mini|Ordensverleihung 2017 (von links) Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Dietmar Schulz, Inge Wettig-Danielmeier und Klaus Wettig Dietmar Schulz (* 8. Mai 1942 in Zwickau) ist ein deutscher Jurist. Er war als Verwaltungsbeamter tätig, zuletzt als Staatssekretär der Niedersächsischen Landesregierung.
Ausbildung Schulz verbrachte seine Kindheit in Schönheide im Erzgebirge.Eberhard Mädler: Weihnachtsüberraschung 1563: Einwohner werden verscherbelt, Freie Presse, 23. Dezember 2013. Er ging dort, im Rheinland und in Oldenburg (Oldb) zur Schule. Nach der „Mittleren Reife“ an der Mittelschule Auf dem Ehnern im Jahr 1959 besuchte er die Graf-Anton-Günther-Schule und legte dort das Abitur 1962 ab.Zum Abitur an der Graf-Anton-Günther-Schule, Nordwest-Zeitung vom 8. Februar 1962.S. auch Bericht in der Nordwest-Zeitung am 8. Februar 1962 Er studierte Rechtswissenschaften in Berlin, Bonn und Göttingen., Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Schulz wurde im Jahr 1965 Mitglied der SPD und war von 1968 bis 1970 in Göttingen Vorsitzender der Jungsozialisten.Fraktionen fühlen sich vom Stadtwerke-Vorstand brüskiert: Kritik an der Ankündigung zu erwartender Strompreiserhöhungen / SPD stellte ihren neuen Fraktionsassistenten vor, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14. August 1971.
Beruf Im August 1971 erhielt Schulz die neugeschaffene Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten der SPD-Ratsfraktion in Hannover. Die Fraktionsassistenten waren als Beamte der Stadtverwaltung für ihre besondere Aufgabe beurlaubt, so dass sie der Weisungsbefugnis der Stadt nicht unterstanden.Fraktionsassistenten sollen die Ratsarbeit erleichtern, Neue Hannoversche Presse, 14./15. August 1971. Diese Tätigkeit übte er bis zum Jahr 1974 aus, danach arbeitete er als Jurist in der Bauverwaltung Hannover. 1975 wechselte er in das Niedersächsische Wissenschaftsministerium. Im Jahr 1987 wurde er zum Ministerialrat ernanntRundblick, Drei-Quellen-Verlag GmbH, Hannover, Nr. 22. August 1987, unpag. (S. 4). und wurde Parlamentarischer Referent in der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag.Rundblick, Hannover, Nr. 147 vom 6. August 1987, unpag. (S. 2).
Nach der Landtagswahl in Niedersachsen 1990 wurde Schulz im Juni 1990 von Ministerpräsident Gerhard Schröder, der ihn seit Göttinger Studententagen kannte,Béla Anda, Rolf Kleine: Gerhard Schröder: eine Biographie. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 978-3-548-33231-4, S. 128. in die Niedersächsische Staatskanzlei berufen,Rundblick, Hannover, Nr. 119 vom 23. Juni 1990, unpag. (S. 2) und Nr. 120 vom 26. Juni 1990, unpag. (S. 1). zum Ministerialdirigenten ernannt und mit der Leitung der Abteilung „Ressortkoordinierung, Richtlinien der Politik“ betraut.Rundblick, Hannover, Nr. 121 vom 27. Juni 1990, unpag. (S. 2),Niedersächsischer Landtag, Drucksache 12/492, S. 2 (Link zum Digitalisat bei Landtag-Niedersachsen.de)
Staatssekretär im Umweltministerium Im Zuge der Kabinettsumbildung nach der Landtagswahl in Niedersachsen 1994 schickte Schröder Schulz als Staatssekretär in das von Monika Griefahn geleitete Niedersächsische Umweltministerium.Hans Brinkmann: „Wie eine Aktivistin, die gerade ein Schiff erobert“. Monika Griefahn. Umweltministerin von 1990 bis 1998, in: Jutta Kremer-Heye, Inka Burow, Niklas Grebe (Red.): 25 Jahre Mensch, Umwelt, Zukunft., Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, Hannover, 15. Juli 2011, S. 18–27, hier S. 21. Nach der Landtagswahl in Niedersachsen 1998 wurde Wolfgang Jüttner Nachfolger von Monika Griefahn als Umweltminister im Kabinett Schröder III, Dietmar Schulz jedoch behielt sein Amt als Staatssekretär. Nach der Wahl Gerhard Schröders zum Bundeskanzler im Herbst 1998 wurde Gerhard Glogowski Niedersächsischer Ministerpräsident. Ihm folgte nach nur gut einem Jahr Sigmar Gabriel. Beide behielten Minister und Staatssekretär im Umweltministerium in ihren Ämtern. Dietmar Schulz ist der Staatssekretär mit der längsten Amtszeit im Umweltministerium.
