verein für das Museum Schlesischer Alterthümer. Tätigkeitsbericht 1902/03. Verlag Eduard Trewendt, Breslau 1903, S. 205.
Nach 1885 war das Ensemble in Besitz von Eugen von Kulmiz, der die Gebäude nach Plänen von Wilhelm Rhenius im Stil der Neorenaissance umbaute. Gutserbe wurde u. a. Gerhard von Kulmiz, verheiratet mit Christine Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Gothaisches Genealogisches Taschebbuch der Fürstlichen Häuser. (Hofkalender). 1942. Jahrgang 179, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 325.
Nach dem Übergang an Polen 1945 wurde das Gebäude als Ferienheim, gegenwärtig wird es als Hotel genutzt. Die Saalkirche, bei der bemerkenswerte Deckenmalereien entdeckt wurden und in der sich ein vermutlich von Gerard Hendrick gestaltetes Epitaph des Propstes Valentin Aeschius befindet, wird restauriert.
Literatur Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 222. Kurt Degen: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Breslau. Verlag Weidlich, Frankfurt am Main 1965, S. 59.
Weblinks
Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage Grundriss Schloss Gorkau, In: Ludwig Eisenlohr, Carl Weigle (Hrsg.): Architektonische Rundschau. Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst. Jahrgang 5-1889, 6. Heft, Verlag J. Engelhorn, Stuttgart 1889, Tafel 45.
Einzelnachweise
Kategorie:Schloss in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Sobótka Kategorie:Historistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Schloss in Schlesien Gorkau Kategorie:Bauwerk des Historismus in der Woiwodschaft Niederschlesien