Enrique „Quique“ Setién Solar (* 27. September 1958 in Santander) ist ein ehemaliger spanischer Fußballspieler und heutiger -trainer.
Vereinskarriere Karrierebeginn in Santander Setién wurde am 27. September 1958 in Santander, der Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Kantabrien im Norden der iberischen Halbinsel geboren, wo er auch aufwuchs und auf einem Platz in seiner Nachbarschaft mit dem Fußballspielen begann.“Muchas veces prefiero jugar al ajedrez que ver fútbol” (spanisch), abgerufen am 14. Januar 2020 Anfangs trat er für eine Nachwuchsmannschaft von Casablanca an einer Kindermeisterschaft von El Sardinero an und wechselte als 14-Jähriger zum ebenfalls in Santander ansässigen Ausbildungsverein CA Perines. (spanisch), abgerufen am 14. Januar 2020 Zu dieser Zeit arbeitete er nebenbei bereits im Büro des in Santander ansässigen Colegio de Farmacéuticos de Cantabria und verdiente dort sein erstes Geld. 1977 erfolgte schließlich der Wechsel zu Racing Santander, für den er noch im selben Jahr im alten El Sardinero, dem Vorgängerbau des heutigen Campos de Sport de El Sardinero, sein Debüt in der Primera División, der höchsten spanischen Fußballliga, gab. Dabei wurde er am 2. Oktober 1977 bei einem 1:1-Remis gegen Betis Sevilla von seinem Trainer Nando Yosu zur Halbzeit für Rafael Ángel Barrero Villar, kurz Barrero genannt, auf das Spielfeld geschickt. In weiterer Folge kam er unter Yosu zu regelmäßigen Einsätzen in der Spaniens Erstklassigkeit; jedoch dauerte es bis Anfang März des darauffolgenden Jahres, ehe Setién seinen Durchbruch schaffte und zum Stammspieler der Verdiblancos, der Grün-Weißen, aufstieg. Bis zum Saisonende 1977/78 hatte es Setién 21 Ligaeinsätze und zwei -treffer gebracht. Mit der Mannschaft belegte er im Endklassement den 13. von 18. Tabellenplätzen. In der Copa del Rey 1977/78 ereilte den Mittelfeldspieler und sein Team bereits in der dritten Runde gegen Real Madrid das frühzeitige Aus.
In der nachfolgenden Spielzeit 1978/79 konnte der Klassenerhalt nicht mehr gesichert werden. Als Vorletzter stieg Racing Santander zusammen mit dem 16., Celta Vigo, und dem auf dem letzten Tabellenplatz liegenden Klub Recreativo Huelva in die spanische Zweitklassigkeit ab. Santander hatte davor zwölf seiner letzten 14 Meisterschaftsspiele verloren. Setién wurde von Trainer Nando Yosu und dessen Nachfolger, dem Interimstrainer Santiago Gutiérrez Calle, zwar regelmäßig eingesetzt, kam am Ende jedoch nur auf 24 Ligaeinsätze, in denen er drei Tore beisteuerte. Wesentlich erfolgreicher agierte der Klub jedoch in der Copa del Rey 1978/79, als die Mannschaft nach Siegen in der ersten, zweiten, dritten und vierten Runde, sowie im Achtelfinale bis ins Viertelfinale gegen den FC Sevilla einzog und erst dort mit einem Gesamtergebnis von 1:4 unterlag. Setién agierte in den Pokalspielen als Stammspieler im Mittelfeld, kam in zehn der zwölf Partien seiner Mannschaft zum Einsatz, wobei er zwei Tore erzielte und ebenso viele für seine Teamkameraden vorbereitete. Unter Laureano Ruiz, der einst selbst aktiver Spieler bei Racing Santander war und bereits in den 1960ern das kurze Zeit die Position des Cheftrainers der Mannschaft innehatte, startete Setién in die Saison 1979/80, in der er schon bald als Stammspieler fungierte. In 33 von 38 möglich gewesenen Meisterschaftsspielen eingesetzt brachte es der 1,82 m große Mittelfeldakteur auf fünf Treffer und schaffte mit seinem Team, auf dem 16. Platz rangierend, nur knapp den Klassenerhalt. Dabei blieb er auch, als Laureano Ruiz im März 1980 durch Moruca als Trainer des Zweitligisten ersetzt wurde, bis zum Ende der Saison ein Stammspieler an der Seite von Spielern wie Piru, Juan Carlos, José Ángel Rojo, Chiri oder Toño. In der 1979/80 kam Setién in fünf der sechs Spiele seiner Mannschaft zum Einsatz, wobei ihm insgesamt zwei Treffer gelangen, und er mit dem Team in der dritten Hauptrunde gegen den Castilla CF, die zweite Mannschaft von Real Madrid, aus dem laufenden Turnier ausschied.
