Munisípiu Baukau (tetum)Município de Baucau (port.) 130px|zentriert|Wappen der Gemeinde Baucau150px|zentriert|rand|Flagge der Gemeinde Baucau 320px|zentriert|Strand von Osolata, nahe BaucauDaten Hauptstadt Baucau Fläche 1.504,17 km²Direcção-Geral de Estatística: Einwohnerzahl (2022) 134.878Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022. Zahl der Haushalte (2022) 24.852 ISO 3166-2: TL-BA Verwaltungsämter Einwohner Fläche Baguia 11.718212,18 km² Baucau 54.9643699,62 km² Laga 19.781194,07 km² Matebian4.92147,73 km² Quelicai7.81298,20 km² Quelicai Antigo5.7116,23 km² Vemasse11.206358,47 km² Venilale 18.765155,70 km² Karten320px|Übersichtskarte Baucau.320px|Verwaltungsgliederung von Baucau

Baucau () ist eine Gemeinde von Osttimor an der Nordküste des Landes. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Baucau.

Name Der Name „Baucau“ leitet sich aus dem Wort „Akau“ in der lokalen Sprache Waimaha ab, was „Schwein“ bedeutet. Später wandelte der Name sich in „Macau“ und schließlich unter den Portugiesen in „Baucau“. Ein alternativer Name für die Gemeinde ist „Wailia-Wailewa“, was die „große Wasserquelle von Wai Lia“ bedeutet. Im Gebiet von Wai Lia (Suco Bahu) befindet sich eine große Quelle unterhalb großer Bäume.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020. Sie ist ein sowohl animistischer als auch christlicher heiliger Ort.A. McWilliam, L. Palmer und C. Shepherd: Lulik encounters and cultural frictions in East Timor: Past and present. In: The Australian Journal of Anthropology. Band 25, Nr. 3, S. 304–320, S. 315, doi:10.1111/taja.12101.

Geographie Lage und Gliederung mini|Grenzen von Baucau bis 2003 mini|Grenzen Baucaus von 2003 bis 2015

Die Gemeinde Baucau liegt im Nordosten des Landes an der Straße von Wetar, gegenüber der Insel Wetar. Im Westen grenzt er an die Gemeinde Manatuto, im Süden an die Gemeinde Viqueque und im Osten an die Gemeinde Lautém. Baucau unterteilt sich in die Verwaltungsämter Baguia, Baucau, Laga, Quelicai, Vemasse und Venilale (ehemals Vila Viçosa). Am 1. Januar 2024 wurden von Quelicai die neuen Verwaltungsämter Quelicai Antigo (Alt-Quelicai) und Matebian abgetrennt.Lusa: Timor-Leste vai ter três novos postos administrativos a partir de 2024, 15. März 2023, abgerufen am 15. März 2023.MINISTRU MAE HALA'O DIALOGU KOMUNITÁRIU KONABA PLANU ESTABELESIMENTU POSTU ADMINISTRATIVU MATEBIAN IHA SUKU LAISORULAI DESIMA. Munisípiu Baucau, 3. Dezember 2022, abgerufen am 24. Januar 2023.

Der größte Teil der Gemeinde liegt auf einer Meereshöhe zwischen 100 und . Nur direkt an der Küste fällt das Land schnell auf Meereshöhe. Zwischen den größeren Flüssen hebt sich das Land über zu den Massiven des Monte Mundo Perdido (Gemeinde Viqueque) im mittleren Westen und des Matebian im Südosten, der mit der dritthöchste Berg Osttimors ist. Im Westen der Gemeinde münden die Flüsse Laleia und Manuleiden in die Straße von Wetar. Östlich des Ortes Baucau sind es die Flüsse Seiçal, Borauai, Lequinamo, Binagua und weitere kleine Flüsse. Nur der Seiçal führt ganzjährig Wasser, da er aus Viqueque im Süden gespeist wird. Baucau hat auch eine breite Küstenlinie mit Sandstränden, die sich zum Schwimmen und für anderen Wassersport eignen. Im Verwaltungsamt Baucau finden sich mehrere Kalksteinhöhlen. Die Baninau-Doline hat einen Durchmesser von fast einen Kilometer.M. Freire, P. Pinto, M. Soares, S. Medeiros, A. S. P. S. Reboleira, A. Reis, M. Gomez: , Proceedings of the 17th International Congress of Speleplogy, 2017, abgerufen am 1. Januar 2020.

