Das Ürbachwasser, auch Urbach oder Urbachwasser auf älteren Landkarten, ist ein etwa 19 Kilometer langer Fluss im Berner Oberland, der am südlichen Dorfrand von Innertkirchen von links in die Aare mündet. Der Fluss verläuft vollständig im Gemeindegebiet von Innertkirchen und fast ganz im Areal der geschützten Landschaft Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn-Gebiet, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.

Geographie Verlauf Der grösste Quellfluss des Ürbachwassers ist der Gummenbach, der sich aus verschiedenen Quellbächen sowie Gletscherabflüssen speist. Diese sammeln sich unterhalb des Gauligletschers und des Hubelgletschers im Gaulisee auf Der Gummenbach überwindet unterhalb des Sees eine Felsstufe von etwas über 200 Metern Höhe in nordöstlicher Richtung und wird dann Ürbachwasser genannt. Er mündet 2,5 Kilometer unter dem Gaulisee in den Mattenalpsee (). Das Wasser dieses Stausees wird von den Kraftwerken Oberhasli (KWO) für die Stromerzeugung verwendet und durch einen sechs Kilometer langen Stollen aus dem Ürbachtal gegen Osten in das Aaretal geleitet, wo es vom Wasserschloss Handeckfluh zu den Maschinenhäusern in Innertkirchen hinunterfällt.

Der Mattenalpsee wird von rund einem Dutzend Wildbächen gespiesen, die von den hohen Bergflanken im Westen und im Osten herunterfliessen. Einer der Bergbäche passiert die Gaulihütte des SAC. Die Hochgebirgslandschaft am Gaulisee und auch die zweite Flusslandschaft «Sandey» im unteren Talabschnitt sind als Auengebiete von nationaler Bedeutung geschützt.Objektblatt «Sandey» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung. Das Naturschutzgebiet Gauligletscher umfasst das drittgrösste geschützte Gletschervorfeld in der Schweiz.Objektblatt «Gauligletscher» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.

Der natürliche Abfluss aus dem Mattenalpsee fliesst als nicht für den Kraftwerkbetrieb genutztes Restwasser zunächst weiter in das Tal hinunter. In nordwestlicher Richtung überwindet der Wildbach auf einer Strecke von 2,5 Kilometern den Höhenunterschied von 800 Metern. Auf fliesst ihm von links der Tobegger, der unter dem Ränfengletscher beginnt, und kurz darauf der Wyssenbach auf zu.

Im flacheren unteren Teil des Urbachtals, dessen Boden landwirtschaftlich genutzt wird, fliesst der Bach gegen Norden, wobei er von den Bergen zahlreiche weitere Bäche aufnimmt. Auf erreicht das Ürbachwasser die Ürbachsallmend, eine weite, offene Ebene, und fliesst dann weiter in nordöstlicher Richtung zum engen Talausgang, wo er in einer Schlucht 150 Meter in die Tiefe zum Talboden an der Aare hinunterstürzt.

Vor dem Talausgang wird bei Pfengli ein Teil des Wassers gefasst und dem KWO-Kraftwerk Innertkirchen 3 zugeleitet. Bei Innertkirchen erreicht das Ürbachwasser durch eine gestreckten Kanal, der zum Schutz vor Hochwasser mit Seitendämmen ausgestattet ist, die Aare.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet des Ürbachwassers hat eine Grösse von beinahe 70 km². Der höchste Punkt im Tal erreicht eine Höhe von

Das Gebiet ist nur wenig besiedelt. Auf einer Geländeterrasse am Talausgang liegt der Weiler Understock; im flachen Talboden befinden sich das Ürbachvorsess und das Mürvorsess; weiter im Tal oben liegen an den steilen Berghängen mehrere kleine Alpgebiete.

Das Einzugsgebiet des Ürbachwassers stösst im Süden an das Hochtal mit dem Unteraargletscher, dem Quellgebiet der Aare im Westen an das Einzugsgebiet der Schwarzen Lütschine im Norden an jenes des Rychenbachs und im Nordosten und Osten an das Haslital mit der Aare und einigen ihrer kleinen Zuflüsse.

Zuflüsse Chammlibach (links) Fruttbächli (rechts) Inders Bockbächli (rechts) Üssers Bockbächli (rechts) Träjenbach (links) Mattengraben (rechts) Chielouwenen (rechts) Hundlouwigraben (rechts) Beesen Graben (rechts) Gallouwigraben (rechts) Inder Schwarzenbach (links) Üsser Schwarzenbach (links) Üsser Schwarzengraben (links) Tobeger(graben) (links) Hundlouwi (rechts) Wyssenbach (links) Obri Schmallouwi (rechts) Enzenbach (links) Undri Schmallouwi (rechts) Geissbalmer(graben) (links) Zwischbächli (links) Girmschlibach (links) Schneealpbach (rechts) Girmschligraben (links) Garsplattibach (links) Inderi Hopflouwi (rechts) Steinbach (links) Schwarzenollenbach 3 (links) Schwarzenollenbach 1 (links) Stossbächli (links) Lindibächli (links) Teiflouwi (links) Schellibach (links) Urbachquellen (rechts) Ürbachwasser (links)

Brücken mini|Fussgängersteg nahe der Mündung in die Aare(im Hintergrund sind die Pylone einer Aare-Hängebrücke ersichtlich)

Neben zwei Strassenbrücken bei Pfengli und Underürbach wird das Ürbachwasser im wenig besiedelten Gebiet nur noch von sechs kleineren Stegen überquert.

Weblinks

[ Verlauf des Ürbachwassers] auf dem Geoportal des Kantons Bern

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Innertkirchen)