mini|300px|Ruine von Schloss Briese. Das Schloss Briese () in Brzezinka im Powiat Oleśnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen war eines der kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlösser in Schlesien.

Geschichte Im Jahr 1648 erwarb Moritz Freiherr von Kottulinsky die Briese und ließ an der Stelle einer vorherigen Residenz ein frühbarockes Schloss errichten. Bei dessen Einweihung verstarb der als Gast anwesende Herzog Sylvius I. Nimrod von Württemberg-Oels. mini|Allianzwappen des Carl Christian Graf von Kospoth mit seiner Ehefrau. Das Gut wurde 1718 Teil eines Majorats der uradeligen Herren von Kospoth, des Carl Christian Graf von Kospoth, der 1725 den Bau eines neuen Schlosses nach Vorbild eines Palais „entre court et jardin“ (zwischen Hof und Garten) in Auftrag gab. Als Architekten werden Johann Blasius Peintner († 1732) oder Christoph Hackner vermutet. An der reichen Innenausstattung arbeiteten die Bildhauer Johann Albrecht Siegwitz und Johann Adam Karinger, der Maler Johann Franz de Backer und die Stuckateure Taroni and Brentani. Das Schloss hatte eine bedeutende Sammlung Altniederländischer Malerei. Unter Anna Sophie Gräfin zu Erbach-Fürstenau und Balthasar Friedrich von Promnitz wurde der Bau 1740 vollendet und eine evangelische Kirche jenseits des Schlossparks erbaut. Über weitere Baumaßnahmen der Kospoth, hier u. a. durch Karl August Graf von Kospoth, liegen keine näheren Erkenntnisse vor. Sein Sohn, der Landrat und Jurist Graf August von Kospoth, starb 1917 früh an den Kriegsfolgen.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 110, Justus Perthes, Gotha 1939.

Letzter Gutsherr war Graf Erich von Kospoth, verheiratet mit Henriette von Grünberg-Pritzig, Tochter der Emmy von Prittwitz und Gaffron und des Friedrich von Grünberg-Pritzig.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Elsa von Bethmann, Carola von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1955, , S. 210 f.

Nach dem Übergang an Polen 1945 war das Schloss ungenutzt, wurde aber durch Sicherungsmaßnahmen erhalten. Nach Privatisierung wurde die Restaurierung begonnen, jedoch bald eingestellt. Das Innere des Schlosses wurde geplündert, wobei alle Holzbalkendecken herausgebrochen, Stuckaturen zerschlagen und Marmorböden herausgebrochen wurden. Im Jahr 1950 im Park gefundene Skulpturen und Vasen wurden in den Schlosspark von Wilanów in Warschau gebracht.

Bauwerk Das zweigeschossige Schloss ist auf symmetrischem Grundriss errichtet und hat fünfachsige Seitenflügel. Der Mittelrisalit ist dreiachsig, straßenseitig sind der Fassade Seitenrisalite mit Segmentbogentympana vorgesetzt. Das Eingangsportal trug die Wappen derer von Maltzan und von Erbach und hat einen vorgesetzten Altan. Der barocke Garten hatte eine sechsreihige Allee, die zum Schloss führte. Südlich des Schlosses bestand ein Garten mit Broderieparterre, Laubengängen und Boskett, im Süden zwei Orangeriegebäude.

Literatur Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1-Niederschlesien, Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, ISBN 978-3-87057-336-2. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e. V. (Hrsg.): Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 189.

Weblinks

Einzelnachweise

Briese Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Barockbauwerk in Polen Briese Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Kategorie:Gmina Oleśnica Briese Briese Kategorie:Promnitz (Adelsgeschlecht)