mini|hochkant|Hetty Berg, 2021 mini|hochkant|Hetty Berg, 2026 Hetty Berg (geboren 1961 in Den Haag) ist eine niederländische Kuratorin, Theaterwissenschaftlerin und Kulturhistorikerin, die als Chefkuratorin des Jüdischen Kulturviertels (niederländisch Joods Cultureel Kwartier) in Amsterdam wirkte. Zum 1. April 2020 übernahm sie die Leitung des Jüdischen Museums Berlin und wurde 2024 vom Stiftungsrat in einer zweiten Amtszeit bestätigt.
Leben und Werk Hetty Berg wurde 1961 in Den Haag geboren; sie entstammt einer jüdischen Familie und ist seit vielen Jahren Mitglied der liberalen Jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Nach einer Tanzausbildung studierte sie Theaterwissenschaften in Amsterdam und Non-Profit-Organization-Management in Utrecht, was sie mit einem Master beendete. Von 1989 an war sie als Kuratorin und Kulturhistorikerin am Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam tätig, wo sie mehr als 30 Wechselausstellungen kuratierte und die Konzeption und Umsetzung von fünf Dauerausstellungen übernahm. 2002 wurde sie Museumsmanagerin und Chefkuratorin des Museums, das 2012 zum Jüdischen Kulturviertel erweitert wurde. Zu diesem zählen neben dem Jüdischen Historischen Museum auch die Portugiesische Synagoge, das Nationaal Holocaust Museum, die Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg und das JHM-Kindermuseum. Sie war als Managerin maßgeblich am Aufbau des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam beteiligt.
Im November 2019 gab die amtierende deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters, zugleich Vorsitzende des Stiftungsrates, Hetty Bergs Bestellung als Direktorin des Jüdischen Museums Berlin bekannt, des größten jüdischen Museums in Europa mit 650.000 Besuchern und einem staatlichen Zuschuss von mehr als 15 Millionen Euro (Stand 2019). Die Berufung Bergs wurde seitens des Zentralrats der Juden in Deutschland ausdrücklich begrüßt. Ein Großteil der jüdischen Museen, jüdischen Gedenkstätten und jüdischen Kulturinstitutionen wurde bis zu diesem Zeitpunkt von nichtjüdischen Menschen geleitet, was die Journalistin Mirna Funk zu dem Kommentar im Kunstmagazin Monopol veranlasste, die Ernennung Bergs sei als historisch bedeutsam zu werten. Hetty Berg übernahm die Direktion zum 1. April 2020 in einer Krisensituation, nachdem ihr Vorgänger Peter Schäfer in die Kritik geraten und bereits im Juni 2019 von seinem Posten zurückgetreten war. Im Jahr 2024 wurde Berg vom Stiftungsrat vorzeitig einstimmig für eine zweite Amtszeit als Direktorin bestätigt.
Bergs Lebensgefährte ist der Fotograf Frédéric Brenner, mit dem sie bereits eine Zeit lang in Berlin lebte. Einige seiner Arbeiten gehören zur Sammlung des Jüdischen Museums Berlin und werden dort auch ausgestellt. 2010 gehörte Hetty Berg zu den Kuratoren der Ausstellung Helden, Freaks, Superrabbis über jüdische Comics, die in den jüdischen Museen von Amsterdam, Berlin und Paris gezeigt wurde.
Sie ist Mitglied im Kuratorium der Margot Friedländer Stiftung und im Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Seit 2024 gehört sie dem niederländischen Raubkunstkomitee „Commissie Verweesde Joodse Roofkunst“ an.
Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der jüdischen Kulturgeschichte, der Geschichte und Gegenwart von Juden in den Niederlanden sowie in der Museumskunde. In die Zeit ihrer Direktion fällt die Eröffnung der neuen Dauerausstellung und der Kinderwelt Anoha im Jüdischen Museum.
Publikationen (Auswahl)
Weblinks
Profil Hetty Berg auf der Website des Jüdischen Museums Berlin
Sharon Adler: Hetty Berg: „Wir wollen als Ort der Begegnung und des Austauschs vielfältigen Perspektiven einen Raum geben.“ Interview in: bpb.de. 18. Juni 2021, abgerufen am 24. April 2026.
Einzelnachweise
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