Asendorf () ist eine ländliche Gemeinde in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt 36 km südlich von Bremen und ist der zweitgrößte Ort in der Samtgemeinde.
Gemeindegliederung Asendorf setzt sich aus den folgenden Ortsteilen zusammen: Asendorf (Kernort) mit Kampsheide Brebber Essen Graue Haendorf Hohenmoor Kuhlenkamp Uepsen
Geschichte Ortsname Der Ort wurde 1252 als Asenthorpe und 1330 als Asendorpe benannt. Aso als Personenname könnte auf das germanische Ans zurückgehen und so auf den Begriff der Asen, die heidnischen Götter der Germanen. Anso, Aso, Aaso, Asso, Oso, Osso sind in schriftlichen Quellen seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Der Name könnte auch langobardischen Ursprungs sein, da es bei den Langobarden einen Personennamen Aso oder Anso gegeben haben soll.
Ortsgeschichte 1091 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde bezieht sich auf Ereignisse, die einige Jahre früher stattfanden. Gerhard II. von Stumpenhusen sollte einst sieben Hofstellen und acht Leibeigene in Asendorf sowie vier weitere Hofstellen in Uepsen an die Kirche abtreten. Er wurde von den Kirchenfürsten angeblich mit dem Bann belegt und hat sie betrogen, da er nur vier Hofstellen aus Asendorf und zwei aus Uepsen abtrat. Wegen des Betruges und des Schuldens von Hofstellen und Leibeigenen hat ihm die Kirche in Achim den Prozess gemacht. Den Vorsitz hatten der höchste Kirchenfürst der Region, Erzbischof Liemar von Bremen, und dessen Vasall Herzog Magnus als Inhaber des Königsbanns. Von den Rittern des Erzbischofs waren außer dem Herzog der damals noch jugendliche Markgraf Udo (Luder-Udo III.), Sohn des Markgrafen Udo, der damalige Vogt der Bremer Kirche Graf Friedrich, Graf Ekbert, Graf Egilmar, Graf Lambert von Westfalen, Adolf, der Bruder des Gerhard von Stumpenhausen, Dietrich Sueuus, der Bruder des Erzbischofs Mazellin und dessen Sohn Adalbero, der edle Jüngling Udo von Westfalen und ein Folkbert anwesend; von den Rittern des Herzogs Graf Heinrich von Hamburg, Graf Reinhold und Hermann von Imina; von den Rittern des Markgrafen Gerbert, ein weiterer Bruder des Gerhard von Stumpenhausen und Ulrich von Stade sowie noch zahlreiche Freie und Ministerialen der Bremer Kirche; zusammen mehr als 300.
Asendorf war zu dem Zeitpunkt bereits ein Kerkspeel mit dem Presbyter Lambertus, also muss die Kirche als Gebäude bereits damals existiert haben. Die Entstehung des Dorfes liegt deutlich davor, doch die offizielle 900-Jahr-Feier wurde 1991 gefeiert.
Um 1250 gab es nachweislich eine Pfarrkirche („parochia in Asenthorpe“) und es kam im 16. Jahrhundert zu einer weiteren Erwähnung in den Kirchenbüchern:
Das St.-Paul-Kloster vor Bremen, zu dem die Asendorfer Kirche gehörte, weigerte sich, die Schulden mit abzutragen, die durch die Besatzung der Grafschaft Hoya durch die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg entstanden waren. Graf Jobst II. von Hoya beschlagnahmte in der Folge die Güter des Klosters in Asendorf.
mini|hochkant|St. Marcellus Asendorf 1524 wurde der Turm der St.-Marcellus-Kirche erbaut und das Kirchenschiff erweitert. 1778 erfolgte eine Erneuerung der Kirche und 1909 wurden die beiden Querschiffe und die Apsis angebaut. Zwischen 1950 und 1964 gab es eine Gesamtinstandsetzung mit Ausmalung des Inneren der Kirche.
Im Juni 1900 kam die Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf, zu der auch die Stichstrecke Bruchhausen-Vilsen–Asendorf gehörte. Der Bahnhof Asendorf ist seit 1970 Endpunkt der Ersten Museums-Eisenbahn Deutschlands. Die heutige Bundesstraße B 6 war bereits 1771 von Syke bis Wietzen trassiert, aber noch nicht gepflastert; erst von 1810 bis 1826 wurde sie fertiggestellt.
Von 2001 bis 2013 wurde der Ort durch das Dorferneuerungsprogramm Niedersachsen gefördert.