Rückkehr in die Primera División Unter Moruca, der 1951 selbst kurzzeitig Spieler bei Santander und bereits in den Jahren 1963 und 1969 bis 1972 das Traineramt beim Klub bekleidete, wurde die Mannschaft wieder auf die Erfolgsspur zurückgeführt. In einer teils recht dicht gestaffelten Endtabelle rangierte Racing Santander am Saisonende 1980/81 hinter dem FC Cádiz (Zweiter) und dem CD Castellón (Erster) auf dem dritten Tabellenplatz und schaffte damit die Rückkehr in die höchste Fußballliga des Landes. Blamabel verlief allerdings die Copa del Rey dieser Saison, als Santander in Runde 3 gegen den Viertligisten UE Figueres aus dem Wettbewerb ausschied. Setién wurde in dieser Spielzeit in 35 Ligapartien eingesetzt und war mit zehn Treffern eher offensiv ausgerichtet; daneben brachte er es noch zu zwei Pokaleinsätzen. An der Seite von Piru, Juan Carlos und dem Argentinier Juan Carlos Verón war er einer der am öftesten eingesetzten (Mittelfeld-)Spieler von Racing Santander in dieser Saison.
Mit der Aufnahme des bereits routinierten Spielers Vicente García Angulo, der seit seiner Jugend dem FC Granada angehörte und dem ebenfalls noch jungen Miguel Bernal, der davor beim Real Madrids Zweitmannschaft spielte, im Sommer 1981 bekam Setién auf seiner angestammten Position weiteren internen Konkurrenzdruck. Bis zur elften Runde der Primera División 1981/82 noch ein stets von Anfang an eingesetzter Stammspieler, der es bis dahin auf drei Tore gebracht hatte, musste er danach drei Monate lang warten, ehe er wieder in der Liga eingesetzt wurde. Wie in seinem letzten Spiel davor, gelang ihm auch bei seinem Comeback am 14. Februar 1982 bei einem 3:0-Heimerfolg über Real Valladolid ein Treffer. Bald darauf konnte sich Setién wieder als Stammspieler im Mittelfeld der Kantabrier etablieren und brachte es über die gesamte Spielzeit auf 22 Ligaauftritte und fünf -tore. Im Endklassement hatte Racing Santander mit dem zwölften Rang einen komfortablen Platz im Tabellenmittelfeld inne. In der Copa del Rey 1981/82 war für Setién und sein Team nach einem Weiterkommen gegen den Santoña CF in Runde 1 in der zweiten Runde gegen den Drittligisten Gran Peña Celtista im Elfmeterschießen Schluss. Setién wurde in drei der vier Spiele eingesetzt und kam auf einen Treffer, sowie eine Torvorlage.
Neuerlicher Abstieg und sofortige Rückkehr die Erstklassigkeit Eine schwere Verletzung verhinderte Setiéns Teilnahme an der Primera División 1982/83, die zu einem abermaligen Tiefpunkt in der Geschichte des Klubs, der im Jahre 1983 sein 70-jähriges Bestehen feierte. Nach 34 Spielen lag man hinter Celta Vigo, das sich in den letzten Jahren ebenfalls den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft eingehandelt hatte – immerhin spielte man in den letzten acht Jahren nie zwei Spielzeiten hintereinander in derselben Liga –, und dem UD Las Palmas auf dem letzten Tabellenplatz, was einen direkten Abstieg zurück in die Segunda División bedeutete. Ähnlich schlecht verlief die Pokalsaison 1982/83, in der der Klub erneut in der zweiten Runde gegen einen Drittligisten – in diesem Fall den SD Erandio Club – am Weiterkommen scheiterte. Das schlechte Abschneiden hatte auch den Rauswurf von Moruca zur Folge; unter dem ihm nachfolgenden José María Maguregui tat sich Setién daraufhin jedoch nicht schwer sich einen Platz in der Stammformation zu verschaffen. Von 38 Meisterschaftsspielen in der Segunda División 1983/84 versäumte der bereits damals für seine Technik bekannte offensive Mittelfeldakteur zum Saisonende hin nur zwei Begegnungen. Mit seinen elf Treffern, die er dabei erzielte, war er zudem der mannschaftsinterne Torschützenkönig. Obgleich die Mannschaft keines ihrer letzten fünf Meisterschaftsspiele gewinnen konnte, rangierte Racing Santander im Endklassement immerhin noch auf dem vierten Tabellenplatz. Da von den drei erstplatzierten Mannschaften zwei (Castilla CF als zweite Mannschaft von Real Madrid und Bilbao Athletic als zweites Team von Athletic Bilbao) nicht zum Aufstieg berechtigt waren, durften der Viert- und Fünftplatzierte (FC Elche) zusammen mit dem Dritten (Hércules Alicante) in die Primera División aufsteigen. Wie bereits in den Jahren zuvor schied Racing Santander auch in der Copa del Rey 1983/84 in der zweiten Runde aus; diesmal war es mit dem SD Eibar erneut ein Viertligist, an dem man scheiterte.
