Die Liste von Zwischenfällen mit der Lockheed Super Constellation zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Lockheed Super Constellation.
Vom Erstflug 1950 bis Februar 2019 kam es mit Lockheed L-1049 Super Constellation zu 111 Totalschäden von Flugzeugen. Dies entspricht 19 % der gebauten Maschinen. Bei 58 davon kamen 1094 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Lockheed L-1049 Super Constellation, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2020. Vollständige Liste:
1950er-Jahre Am 7. Juli 1953 brach von einer Lockheed L-1049/R7V-1 Super Constellation der US Navy (Bureau Number BuNo 128440) während eines Testflugs in einer Höhe von 10.000 Fuß (3.050 Metern) das Heck ab. Die von der Naval Air Station Patuxent River (Maryland, USA) gestartete Maschine stürzte 15 Kilometer südlich von Chestertown (Maryland) ab. Alle 6 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Dies war der erste Totalverlust einer Super Constellation.
Am 6. September 1953 überdrehte an einer Lockheed L-1049 Super Constellation der US-amerikanischen Northwest Airlines (N6214C) kurz nach dem Start vom Flughafen Seattle-Tacoma der Propeller Nr. 3 (rechts innen). Obwohl er in die Segelstellung geschaltet wurde, drehte er mit 400 rpm weiter. Im Steigflug durch 5000 Fuß musste wegen starken Ölverlusts auch das Triebwerk Nr. 4 (rechts außen) abgestellt werden. Für die Notlandung auf der 40 Kilometer südlich von Seattle gelegenen McChord Air Force Base (Washington, USA) konnte aufgrund eines Konstruktionsfehlers der Super Constellation nur das rechte Hauptfahrwerk verriegelt werden. Daher schleuderte die Maschine von der Landebahn herunter und brach in Flammen aus. Alle 32 Personen an Bord, sechs Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere, konnten rechtzeitig evakuiert werden und überlebten den Unfall.
Am 5. Februar 1954 wurde eine Lockheed L-1049/RC-121C Super Constellation der United States Air Force (USAF) (51-3838) während eines Radaranflugs im Nebel auf die Hamilton Air Force Base (Kalifornien, USA) in die Bucht von San Pablo geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten alle 13 Besatzungsmitglieder den Unfall.
Am 3. August 1954 wichen die Piloten einer Lockheed L-1049C Super Constellation der Air France (Luftfahrzeugkennzeichen F-BGNA) auf dem Flug von Paris-Orly zum Flughafen New York-Idlewild wegen Nebels zum Flughafen Boston aus. Rund 60 Kilometer vor dem Ziel ging jedoch der Treibstoff aus, und bei Preston City wurde eine Bauchlandung in einem Feld durchgeführt. Die Maschine brannte aus, dennoch überlebten alle 37 Insassen, 8 Besatzungsmitglieder und 29 Passagiere.Unfallbericht L-1049C F-BGNA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2019.
Am 5. September 1954 verunglückte eine L-1049C Super Constellation der niederländischen KLM (PH-LKY) auf dem Flug von Shannon zum Flughafen New York-Idlewild. Die Maschine schlug beim Start 31 Sekunden nach dem Überfliegen des Startbahnendes im Schlamm des Flusses Shannon auf. Bei dem Unfall wurden 28 der 56 Insassen getötet, 3 Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere. Die Rettungsarbeiten wurden erst eingeleitet, nachdem sich der Navigator durch das Flussdelta zum Flughafen durchgekämpft hatte. Gründe waren vorzeitiges Einfahren der Landeklappen und verfrühte Reduzierung der Motorleistung sowie ein schon länger defektes Warnlicht für den Einfahrzustand des Fahrwerks (siehe auch KLM-Flug 633).ICAO Aircraft Accident Digest No. 7, Circular 50-AN/45, Montreal 1957 (englisch), S. 20–34.Unfallbericht L-1049 PH-LKY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Dezember 2019.
Am 30. Oktober 1954 verschwand eine Lockheed R7V-1/L-1049 Super Constellation der US Navy (Kennzeichen BuNo 128441) im Atlantischen Ozean etwa 560 Kilometer östlich von Maryland (USA). Die Maschine befand sich auf dem Flug von der Naval Air Station Patuxent River zum Militärflugplatz Lajes Field auf den Azoren. Alle 42 Insassen, 21 Besatzungsmitglieder und 21 Passagiere wurden getötet.Unfallbericht L-1049 Bu 128441, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Januar 2020.
