Music to Be Murdered By ist das elfte Soloalbum des US-amerikanischen Rappers Eminem. Es erschien unangekündigt am 17. Januar 2020 zum Download und Streaming über die Labels Shady Records, Aftermath Entertainment sowie Interscope Records. Am 28. Januar 2020 wurde es auch als CD und LP veröffentlicht.

Hintergrund Music to Be Murdered By erschien, wie schon das Vorgängeralbum Kamikaze, ohne Vorankündigung. Der Titel ist eine Hommage an den Regisseur Alfred Hitchcock, der 1958 ein Album unter demselben Namen veröffentlichte. Hitchcock wird auch mehrfach auf dem Album zitiert.

Zeitgleich veröffentlichte Eminem das Albumcover in den sozialen Netzwerken sowie ein Musikvideo zum Song Darkness, an dessen Ende die Zuschauer aufgefordert werden, für schärfere Waffengesetze in den Vereinigten Staaten einzutreten.

Inhalt Eminem kehrt auf dem Album abermals zum Horrorcore-Stil zurück, den er schon vermehrt auf den Alben The Slim Shady LP und Relapse nutzte. Dafür schlüpft er in die Rolle seines Alter Egos Slim Shady und rappt unter anderem über Morde und weitere Gewalttaten.

Im ersten Song Premonition (Intro) blickt Eminem auf seine letzten beiden Studioalben Revival und Kamikaze zurück, die teilweise von Fans und der Musikpresse kritisiert wurden. Er zieht den Bogen zum Beginn seiner Karriere, als er unumstritten war und meint, er sei auch heute noch besser als die anderen. Letztendlich richtet Eminem sich an seine Kritiker und meint, das neue Album sei “music for you to be murdered by.” Auf Unaccommodating teilt Eminem, wie schon auf Kamikaze, gegen die heutige Rapszene aus, deren Musik er nicht mehr auf dem Niveau von früher sieht. Dabei nutzt er Wortspiele und Metaphern und vergleicht sich auf ironische Weise mit Diktatoren und Terroristen. Eine Zeile, die auf den Terroranschlag in Manchester am 22. Mai 2017 bei einem Konzert von Ariana Grande anspielt, löste in den Medien große Kritik aus. In You Gon’ Learn rappen Royce da 5′9″ und Eminem über ihren steinigen Lebensweg, von der Armut bis zum Rapstar, und die damit verbundenen Hürden, Rückschläge und Prüfungen, die sie immer stärker machten.

Those Kinda Nights beschreibt eine typische Partynacht zu Beginn von Eminems Karriere. Dabei befindet er sich mit seiner Rapgruppe D12 in einem Club, konsumiert Drogen und flirtet mit verschiedenen Frauen, bevor es schließlich zum Sex kommt. Auf In Too Deep rappt und singt Eminem aus der Sicht des lyrischen Ichs über eine komplizierte Dreiecksbeziehung, bei der seine Affäre einen Ehemann hat und sich beide nur heimlich treffen können und eifersüchtig aufeinander sind. Er selbst hat auch eine Freundin, wodurch sie beide in einer anderen Welt leben würden und nie gegenseitig die Nummer eins sein könnten, doch sei er verliebt und immer bereit, sich heimlich mit seiner Affäre zu treffen. Im Lied Godzilla vergleichen sich Eminem und Juice Wrld aufgrund ihres Raptalents mit dem fiktiven Monster Godzilla. Juice Wrld übernimmt den Refrain, während Eminem die drei Strophen rappt, wobei er zahlreiche Wortspiele, Vergleiche und Metaphern benutzt. Besonders schnell rappt Eminem in der letzten Strophe, wo er 10,65 Silben pro Sekunde bzw. 224 Wörter in 30 Sekunden rappt und somit seinen persönlichen Bestwert von Majesty und Rap God überbietet.