Die nachfolgende Erstligaspielzeit 1984/85 war für Setién und sein Team eine mäßige. Über die gesamte Spielzeit rangierte man im Tabellenmittelfeld und kam am Ende, als man die Saison auf dem elften Platz abschloss, auch nicht über dieses hinaus. Unter José María Maguregui versäumte der Mittelfeldakteur in weiterer Folge nur ein einziges von 34 Meisterschaftsspielen und war mit seinen sieben Treffern hinter dem irischen Stürmer Alan Campbell (neun Tore) der zweiterfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft. Wie schon so oft in der Vergangenheit brachte es Racing Santander nicht über die zweite Runde der Copa del Rey hinaus; 1984/85 scheiterte man am Sestao SC. Bei Einsätze in allen vier Pokalspielen brachte es Setién zweimal zum Torerfolg. Nach 204 Spielen in Spaniens erster und zweiter Fußballliga zeichnete sich am Saisonende 1984/85 ein erster Wechsel Setiéns ab.
Erfolge mit Atlético Madrid Noch in der Sommerpause vor der Spielzeit 1985/86 unterzeichnete der Mittelfeldakteur einen Vertrag beim spanischen Vizemeister und Pokalsieger Atlético Madrid, der zu diesem Zeitpunkt von Vereinslegende Luis Aragonés trainiert wurde.Quique, otro „Cerebro“ para el Atletico, In: El Mundo Deportivo, 22. Juni 1985, S. 15 (spanisch), abgerufen am 15. Januar 2020 Für Setién wurde dies wohl die erfolgreichste Saison seiner gesamten aktiven Karriere. Als Pokalsieger 1984/85 war der Hauptstadtklub automatisch ein Teilnehmer des Europapokals der Pokalsieger 1985/86. Nach Siegen über Celtic Glasgow in Runde 1, Bangor City in Runde 2, sowie Roter Stern Belgrad im Viertel- und Bayer 05 Uerdingen im Halbfinale schaffte das Team rund um den 1,82 m großen Mittelfeldspieler den Einzug ins Finale, das am 2. Mai 1986 vor rund 50.000 Zuschauern im Stade de Gerland in Lyon stattfand und in einer 0:3-Niederlage der Spanier gegen Dynamo Kiew endete. Setién selbst wurde während des gesamten Turniers in sieben der neun Spiele seiner Mannschaft eingesetzt und erzielte in den drei ersten Partien, in denen er über die volle Spieldauer am Rasen war, jeweils einen Treffer. Im Finale kam er ebenfalls zum Zug, als er in der 61. Spielminute für Jesús Landáburu eingewechselt wurde. In derselben Saison gewann er mit den Hauptstädtern das Spiel um die Supercopa de España gegen den Meister FC Barcelona mit einem Gesamtergebnis von 3:2. Des Weiteren wurde er 30 Ligapartien eingesetzt, in denen er fünf Tore erzielte und wurde aufgrund seiner Leistungen erstmals in die spanische A-Nationalmannschaft berufen. Im Endklassement rangierte er mit Atlético Madrid auf dem fünften Tabellenplatz, was eine Teilnahme an der ersten Runde des UEFA-Pokal 1986/87 bedeutete. Daneben wurde Setién für den Titelverteidiger ab dem Achtelfinale in der Copa del Rey 1985/86 eingesetzt, wobei er auch als Torschütze in Erscheinung trat, und schied im Viertelfinale des Wettbewerbs gegen den späteren Finalisten FC Barcelona knapp mit 1:2 aus.