Die Weisse Lütschine ist der etwas über 8 Kilometer lange Abfluss des Unteren Grindelwaldgletschers im Berner Oberland. Sie mündet in Grindelwald von links in die Schwarze Lütschine.

Name Der Name Lütschine stammt vom keltischen Namen leucos, leuca, was «weiss» oder «hell, glänzend» bedeutet. Damit ist der Name «Weisse Lütschine», den verwirrenderweise zwei Flüsse im System der Lütschinen tragen, wortgeschichtlich betrachtet ein Pleonasmus.

Geographie Verlauf mini|links|Unterer Grindelwaldgletscher mit dem See direkt an der von Schutt zugedeckten Gletscherzunge im Jahr 2009 Die Weisse Lütschine entspringt als Abfluss des Unteren Grindelwaldgletschers. Aufgrund des starken Schwunds dieses Gletschers, der sich wohl in absehbarer Zeit auflösen wird, wird sich die Quelle der Weissen Lütschine in Zukunft weiter in die Höhe bewegen. Seit 2013 ist die Gletscherzunge vom Ischmeer getrennt und somit zu Toteis geworden. Der vom Ischmeer zum Toteis führende Bach, der gemäss Landeskarte 2021 auf rund beginnt, wird dort als Weisse Lütschine bezeichnet.Gewässerlaufnummer CH0034210000 im swissTLM3D Gewässernetz, abgerufen auf Geoserver am 25. Mai 2021. Damit liegt die Quelle heute rund 400 Meter höher als noch vor 2013.

Durch den Rückzug des Gletschers kam es im Oktober 2006 zu einem Bergsturz, der das Abfliessen des Wassers unterhalb der Gletscherzunge verhinderte und einen See bildete. Der im Toteis liegende See lief gelegentlich aus, 2008 kam es zu einem Ausbruch von 800'000 Kubikmetern Wasser. Mit einem Volumen von 2,6 Millionen Kubikmeter stellten die Wassermassen des Sees eine Bedrohung dar. Um ein plötzliches Auslaufen zu verhindern, das zu Schäden im Tal der Schwarzen Lütschine und im Bödeli hätte führen können, wurde ein Abflussstollen gebaut: 2,13 Kilometer lang, 3,2 Meter breit, 4,4 Meter hoch, fast 15 Millionen Franken teuer und befahrbar. Nach dem Durchbruch im Frühjahr 2010 entwässerte der Stollen während rund zwei Jahren den See, bis sich ein natürlicher Ablauf bildete. Der See – respektive teilweise sind es mehrere Seen – liegt jetzt auf einer Höhe von rund Neue Gesteinsabbrüche werden früher oder später zu neuen Stauungen des Abflusses führen.Entwässerungsstollen für den Gletschersee auf dem Unteren Grindelwaldgletscher Die riesigen Felsbrocken des Felssturzes von 2006 verminderten auf der anderen Seite den Durchgang von grossen darüber liegenden Geschiebemassen durch die Schlucht.Als eine riesige Flutwelle das Gletscherdorf bedrohte, 11. April 2020

Der Bach durchfliesst die Gletscherschlucht ( bis ) zwischen Eiger (Ostegg) und Mättenberg und kommt am Ausgang an einem Marmorbruch vorbei. Danach fliesst der Bach noch knapp einen Kilometer durch das Tal bei Grindelwald und vereinigt sich mit der etwa gleich viel Wasser führenden Schwarzen Lütschine auf einer Höhe von

Hydrologischer Hauptstrang Direkter Vergleich der Schwarzen und der Weissen Lütschine am Zusammenfluss:

Name Länge [in km] EZG [in km²] MQ [in m³/s] Schwarze Lütschine 8,4 52,1 2,79 Weisse Lütschine 8,3 45,1 3,34

Der längere Schwarze Lütschine hat auch das grössere Einzugssystem. Die Weisse Lütschine ist jedoch wasserreicher und somit ein Teil des hydrologischen Hauptstrangs des Flusssystems Schwarze Lütschine.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet des Flusses hat eine Grösse etwa 45 km², wobei der höchste Punkt im Einzugsgebiet, der Mönch, eine Höhe von erreicht. Weitere bekannte Berge im Einzugsgebiet sind Eiger, Agassizhorn, Lauteraarhorn sowie das Schreckhorn.

Hydrologie Bei der Mündung der Weissen Lütschine in die Schwarzen Lütschine beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 3,34 m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist a-glaciaireMartin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung. 50. Jg., Nr. 3, Juni 2006, S. 116–123, hier S. 119 (PDF; 3,2 MB). und ihre AbflussvariabilitätDie Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert. beträgt 13.

Bilder

Weblinks

gletschersee.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Grindelwald)