Am 9. Dezember 1954 wurde eine Lockheed L-1049/WV-2 Super Constellation der US Navy (BuNo 131387) auf der Johnsville Naval Air Station (Pennsylvania, USA) extrem hart gelandet, geriet ins Schleudern und brannte aus. Alle 10 Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.
Am 17. Dezember 1954 flog eine L-1049E Super Constellation der Trans-Canada Air Lines (CF-TGG) beim Landeanflug auf den Flughafen Toronto-Malton (Canada) zu tief an und zerbrach in drei Teile auf einem Feld, noch 19 Kilometer vor der Landebahn. Alle 23 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall. Die Piloten waren zu weit unterhalb des Instrumentenanfluggleitpfades angeflogen. Möglicherweise führte Übermüdung der Flugbesatzung zu einer Fehlinterpretation der Höhenanzeige.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 62 (englisch), September 1996, S. 96/87.
Am 17. Januar 1955 stürzte eine L-1049/C-121J Super Constellation der US Navy (BuNo 131639) 112 Kilometer südwestlich des Startflugplatzes Ernest Harmon Air Force Base (Neufundland, Kanada) ins Meer. Über Prince Edward Island hatte die Besatzung den Ausfall zweier Triebwerke gemeldet, erreichte jedoch beim Rückkehrversuch den Flugplatz nicht mehr. Alle 13 Insassen, sechs Besatzungsmitglieder und 7 Passagiere, kamen ums Leben.
Am 30. Juni 1956 kollidierte eine L-1049 Super Constellation der US-amerikanischen Trans World Airlines (TWA) (N6902C) mit einer Douglas DC-7 der United Air Lines (Kennzeichen N6324C) über dem Grand Canyon. Alle 128 Insassen (70 in der L-1049, 58 in der DC-7) kamen ums Leben (siehe auch Flugzeugkollision über dem Grand Canyon).Unfallbericht DC-7 N6324C, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2017.Unfallbericht L-1049 N6902C, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2017.
Am 20. Juli 1956 (Ortszeit) (nach anderer Quelle am 20. Juni) stürzte eine vom Flughafen New York-Idlewild gestartete L-1049E Super Constellation der Linea Aeropostal Venezolana (YV-C-AMS) infolge eines Tragflächenfeuers während eines Treibstoffschnellablasses etwa 65 km südöstlich des Startflughafens in den Atlantik. Alle 74 Insassen kamen ums Leben (siehe auch Aeropostal-Flug 253 (Juni 1956)).ICAO Aircraft Accident Digest 9, Circular 56-AN/51, Montreal 1959 (englisch), S. 7–9., Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. August 2017.
Am 17. September 1956 fiel an einer L-1049/WV-3 Super Constellation der US Navy (BuNo 137893) nach 14 Stunden Flugzeit das Triebwerk Nr. 1 (links außen) wegen Ölmangels aus. Etwa 160 Kilometer vor der Guam-Agana Naval Air Station (USA) fiel auch Triebwerk Nr. 4 (rechts außen) aus. Kurz danach begannen auch die restlichen Triebwerke 2 und 3 Leistung zu verlieren. Deshalb wurde 130 Kilometer südlich des Flugplatzes notgewassert. Alle 18 Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.
Am 30. Dezember 1956 wurde eine L-1049/C-121C Super Constellation der United States Air Force (USAF) (54-0165) beim Anflug im Nebel auf den Flughafen Dharan (Saudi-Arabien) 1 Kilometer davor in den Boden geflogen. Die beiden anderen Super Constellations der Dreier-Formation waren wegen des Nebels zum 55 Kilometer entfernten Flughafen Bahrain ausgewichen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden von den 38 Insassen 12 getötet.
Am 17. April 1957 entstand in einer Lockheed L-1049/WV-2 Super Constellation der US Navy (BuNo 141314) ein Brand im linken Fahrwerkschacht, entstanden durch eine überhitzte Bremse. Es kam zu einer Explosion des Reifens, woraufhin das Triebwerk Nr. 2 (links innen) abbrach. Die Piloten führten ein Notlandung auf der Naval Air Station Argentia (Neufundland, Kanada) als Bauchlandung durch. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 24 Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.