Eingemeindungen Die südliche Nachbargemeinde Kampsheide wurde 1929 eingemeindet. Die Samtgemeinde Asendorf wurde zur Gebietsreform in Niedersachsen am 1. März 1974 aufgelöst und mit den Gemeinden Brebber, Essen, Graue, Haendorf, Hohenmoor, Kuhlenkamp und Uepsen zur Landgemeinde Asendorf vereinigt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1885 444 1910 636 1925 758 1933 1182 1939 1170 1950 1796 1956 1447 1961 3497 ¹ 1970 3161 ² 1973 1175 Jahr Einwohner Quelle 1975 2824 ³ 1980 2849 ³ 1985 2740 ³ 1987 2713 ³ 1990 2810 ³ 1992 3013 ³ 1995 3123 ³ 1997 3104 ³ 2000 3043 ³ 2002 3084 ³ Jahr Einwohner Quelle 2005 3049 ³ 2007 3009 ³ 2008 3036 ³ 2009 3036 ³ 2010 3041 ³ 2011 2994 ³ 2015 2919 ³ 2016 2929 ³ 2018 2943 ³ ¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni (Gebietsstand der heutigen Gemeinde) ² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai (Gebietsstand der heutigen Gemeinde) ³ jeweils zum 31. Dezember
Politik
Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Asendorf besteht aktuell aus 13 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2.001 und 3.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:https://votemanager.kdo.de/20210912/032515403/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=225&stimmentyp=0&id=ebene_8_id_283 Wählergruppe Wir für Asendorf: 9 Sitze GRÜNE: 3 Sitze FDP: 1 Sitz
Bürgermeister Der Bürgermeister der Gemeinde Asendorf ist Gerd Brüning (parteilos). Seine Stellvertreter sind Jens Grimpe (SPD) und Alexander Grafe (FDP).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Asendorf sind 40 Baudenkmale aufgeführt, darunter: St.-Marcellus-Kirche, eine Saalkirche aus Backstein, im Kern aus dem Mittelalter Alte Schule Alte Heerstraße 22 von 1899 Hofanlage Essener Straße 5, Hofanlage Essener Straße 10, Hofanlage Hannoversche Straße 1 Wohn- und Wirtschaftsgebäude Arbste 7 und Backhaus; seit 2001 als Sitz des Vereins Land & Kunst auch ein Veranstaltungszentrum
Kunstausstellungen Der Kunst-Schuppen Asendorf wurde 2010 in einem ehemaligen Lagerschuppen direkt an den Gleisen der Museumseisenbahn am Bahnhof Asendorf eröffnet. In dem rustikalen Ambiente eines Fachwerkschuppens stellen auf ca. 220 m² Fläche wechselnde Künstler ihre Werke aus. Betreiber ist die Kunst-Schiene.
Museen Das Automuseum Asendorf wurde 1980 eröffnet und etwa 2017 geschlossen. Ausgestellt waren ca. 60 Fahrzeuge, vor allem Kleinwagen. Kleinbahn-Museum Bruchhausen-Vilsen (Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen–Asendorf), die erste Museumseisenbahn Deutschlands, eine Schmalspurbahn mit 1000 mm Spurweite. Sie wird betrieben vom Deutschen Eisenbahn-Verein.
Verkehr Die Bundesstraße 6 Hannover–Bremen führt direkt durch die Gemeinde. Zudem liegt Asendorf an der von einem Verein betriebenen Bahnstrecke Bruchhausen-Vilsen–Asendorf, die im Museumsverkehr befahren wird.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Heinrich Hünecke (1891–1971), Sportlehrer, Sportfunktionär und Verwaltungsbeamter, er war der erste Präsident des Landessportbundes Niedersachsen und Gründungsvizepräsident des Deutschen Sportbundes, im Ortsteil Brebber geboren Bernhard Diers (* 1959), Koch
Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen
David Heinrich Hoppe (1760–1846), Arzt, Botaniker und Apotheker, sowie Entomologe; eine Straße (David-Hoppe-Weg), die von Bruchhausen-Vilsen bis nach Asendorf führt, wurde nach ihm benannt August von Arnswaldt (1798–1855), Gutsbesitzer in Hardenbostel, Literat Louis Victor Stegemann (1830–1884), Gutsbesitzer im Ortsteil Essen, Reichstagsabgeordneter Hermann von Arnswaldt (1841–1910), Gutsbesitzer in Hardenbostel, Reichstagsabgeordneter (Deutsch-Hannoversche Partei) Hermann Benjes (1937–2007), Landschaftsgärtner, Naturfotograf und Schriftsteller, in Asendorf verstorben Bärbel Rädisch (* 1942), Autorin, wohnt im Ortsteil Hohenmoor Bernhard C. Wintzek (1943–2018), rechtsextremistischer und später rechtskonservativer Publizist, verstarb in Asendorf Wolfram Bäumer (1959–2017), Eisenbahningenieur und Museumsbahnfachmann, er war beim Deutschen Eisenbahn-Verein tätig, der die Schmalspurbahnstrecke Bruchhausen-Vilsen–Asendorf als Museumsbahn betreibt Cord Bockhop (* 1967), Kommunalpolitiker (CDU), er war von 2011 bis 2024 Landrat des Landkreises Diepholz, er wuchs im Ortsteil Graue auf
Siehe auch Asendorfer Münzfund
Weblinks
Website Asendorf Geschichte von Asendorf Museumseisenbahn zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf Homepage des Kunst-Schuppens Asendorf Historische Ansichtskarten aus Asendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Diepholz Kategorie:Ersterwähnung 1091