Bei Darkness rappt Eminem zunächst vermeintlich aus seiner Perspektive und beschreibt die Nervosität vor einem Konzert und vermischt diese mit seinem Leben bzw. seiner Karriere als Rapper. Die Angst vor einem leeren Konzert verbreitet sich bei ihm. In der dritten Strophe wird klar, dass Eminem aus der Perspektive des Massenmörders Stephen Paddock, der für den Massenmord in Las Vegas am 1. Oktober 2017 verantwortlich war, erzählt und nicht aus seiner eigenen. Dieser schlägt das Fenster seines Hotelzimmers ein und schießt auf die Menschenmenge eines Konzerts. Er sagt, dass ein Motiv nie ausfindig gemacht werden kann und erschießt sich anschließend. Am Ende des Songs werden verschiedene Medienberichte über Amokläufe eingespielt. Zu Beginn von Leaving Heaven reflektiert Eminem seinen heutigen Erfolg und Status, um kurz darauf über seine harte Kindheit zu rappen, in der er in Armut lebte und von anderen Kindern gemobbt und bestohlen wurde. Zudem richtet er sich an seinen am 26. Juni 2019 verstorbenen Vater und erneuert seine Vorwürfe, dass dieser nie für ihn da war und er deshalb schon vorher für ihn gestorben sei.

Der Song Yah Yah ist ein Posse Cut, bei dem Eminem zusammen mit Royce da 5′9″, Black Thought, Q-Tip und Denaun sein lyrisches Können zeigt. Dabei huldigt er verschiedenen Hip-Hop-Veteranen, die ihn inspiriert haben, darunter LL Cool J, Big L, Del tha Funkee Homosapien, K-Solo, Kool G Rap, Ol’ Dirty Bastard, Kool Moe Dee, Run-D.M.C., EPMD, The D.O.C., Ice-T, King Tee, Schoolly D, Public Enemy, Boogie Down Productions, Eric B. & Rakim, The Notorious B.I.G., N.W.A und Dr. Dre. Dagegen stellt Stepdad eine Abrechnung mit Eminems Stiefvater dar, der seine Mutter und ihn in seiner Kindheit tätlich angegriffen habe. Im Lied beschreibt Eminem Rachefantasien, die schließlich in der Ermordung seines Stiefvaters gipfeln. Auf Marsh bezeichnet der Rapper sich als Außerirdischen und rappt abermals schnell, mit zahlreichen Wortspielen, Vergleichen und Metaphern, um diese Behauptung zu untermalen. Das Lied Never Love Again beschreibt unter dem Deckmantel eines Trennungssongs Eminems frühere Drogenabhängigkeit. Er schwört, nie wieder rückfällig zu werden und spült die Drogen am Ende in der Toilette herunter.

Little Engine ist ein typischer Horrorcore-Song, in dem Eminem aus der Perspektive des lyrischen Ichs diverse Gewalttaten beschreibt, die er unter Drogeneinfluss begeht. Dabei werden verschiedene Mörder, wie O. J. Simpson, Charles Manson, Susan Atkins und Albert Henry DeSalvo, erwähnt. Auch auf Lock It Up rappt Eminem teilweise über Gewalt. Der Song Farewell ist ein Trennungslied, das von enttäuschter Liebe, innerer Zerrissenheit und Eifersucht handelt, was letztendlich wieder in Gewaltfantasien gegenüber dem Partner ausartet. In No Regrets greift Eminem seine turbulente Vergangenheit, sowohl hinsichtlich der Rapkarriere als auch privat, auf. Jedoch bereue er nichts und würde alles nochmal genauso machen. Zudem attackiert er die Leute, die den „alten“ Eminem zurückwollen. Der letzte Song I Will ist ein weiterer Posse Cut mit den ehemaligen Slaughterhouse-Mitgliedern KXNG Crooked, Royce da 5′9″ und Joell Ortiz. Er ist an den Oldschool-Hip-Hop angelehnt und handelt erneut von Gewalt, die die Rapper auf Wunsch des Teufels, der als Stimme in ihrem Kopf auftritt, begehen.

