mini|300px|Eußenheim (von Westen)
Eußenheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart in Bayern. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geographie Geographische Lage Der Ort Eußenheim liegt an der Wern, in der Region Würzburg, Landkreis Main-Spessart, im „Fränkischen Weinland“.
Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Aschfeld (Pfarrdorf) Bühler (Pfarrdorf) Eußenheim (Pfarrdorf) Hundsbach (Pfarrdorf) Münster (Kirchdorf) Obersfeld (Kirchdorf) Schönarts (Weiler)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aschfeld, Bühler, Eußenheim, Hundsbach, Münster und Obersfeld.
Name Etymologie Der Ortsname besteht aus dem Personennamen Uzzo und dem althochdeutschen Wort heim.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 802 Izzentheim 823 Iuzenheim 1144 Vezenheim 1156 Uzinesheim 1169 Uzenheim 1303 Vzzenheim 1452 Eußenheim 1461 Ussenheim 1503 Eußenheim
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Im 3. und 4. Jahrhundert bewohnten die germanischen Stämme der Alemannen und Thüringer das Gebiet um das heutige Eußenheim. Sie wurden schließlich von den Franken besiegt, die später aus dem Rhein- und Moselraum kommend in die mittleren Mainlande vorrückten. Dabei nahmen sie auch das Tal des Flusses Wern ein. Im Jahre 531 hatten die Franken das Reich der Thüringer und damit auch dieses Gebiet in ihr Staatswesen eingegliedert. Danach setzte die erste fränkische Siedlungswelle ein. Die Franken zogen in geschlossenen Verbänden ins Land, die Führer an der Spitze. Der Name ihrer 531–550 an den Flüssen und Bächen angelegten Siedlungen setzt sich aus den Personennamen dieser Anführers und der Endung „heim“ zusammen. So entstand auch der Name „Uzzo-Heim“ (Eußenheim), das im 6. Jahrhundert zum ersten Mal besiedelt und urkundlich erwähnt wurde.
Vom 12. bis 16. Jahrhundert lebte hier das Adelsgeschlecht derer von Heußlein. Die hoch über dem Dorf gelegene Pfarrkirche St. Marcellinus und St. Petrus wurde 1619 erbaut. Der ehemalige Keller des Domkapitels Würzburg des Hochstifts Würzburg wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.siehe auch Burgruine Schönarts
Religionen Auf dem Gebiet der Gemeinde Eußenheim gibt es nur katholische Gotteshäuser. Bis auf die Kirche St. Ottilie in Schönarts, die Filiale der Pfarrei Stetten ist, gehören alle Kirchengemeinden zur Pfarreiengemeinschaft Bachgrund im Dekanat Karlstadt des Bistums Würzburg. Dies sind die Pfarreien St. Bonifatius Aschfeld, St. Nikolaus Bühler mit Filiale St. Martin in Münster, St. Marcellinus und Petrus Eußenheim und St. Andreas Hundsbach mit Filiale St. Peter und Paul in Obersfeld.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Aschfeld, Bühler, Hundsbach, Münster und Obersfeld nach Eußenheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2020 sank die Einwohnerzahl von 3203 auf 3130 um 73 Einwohner bzw. um 2,28 %. 1961: 3267 Einwohner 1970: 3400 Einwohner 1987: 3191 Einwohner 1991: 3360 Einwohner 1995: 3407 Einwohner 2000: 3374 Einwohner 2005: 3407 Einwohner 2010: 3249 Einwohner 2015: 3194 Einwohner 2020: 3130 Einwohner
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: Partei/Liste%SitzeCSU54,269Freie Wähler45,747
Bürgermeister Seit dem 1. Mai 2020 ist Achim Höfling (Freie Wähler) Bürgermeister. Er wurde am 15. März 2020 mit 51,8 % der Stimmen gewählt. Seine Vorgänger waren: Dieter Schneider (CSU) vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Herbert Schneider (CSU) bis 30. April 2008.
Wappen
Sehenswürdigkeiten mini|320px|Presbyterium und Seitenaltäre der Eußenheimer Pfarrkirche Pfarrkirche St. Marcellinus und St. Petrus Kirchenburg St. Bonifatius in Aschfeld, um 1500 erbaut (Bild) Bildstockwanderweg (Bild) die nahe gelegene Burg Homburg, eine der größten Burgruinen Deutschlands Naturdenkmal Kühles Loch in Münster, eine der ergiebigsten Quellen Unterfrankens das Naturschutzgebiet Grainberg-Kalbenstein und Saupurzel Kapelle St. Veit
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft mini|Weinberg Eußenheimer First Nach dem Niedergang des Weinbaues im 19. Jahrhundert kam es nach der Flurbereinigung 1972 wieder zu einem Aufschwung (Weinlage Eußenheimer First).
Es gab 2023 nach der amtlichen Statistik insgesamt 231 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1376. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 52 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3204 ha, davon waren 2936 ha Ackerfläche und 227 ha Dauergrünfläche.
Verkehr mini|Bahnstromschaltwerk Schönarts Im Ortsteil Schönarts befindet sich ein Schaltwerk der Deutschen Bahn AG, über das die einkreisige 110-kV-Bahnstromleitung nach Waigolshausen an die zweikreisige Bahnstromleitung Würzburg–Gemünden angekoppelt wird. Obwohl diese Anlage direkt an der elektrifizierten Werntalbahn liegt, erfolgt keine Einspeisung in die Oberleitung, weshalb diese Anlage kein Unterwerk ist.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2024): drei Kindertageseinrichtungen mit zusammen 161 Plätzen und 136 Kindern Grundschule und Mittelschule mit zusammen 14 hauptamtlichen Lehrkräften und 182 Schüler (Schuljahr 2023/2024) (5 Lehrkräfte, 110 Schüler) (7 Lehrkräfte, 62 Schüler)
Persönlichkeiten Armin Schmitt (* 1934 in Eußenheim; † 2006 in Würzburg), römisch-katholischer Theologe und Hochschullehrer
Weblinks
Gemeinde Eußenheim
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1818