Der Landkreis Wesermünde war bis 1977 eine Gebietskörperschaft im Norden Niedersachsens.
Geografie Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Anfang 1977 (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) an die (damaligen) Landkreise Land Hadeln, Bremervörde, Osterholz und Wesermarsch (alle in Niedersachsen) sowie an die kreisfreie Stadt Bremerhaven im Land Bremen. Im Nordwesten grenzte er an die Wesermündung.
Kreisgliederung Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die zwischen 1932 und 1977 dem Landkreis Wesermünde angehörten, sowie alle Eingemeindungen bis 1977. Gemeinde eingemeindetnach Datum derEingemeindung Anmerkung Albstedt Wulsbüttel 1. März 1974 Alfstedt Kührstedt 1. Juli 1968 Altluneberg Wehdel 1. Januar 1967 Ankelohe Bederkesa 1. Januar 1970 Appeln Axstedt am 1. März 1974 zum Landkreis Osterholz Bederkesa Beverstedt Bexhövede Loxstedt 1. März 1974 Bokel Bramel Schiffdorf 1. März 1974 Bramstedt Büttel Loxstedt 1. März 1974 Cappel Cappel-Neufeld Spieka 1. Juli 1968 Debstedt Langen 1. März 1974 Deichsende Nordholz 1. Juli 1967 Donnern Loxstedt 1. März 1974 Dorfhagen Hagen im Bremischen 1. März 1974 Dorum Drangstedt Driftsethe Düring Loxstedt 1. März 1974 Elmlohe Fickmühlen Bederkesa 1. März 1974 Fleeste Loxstedt 1. März 1974 Flögeln Frelsdorf Freschluneberg Lunestedt 1. Juli 1968 Geestenseth Schiffdorf 1. März 1974 Großenhain Lintig 1. März 1974 Hagen im Bremischen Hahnenknoop Stotel 15. Juli 1968 Hainmühlen Ringstedt 1. März 1974 Harrendorf Bramstedt 1. März 1974 Heerstedt Heine Wulsbüttel 1. März 1974 Heise Hollen 1. Juli 1968 Hetthorn Stotel 15. Juli 1968 Hollen Holßel Langen 1. März 1974 Holte Loxstedt 1. März 1974 Hoope Wulsbüttel 1. März 1974 Hymendorf Langen 1. März 1974 Imsum Langen 1. März 1974 Kassebruch Hagen im Bremischen 1. März 1974 Kirchwistedt bis 1. März 1974 im Landkreis Bremervörde Köhlen Krempel Langen 1. März 1974 Kührstedt Langen Langendammsmoor Stotel 15. Juli 1968 Lanhausen Loxstedt 1. März 1974 Laven Schiffdorf 1. März 1974 Lehnstedt Wulsbüttel 1. März 1974 Lintig Lohe bei Bramstedt Bramstedt 1. März 1974 Loxstedt Lübberstedt am 1. März 1974 zum Landkreis Osterholz Lunestedt am 1. Juli 1968 neugebildet Marschkamp Elmlohe 1. Juli 1968 Meckelstedt Lintig 1. März 1974 Midlum Misselwarden Mulsum Nesse Loxstedt 1. März 1974 Neuenlande Loxstedt 1. März 1974 Neuenwalde Langen 1. März 1974 Nordholz Offenwarden Sandstedt 1. Juli 1968 Osterndorf Beverstedt 1. Februar 1971 Padingbüttel Rechtenfleth Sandstedt 1. Juli 1968 Ringstedt Sandstedt Schiffdorf Schwegen Stotel 15. Juli 1968 Sellstedt Schiffdorf 1. März 1974 Sievern Langen 1. März 1974 Spaden Schiffdorf 1. März 1974 Spieka Nordholz 1. März 1974 Spieka-Neufeld Spieka 1. Juli 1968 Stinstedt Loxstedt 1. März 1974 Stotel Loxstedt 1. März 1974 Stubben Uthlede Wanhöden Nordholz 1. Januar 1970 Wehdel Schiffdorf 1. März 1974 Wehden Schiffdorf 1. März 1974 Wehldorf Beverstedt 1. Februar 1971 Wellen Beverstedt 1. März 1974 Wersabe Sandstedt 1. Juli 1968 Westerbeverstedt Lunestedt 1. Juli 1968 Wittstedt Bramstedt 1. März 1974 Wollingst Beverstedt 1. März 1974 Wremen Wulsbüttel Wursterheide Nordholz 1. Juli 1967 Wurthfleth Sandstedt 1. März 1974
Geschichte mini|Ehem. Kreisverwaltung Wesermünde (Borriesstr. 46) mini|Finanzamt Wesermünde (Borriesstr. 50) 1932 wurden durch eine Verordnung des preußischen Staatsministeriums die Landkreise Lehe und Geestemünde aufgelöst und zum Landkreis Wesermünde vereinigt. Nach seiner Gründung umfasste der Landkreis zunächst 97 Gemeinden. Der Verwaltungssitz war in der kreisfreien Stadt Wesermünde, die 1924 durch den Zusammenschluss der Städte Lehe und Geestemünde entstanden war und in die 1939 auch die bis dahin zum Land Bremen gehörende Stadt Bremerhaven (ohne das Überseehafengebiet) eingegliedert wurde. Das Kreishaus von 1888 befand sich in der Borriesstraße 48/50. Während des Zweiten Weltkriegs war die Verwaltung kurzzeitig nach Loxstedt umgesiedelt.