Produktion und Samples Dr. Dre und Eminem fungierten bei Music to Be Murdered By als Ausführende Produzenten. Eminem war dabei an der Produktion von 14 der 20 Titel beteiligt: Premonition (Intro) (zusammen mit Dawaun Parker, Dr. Dre, Luis Resto und Mark Batson), Unaccommodating (mit Tim Suby), You Gon’ Learn (mit Luis Resto und Royce da 5′9″), Those Kinda Nights (mit Fred und D.A. Got That Dope), In Too Deep (mit Tim Suby), Godzilla (mit D.A. Got That Dope), Darkness (mit Luis Resto und Royce da 5′9″), Leaving Heaven (mit Skylar Grey), Stepdad (mit Luis Resto und The Alchemist), Marsh (mit Luis Resto), Never Love Again (mit Dawaun Parker, Dem Jointz, Dr. Dre und Trevor Lawrence Jr.), Farewell (mit Ricky Racks), No Regrets (mit D.A. Got That Dope) und I Will (mit Luis Resto). Zudem stammt die Musik zu Yah Yah von Mr. Porter. Das Lied Little Engine wurde von Dawaun Parker, Dr. Dre, Erik Griggs sowie Trevor Lawrence Jr. produziert, und ebendiese produzierten zusammen mit Dem Jointz den Song Lock It Up. Die Skits Alfred (Interlude) und Alfred (Outro) wurden jeweils von Andre Brissett, Dawaun Parker und Dr. Dre produziert, während Letzterer den Skit Stepdad (Intro) allein produzierte.

Neun Stücke des Albums enthalten Samples von Titeln anderer Künstler. So beinhaltet Darkness eine Interpolation aus The Sound of Silence von Simon & Garfunkel, während bei Farewell der Track No Games von Serani gesampelt wird. Stepdad enthält Auszüge des Liedes Amame Peteribi der argentinischen Rockband Pescado Rabioso, und der Song You Gon’ Learn sampelt das Stück With You I’m Born Again von Billy Preston und Syreeta. Yah Yah enthält Elemente der Titel Woo Hah!! Got You All in Check von Busta Rhymes sowie They Want EFX von Das EFX, während Little Engine den Song Do Not Stand a Ghost of a Chance With You von Alfred Hitchcock sampelt. Zudem enthalten Premonition (Intro) und Alfred (Interlude) Samples aus Music to be Murdered By von Alfred Hitchcock, wobei dieser auch in Alfred (Outro) mit dem Stück The Hour of Parting gesampelt wird.

Covergestaltung

Das Albumcover zeigt ein Foto von Eminem im schwarzen Anzug, mit schwarzer Krawatte und schwarzem Hut. Er sieht den Betrachter mit ernstem Blick an und hält eine Schaufel in der Hand. Unter dem Foto befinden sich der Titel Music to Be Murdered By in Weiß bzw. Orange sowie die schwarzen Schriftzüge Stereo – The Finest in Hip Hop Since 1997 und Slim Shady. – Im Jahr 1997 schlüpfte Eminem erstmals in die Rolle seines Alter Egos Slim Shady und veröffentlichte die Slim Shady EP. Im rechten Teil des Covers ist eine rote Wand zu sehen, an der Blut herunterläuft. Dieses Cover wurde für die digitale Version des Albums verwendet.

Auf dem Cover der CD- und Schallplatten-Version des Albums ist Eminem nur im Anzug, ohne Gegenstand zu sehen. Er hat die Hände hinter dem Rücken versteckt.

In Eminems Internetshop wurde das Album mit einem Spezialcover verkauft, das direkt auf das Cover von Alfred Hitchcocks Music to Be Murdered By anspielt. Hierbei hält sich der Rapper auf dem Foto eine Axt und einen Revolver an den Kopf.

Gastbeiträge Auf 13 Titeln des Albums treten neben Eminem weitere Künstler in Erscheinung. So hat der Rapper Royce da 5′9″ Gastauftritte in den Songs You Gon’ Learn, Yah Yah und I Will, wobei auf letzterem auch die beiden anderen ehemaligen Slaughterhouse-Mitglieder KXNG Crooked und Joell Ortiz zu hören sind. Der Refrain des Lieds Those Kinda Nights wird von dem britischen Sänger Ed Sheeran gesungen, während der 2019 verstorbene Rapper Juice Wrld die Hook des Tracks Godzilla beisteuert. Weitere gesungene Refrains des Albums stammen von White Gold (You Gon’ Learn), Don Toliver (No Regrets), Skylar Grey (Leaving Heaven) und Anderson Paak (Lock It Up). Auf Unaccommodating arbeitet Eminem mit der Rapperin Young M.A zusammen, und auf Yah Yah wird er von den Rappern Black Thought, Q-Tip und Denaun unterstützt. Die Sängerin Nikki Grier ist auf Premonition (Intro) zu hören, während der Hintergrundgesang auf In Too Deep von Sly Pyper stammt. Zudem ist Alfred Hitchcock auf Alfred (Interlude) und Alfred (Outro) vertreten.

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