Schulz war in seiner Amtszeit unter anderem mit Fragen der Transportsicherheit und der Entsorgung von Atom-Jürgen Voges: Billigen Entsorgungskonsens verhandeln, Taz, 13. November 1995. und SondermüllAuf Du und Du mit dem Müll: Münchehagen dicht, Taz, 14. Dezember 1999. befasst, seine Tätigkeit war auch Gegenstand parlamentarischer Anfragen im Landtag.Protokoll der Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 11. Juli 1997; Frage 3: Neuorganisation des StAWA Stade, S. 8875.Landtagsdrucksache 14/70: Verhalten Minister Jüttners bei der Aufklärung der Kontaminationsbefunde in Stade und Grohnde, 26. Juni 1998.Landtagsdrucksache 14/646: Der Staatssekretär und der Maushund, 30. März 1999.Jürgen Voges: Landesumweltminister werden immer kleinlauter, Taz vom 13. Juni 1998.Landtagsdrucksache 14/1475, Anlage 20: Entzieht sich die Landesregierung Schritt für Schritt der Verantwortung für die gemeinsame Entwicklung des Harzes in Ost und West?, 31. März 2000, S. 4621 f.
Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Zum 1. Januar 2001 wurde Dietmar Schulz von der Landesregierung in das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium zu Minister Uwe Bartels entsandt,Kabinettsumbildung: Gabriel baut weiter um, Tagesspiegel-Online vom 14. November 2000. als in Niedersachsen der erste Fall der Rinderseuche BSE auftrat.Niedersachsen: Erster BSE-Fall, Der Spiegel, 28. Dezember 2000.Niedersachsen: Weiteres Zwischenergebnis zum BSE-Verdacht, Animalhealth-Online vom 27. Dezember 2000. Neben BSEBSE ist nicht vom Tisch, Tagesspiegel, 14. November 2001. und der Maul- und KlauenseucheMKS-Verdacht bei Vechta: Erster Seuchenverdacht in Niedersachsen, Taz, 12. März 2001 hatte Schulz mit einer Reihe von Lebensmittel- und Futtermittelskandalen zu tun. So hatte im Fall einer Verbreitung von mit Nitrofen verseuchten Futtermitteln der Herstellerbetrieb seinen Sitz in Niedersachsen.Nicole Janz: Nitrofen im Öko-Weizen: Firma soll vergiftetes Getreide wissentlich verkauft haben, Spiegel Online vom 28. Mai 2002. Schulz forderte ein wirksames Verbraucherinformationsgesetz des Bundes, damit die Namen von Herstellern, die belastete Lebensmittel verkauften, veröffentlicht werden können.
Mit dem Regierungswechsel nach der Landtagswahl in Niedersachsen 2003 wurde er am 3. März 2003 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er ist seit 2001 Mitglied der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen und war mehrere Jahre im Vorstand der Gesellschaft.
Familie Dietmar Schulz ist mit einer Hannoveranerin verheiratet und hat drei Kinder.
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