Am 28. Juni 1957 rollte eine Douglas DC-7B der Eastern Air Lines (N808D) nach der Landung im Anschluss an einen Trainingsflug auf dem Flughafen Miami (Florida, USA) zu ihrem Hangar. Dabei kollidierte sie mit einer Lockheed L-1049 Super Constellation der Eastern Air Lines (N6212C). Durch auslaufenden Treibstoff entstand ein massiver Brand. Die Super Constellation brannte aus, die DC-7 wurde irreparabel beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden.
Am 16. Juli 1957 stürzte eine L-1049E Super Constellation der niederländischen KLM (PH-LKT) vor der Insel Biak ins Meer. Nach dem Start vom Flughafen Mokmer wollten die Piloten diesen in niedriger Höhe überfliegen. Bei dem Unfall kamen 58 der 68 Insassen ums Leben (siehe auch KLM-Flug 844).
Am 16. August 1957 wurde eine L-1049 Super Constellation der brasilianischen VARIG (PP-VDA) 500 Meter vor der Küste bei Cabarete (Dominikanische Republik) notgewassert. Die Maschine war vom damaligen Flughafen Santo Domingo mit nur drei funktionierenden Triebwerken zu einem Überführungsflug nach Miami gestartet. Nach etwa 30 Minuten geriet Motor Nummer 4 außer Kontrolle, brach ab und setzte auch das benachbarte Triebwerk 3 außer Betrieb. Mit lediglich dem verbliebenen Motor Nummer 1 konnte knapp die Küste erreicht werden. Eines der Besatzungsmitglieder kam ums Leben (siehe auch Flugunfall der VARIG bei Cabarete).ICAO Aircraft Accident Digest 9, Circular 56-AN/51, Montreal 1959 (englisch), S. 152–153.Unfallbericht L-1049G PP-VDA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2019.
Am 6. Dezember 1957 verunglückte eine L-1049G Super Constellation der Air France (F-BHMK) bei einem nächtlichen Trainingsflug auf dem Flughafen Paris-Orly. Bei sehr schlechten Sichtbedingungen stürzte das Flugzeug auf die Landebahn und brannte aus. Alle 6 Besatzungsmitglieder überlebten.Unfallbericht L-1049G F-BHMK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2019.
Am 23. Dezember 1957 fielen an einer L-1049/WV-2 Super Constellation der US Navy (BuNo 143197) 40 Kilometer nordwestlich des Startflugplatzes Naval Air Station Barbers Point (Hawaii, USA) in 1500 Fuß (460 Metern) Höhe alle vier Triebwerke aus. Beim Aufsetzen im Meer kollidierte die Maschine mit über 4 Meter hohen Wellen und sank. Von den 23 Besatzungsmitgliedern kamen 19 ums Leben.
Am 14. Januar 1958 wurde eine L-1049/R7V-1 Super Constellation der US Navy (BuNo 128437) während eines Übungsanfluges bei Nieselregen auf die Naval Air Station Patuxent River (Maryland, USA) in den Wald geflogen. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 9 Besatzungsmitglieder getötet.
Am 20. Februar 1958 verschwand eine L-1049/WV-2 Super Constellation der US Navy (BuNo 141310) auf einem Routine-Patrouillenflug 176 Kilometer westlich der Insel Corvo (Azoren). Ziel des Fluges war der Luftwaffenstützpunkt Lajes (Azoren, Portugal). Alle 22 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
Am 22. März 1958 brach an einer Lockheed L-1049/RC-121D Super Constellation der United States Air Force (USAF) (54-2308) ein Feuer im Triebwerk Nr. 2 (links innen) aus. Die Maschine war auf der McClellan Air Force Base (Kalifornien, USA) gestartet. Die Piloten führten eine Notlandung in einem schlammigen Feld durch. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle 18 Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.
Am 14. Mai 1958 wurden mit einer L-1049/R7V-1 Super Constellation der US Navy (BuNo 131652) fünf Manöver mit beschleunigten Strömungsabrissen geflogen. Dabei verlor die Maschine 3000 Fuß (900 Meter) an Flughöhe. Die Kräfte und die damit verbundenen Vibrationen verursachten schwere Strukturschäden an der Außenhaut, den Stringern und den Schotten im hinteren Teil des Rumpfes. Am Flugzeug kam es daraufhin zu einem Strukturversagen und es stürzte 11 Kilometer östlich von Taft (Kalifornien) ab. Alle 5 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.