Baucau hat eine Fläche von 1504,17 km². Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 gab es mehrmals Änderungen im Grenzverlauf, vor allem zu Viqueque. (PDF; 2,7 MB) Bereits 2003 wurde die Grenze zu Viqueque deutlich verändert.

Entfernungen Entfernungen [km], abgerufen am 12. Februar 2022. Ort Baguia Baucau Laga Quelicai Vemasse Venilale Baguia 65,6 45,6 68,2 100,6 95,6 Baucau 65,6 20 36,6 35 30 Laga 45,6 20 22,6 55 50 Quelicai 68,2 36,6 22,6 71,6 66,6 Vemasse 100,6 35 55 71,6 65 Venilale 95,6 30 50 66,6 65

Die Stadt Baucau liegt von der Landeshauptstadt Dili 130 Kilometer entfernt.

Klima mini|Trockenzeit in Ossouala (Okt. 2020)

Von November bis Januar regnet es fast täglich, zwischen Mai und Juli etwa zweimal die Woche. Von August bis Oktober bleiben Niederschläge ganz aus. In der Regenzeit drohen Überschwemmungen und Erdrutsche, die immer wieder die Infrastruktur zerstören, so dass die Verbindung zwischen den Orten unterbrochen wird. In den niederen Regionen Baucaus kann die Temperatur bis zu 32 °C erreichen.

Einwohner mini|links|Entwicklung der Einwohnerzahl in Baucau mini|Kinder am Strand von Osolata mini|Christliches Kreuz auf einem Gipfel mini|In Uailaha

In der Gemeinde Baucau leben 134.878 Menschen (2022, 2011: 117.348, abgerufen am 5. Mai 2013.). Von den Einwohnern sind 68.117 Männer und 66.761 Frauen. Auf 102 Männern kommen 100 Frauen Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,3 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner Baucaus jährlich um 1,07 %. Allerdings wandern viele Einwohner in andere Landesteile aus, vor allem in die Landeshauptstadt Dili. Über 12.000 der Einwohner Dilis von 2004 wurden in Baucau geboren. Daher war in den ersten Jahren der Unabhängigkeit Osttimors die Einwohnerzahl Baucaus zeitweise sogar rückläufig. (PDF; 14 MB)

Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,5 Jahren. Im Verwaltungsamt Baucau hatte 2004 eine Frau durchschnittlich 6,62 Kinder, in Venilale 7,38, in Vemasse 7,61, in Quelicai 7,73, in Laga 8,05 und in Baguia 8,70 (Landesdurchschnitt 6,99). Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 1,07 %. Die Kindersterblichkeit lag 2002 im Verwaltungsamt Baucau bei 89 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 111), in Quelicai bei 108 (141), in Venilale bei 114 (135), in Baguia bei 122 (167), in Laga 136 (155) und in Vemasse bei 147 (139). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Vemasse ist damit eines von 14 Verwaltungsämtern, in denen sie, entgegen dem Landestrend, anstieg. Vemasse gehört mit Laga zusammen zu den acht Verwaltungsämtern mit der höchsten Kindersterblichkeit des Landes.

Im Osten und Zentrum Baucaus ist Makasae die am häufigsten gesprochene Sprache. 60,3 % der Bevölkerung Baucaus nannten es in der Volkszählung 2015 als ihre Muttersprache. Im Westen Baucaus sprechen die meisten Einwohner Waimaha (16,7 %). Im Verwaltungsamt Venilale spricht die Bevölkerungsmehrheit Midiki (7,0 %). 13,2 % in der Gemeinde sprechen Tetum als Muttersprache. Außerdem sprechen kleinere Gruppen Naueti (1,2 %), Galoli (0,5 %) und Kairui (0,4 %). Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 85,7 % Tetum, 43,7 % Bahasa Indonesia, 40,9 % Portugiesisch und 20,6 % Englisch.

2004 waren 98,3 % der Einwohner Katholiken, 0,6 % Protestanten, 0,3 % Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors und 0,2 % Muslime. (PDF; 15,0 MB) 2015 wurden in der Volkszählung 98,3 % Katholiken, 1,4 % Protestanten, 0,2 % Muslime und nur noch 36 Animisten registriert. In der Stadt Baucau gibt es eine Moschee und zudem in der Gemeinde einige protestantische Kirchen. Die wenigen chinesischen Familien verfügen zumeist über einen eigenen Hausaltar.