Die Stadt Wesermünde, die dem gleichnamigen Kreis nicht angehörte, wurde 1947 in das Land Bremen eingegliedert und in Bremerhaven umbenannt. Die Wesermünder Kreisverwaltung hatte somit ihren Sitz in einem anderen Bundesland. Noch heute hat der Landkreis Cuxhaven Dienststellen und andere Einrichtungen, darunter ein Gymnasium, in Bremerhaven, also außerhalb seines eigenen Kreis- und Landesgebietes.
Durch die Gebietsreform in Niedersachsen und die damit verbundenen Gemeindefusionen wurde die Zahl der Gemeinden des Landkreises zwischen 1967 und 1974 von 97 auf 34 reduziert. Am 1. März 1974 änderten sich dabei auch die Außengrenzen des Landkreises: Die Gemeinde Landwürden aus dem Landkreis Wesermarsch wurde in die Gemeinde Loxstedt eingegliedert. Die Gemeinde Kirchwistedt wechselte aus dem Landkreis Bremervörde in den Landkreis Wesermünde. Die Gemeinden Axstedt und Lübberstedt schieden aus dem Landkreis aus und wechselten in den Landkreis Osterholz.
Am 1. August 1977 wurde der Landkreis Wesermünde mit dem Landkreis Land Hadeln und der kreisfreien Stadt Cuxhaven zum Landkreis Cuxhaven zusammengelegt. Verwaltungssitz wurde Cuxhaven. In Bremerhaven blieben Außenstellen des Gesundheits- und Jugendamtes. Heute hat die Kraftfahrzeugzulassungsstelle des Landkreises Cuxhaven Nebenstellen in Schiffdorf (Zum Feldkamp 7) und Hemmoor. Kraftfahrzeugzulassungsstelle des Landkreises Cuxhaven Ebenfalls befinden sich das Finanzamt Wesermünde und das Gymnasium Wesermünde in Bremerhaven. Des Weiteren gehört der Altkreis Wesermünde zum Bezirk der Agentur für Arbeit Bremerhaven. Die Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln hatte ihren Hauptsitz in der Stadt Bremerhaven. 2014 fusionierte sie mit der Sparkasse Bremerhaven zur Weser-Elbe-Sparkasse.
Dem ländlich geprägten Kreis gehörten keine Gemeinden mit Stadtrecht an.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1933 47.695 1939 49.632 1946 78.877 1950 83.190 1960 72.100 1970 78.292 1977 84.800
Politik Während des Bestehens des Landkreises Wesermünde war nach 1945 entsprechend der damaligen Niedersächsischen Landkreisordnung der Landrat nur ehrenamtlich tätig. Ihm oblagen lediglich repräsentative Funktionen. Die Leitung der Kreisverwaltung oblag dem Oberkreisdirektor (sog. Zweigleisigkeit oder Doppelspitze).
Landräte 1932–1935: Walter zur Nieden (1869–1937), Deutsche Volkspartei 1935–1936: Theodor Mahler (1901–1987), NSDAP, vertretungsweise 1936–1945: Theodor Mahler (1901–1987), NSDAP 1945–1946: Ludwig Arps (?–1974) 1946: Rudolf Böhm 1946–1952: Theodor Allmers 1952–1972: Martin Döscher 1972–1977: Hinrich Schniedewind
Oberkreisdirektoren 1946–1951: Ludwig Arps 1951–1969: Ernst Klemeyer 1969–1977: Jürgen H. Th. Prieß
Wappen
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WEM zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1977 ausgegeben.
Literatur Hans Heinrich Seedorf (Bearbeiter): Der Landkreis Wesermünde, Amtliche Kreisbeschreibung (= Die Landkreise in Niedersachsen, Band 23). Bremen 1968. Jürgen H. Th. Prieß: Landkreis Wesermünde. Kommunalpolitik + Wirtschaft. Stalling Verlag, Oldenburg 1973. Jürgen H.Th. Prieß: Der Landkreis Cuxhaven und seine Rechtsvorgänger. Ein Beitrag zur hundertjährigen Geschichte der hannoversch-niedersächsischen Landkreise. In: Nordseekalender 1985, S. 56–69. Jürgen H. Th. Prieß: Martin Döscher, dem verdienten Wesermünder Landrat. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, Bd. 74 (1995), S. 401–406. Klaus Rathert: Jürgen Prieß, letzter Oberkreisdirektor in Wesermünde. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, Bd. 72 (1993), S. 15–17.
Weblinks
Einzelnachweise Siehe auch: Niederdeutsche Wikipedia: Theodor Mahler
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