mini|Le Loup et le Chien Der Wolf und der Hund (franz. Le Loup et le Chien) ist die fünfte Fabel im ersten Buch der Sammlung Fables Choisies, Mises En Vers von Jean de La Fontaine. In dieser Tierfabel treffen zwei Tiere aufeinander, die sich morphologisch zwar nahe sind, aber zwei unterschiedliche Lebensweisen führen: eines ist wild und das andere gezähmt:
Ein wohlgenährter Haushund rät einem ausgehungerten Wolf, sich ebenfalls dem Menschen anzuschließen, um immer reichlich Futter zu erhalten. Der Wolf will schon den Vorschlag annehmen, als er eine kahle Stelle am Hals des Hundes entdeckt. Er fragt nach der Ursache und erfährt, dass der Hund von seinem Herrn mitunter an die Kette gelegt wird. „Die Kette?, fragt der Wolf. Also bist du nicht frei?“ Daraufhin verachtet der Wolf das Leben des Hundes und dessen Schwelgerei, und verschwindet in den Wald, um lieber in Freiheit zu leben.
Analyse Auch diese Fabel La Fontaines geht auf Phaedrus zurück, er nimmt allerdings einige Änderungen vor. In Phaedrus’ Version stellt der Wolf ebenfalls den guten körperlichen Zustand des Hundes fest, es geht jedoch um Armut, die Sicherheit bietet, und Reichtum, der Gefahren birgt.
La Fontaines Wolf begrüßt den Hund nicht einfach, sondern überlegt zunächst, ihn anzugreifen, was er jedoch unterlässt. Beeindruckt von der Stärke des Hundes beschließt der Wolf, sich ihm „demütig“ zu nähern, indem er ihm ein Kompliment zu seiner Größe macht. Der Hund erzählt dem Wolf, dass alles, was er für seinen Herrn tun muss, ist Eindringlinge zu verjagen und freundlich zu den Haushaltsmitgliedern zu sein, und im Gegenzug erhält er ausreichend Essensreste. Als der Hund jedoch sagt, der Wolf sei so unglücklich, dass er sein Futter „à la pointe de l’épée“ (deutsch: Auf der Spitze des Schwertes, also mit Gewalt) suchen müsse, übertreibt er die Dinge, da der Wolf sich zuvor auf seine Zähne und Krallen verlassen hatte. In einem Spiel der Gegensätze wird der Wolf als weiser als der Hund dargestellt. Der Wolf ist derjenige von beiden, der nicht aufgeben würde, was er hat, egal was ihm angeboten wird. Auf der anderen Seite wird der Hund durch den Eigensinn seiner Worte gekennzeichnet.
Jean-Jacques Rousseau schrieb in seinem pädagogischen Werk Emil oder Über die Erziehung:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Jean de La Fontaine Kategorie:Tierfabel Kategorie:Literatur (17. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Hund in der Kunst Kategorie:Wolf in Kunst und Literatur