Die meisten Schulen in der Gemeinde werden von der katholischen Kirche betrieben. Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 39,7 % eine Schule. 27,7 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 31,4 %, was 2,5 % über dem Landesdurchschnitt liegt. 6,2 % der Einwohner Baucaus haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben ein Viertel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können nur 4,9 % vorweisen; auch hier sind die Zahlen schlechter als im Landesdurchschnitt. Die Analphabetenrate betrug 2015 14,2 % (Frauen: 14,1 %; Männer: 14,3 %). 2004 lag sie noch bei 52,9 %.

Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom/Fach-hochschule Universität Kein Abschluss Frauen 38,4 % 26,3 % 34,2 % 5,9 % 27,1 % 12,3 % 14,0 % 0,8 % 3,4 % 0,7 % Männer 41,1 % 29,2 % 28,7 % 6,5 % 31,9 % 11,6 % 13,6 % 1,0 % 4,6 % 0,5 % gesamt 39,7 % 27,7 % 31,4 % 6,2 % 29,5 % 12,0 % 13,8 % 0,9 % 4,0 % 0,6 %

Geschichte

Früh- und Kolonialzeit mini|Hahnenkampf in Baucau (1910) mini|Gebäude in Venilale (zw. 1936 und 1940)

Mehrere Tausend Jahre alte Felsmalereien fanden sich in Uai Bobo (Verwaltungsamt Venilale), Lie Siri, Lie Kere, Lie Kere 2 und Lie Baai (auf dem Hochplateau vom Verwaltungsamt Baucau)Sue O’Connor: Nine New Painted Rock Art Sites from East Timor in the Context of the Western Pacific Region, Asia Perspectives, Vol. 42, No. 1, 2003, abgerufen am 6. April 2020. und in der Region von Baguia.SAPO: 3. August 2015, abgerufen am 15. Oktober 2015. Nahe der Stadt Baucau fand man ein Tüllenbeil der Dong-Son-Kultur (etwa 800 v. Chr. bis 200 n. Chr.) aus dem Gebiet des heutigen Vietnams.

mini|Residenz des Gouverneurs in Baucau (zw. 1936 und 1940)

Ein Großteil der Gemeinde Baucau war früher Teil des Königreichs von Vemasse oder stand unter dessen Einfluss. 1859 führte Dom Domingos de Freitas Soares eine kleinere Revolte gegen die Portugiesen, die aber schnell niedergeschlagen wurde. Dom Domingos wurde noch im selben Jahr ins Exil nach Lissabon geschickt. Im Frühjahr 1861 unterstützte Vemasse die Kolonialmacht mit Kämpfern gegen den Aufstand in Laclo. 1862 wurde Dom Domingos wieder Herrscher von Vemasse.Belo, Dom Carlos Filipe Ximenes: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 215–221 Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011. Er rebellierte im August 1867 erneut gegen die Portugiesen und belagerte Lalcia. Gouverneur Texeira da Silva beendete die Belagerung und schlug den Aufstand mit Hilfe verbündeter Liurais nieder. Dom Domingos wurde durch seinen Stellvertreter, dem Dato-hei (Fürst) ersetzt, der einen Bündnisschwur ablegte und friedliche Beziehungen zu den Nachbarn versprach.Geoffrey C. Gunn: Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)

1871 wurde Dom Domingos zum dritten Mal Herrscher von Vemasse. Als der Krieg von Laleia (1878–1880) gegen den Liurai Manuel dos Remédios ausbrach, forderte Gouverneur Hugo Goodair de Lacerda Castelo Branco Dom Domingos auf, er solle für Dom João Ximenes, Liurai von Cairui und Pedro de Gusmão da Costa, Adliger aus Laleia, nach Dili Geleitschutz stellen. Die beiden hatten sich gegen Remédios gestellt. Doch als die Gruppe einen Fluss überquerte, griff sie eine große Anzahl von Kriegern an. Dom Domingos und seine Krieger verschwanden sofort und der kleinen portugiesischen Truppe drohte durch die Übermacht nun die Vernichtung. Nachdem die Angreifer aber Pedro de Gusmão da Costa und João Ximenes getötet hatten, zogen sie sich sofort wieder zurück.Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, Sydney 1994.