Rechtenbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lohr am Main.
Geographie Geographische Lage Rechtenbach liegt in der Region Würzburg im Spessart. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit an der Weickertshöhe, der niedrigste liegt an der Bundesstraße 26 kurz vor Lohr auf .
Gemeindegliederung Es gibt nur einen Gemeindeteil, das Pfarrdorf Rechtenbach, jedoch zwei Gemarkungen: Rechtenbach und Rothenberg (bis Ende 2013 gemeindefrei).
Die Gemarkung Rechtenbach hat eine Fläche von 2,106 km². Sie ist in 2323 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 906,48 m² haben. Sie zerfällt in zwei durch die so genannte Weickertshöhe (im gemeindefreien Gebiet Forst Lohrerstraße) getrennte Gebietsteile, nämlich die unbesiedelte Weickertswiese im Nordwesten sowie das bewohnte Gemeindegebiet im Südosten mit dem Dorf Rechtenbach.
Nachbargemeinden
Name Ihren Namen hat die Gemeinde vom gleichnamigen Rechtenbach, der dem Main in Lohr am Main zufließt.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Rechtenbach wurde am 18. August 1522 in einer Urkunde des Grafen Philipp von Rieneck erstmals erwähnt und war eine Industriesiedlung, in der bis 1791 Flachglas für die Spiegel der Lohrer Staatsmanufaktur hergestellt wurde. Rechtenbach kam als Teil des Erzstifts Mainz im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neu gebildete Fürstentum Aschaffenburg, das ab 1810 ein Departement des Großherzogtums Frankfurt wurde. 1812 lag Rechtenbach mit dem „herzoglich von Dalbergischen Lehnhofe“ als Mairie mit 75 Feuerstellen und 471 Einwohnern in der Districtsmairie Lohr; Maire war Joseph Amrhein, seine Adjuncte hießen Christoph Bartel und Johann Adam Metzcher, Pfarrer war der Franziskaner Ambrosius Münch und Schullehrer war Johann Daus.Staats-Calender für das Grosherzogtum Frankfurt. 1812. Johann Friedrich Wenner, Frankfurt am Main, S. 108, 109, 310, 345. 1814 fiel Rechtenbach an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Verwaltungsgeschichte Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Lohr am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Rechtenbach lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Rechtenbach war dann eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Lohr am Main kam Rechtenbach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.
Zum 1. Januar 2014 wurde das unbewohnte gemeindefreie Gebiet Rothenberg eingegliedert. Dadurch vergrößerte sich die Fläche der Gemeinde von 2,09 auf 7,27 km². Durch die Eingliederung wurde das Gemeindegebiet eine zusammenhängende Fläche und die frühere unbewohnte Exklave Weickertswiese im Nordwesten mit einer Fläche von 96 Hektar verlor ihre Exklaveneigenschaft, obwohl sie nur eine rund fünf Meter lange Grenze mit der Gemarkung Rothenberg aufweist.
Einwohnerentwicklung 1961: 1068 Einwohner 1970: 1158 Einwohner 1987: 1107 Einwohner 1991: 1159 Einwohner 1995: 1142 Einwohner 2000: 1096 Einwohner 2005: 1049 Einwohner 2010: 986 Einwohner 2015: 1003 Einwohner 2020: 994 Einwohner
Politik Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 520.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 22.000 €.
Bürgermeister und ähnliche Funktionsträger Schultheißen 1795–1800 Josef Amrhein 1800–1805 Christoph Bartel 1805–1810 Heinrich Josef Matre ab 1810 Hartmann
Vorsteher bis 1821 derselbe Hartmann 1821–1823 Kohl 1828–1831 Franz 1831–1836 Hartmann Friedrich 1836–1840 Herte 1840–1842 Hartmann 1842–1847 Weigand 1848–1855 Matre 1855–1869 Herteux
Bürgermeister 1869–1876 derselbe Herteux 1877–1888 Matre 1888–1890 August Philipp Herteux, 1890–1894 Geist 1894–1919 Max Matreux (Bayerische Zentrumspartei) 1919–1933 Georg Noll (SPD) 1933–1945 Ottmar Hepp 1945–1956 Josef Schattmann (CSU) 1956–1966 Otto Väthjunker 1966–1978 Leo Väthjunker 1978–1996 Gerd Kretz 1996–2008 Helmut Geist (SPD) 2008–2014 Andreas Frech 2014–2020 Klaus Bartel seit 2020 Christian LangDie ehemaligen Bürgermeister von Rechtenbach auf der Gemeindewebseite
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile bzw. Sitzverteilungen: +Partei/Liste20202014rechtenbach-spessart.de2008%SitzeSitze%Bürgerliste98,4312––Freie Wähler––543,6CSU––433,0SPD––323,5Wahlbeteiligung64,90 %73,7 %
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Katholische Kirche Mariä Heimsuchung Bau- und Bodendenkmäler
Katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung
Naturdenkmäler Kobertsquelle, renaturierte Wasserquelle mit kleinen Teichen auf dem Rothenberg.
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab am 30. Juni 2020 nach der amtlichen Statistik 25 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 434. Im verarbeitenden Gewerbe gab es nur Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 vier landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 35 ha, alles Dauergrünland.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021): Kindergärten: 42 Kindergartenplätze mit 24 Kindern.
Weblinks
Gemeinde Rechtenbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Main-Spessart Kategorie:Ersterwähnung 1522 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Main-Spessart