Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron führte 2019 den zunächst freiwilligen (SNU), deutsch ‚Allgemeinen Nationaldienst‘, ein, der ab 2026 für alle Staatsbürger im Alter von 16 bis 25 Jahren verpflichtend sein sollte. Der Dienst dauerte zunächst einen Monat und konnte sowohl in zivilen als auch in militärischen Einrichtungen geleistet werden. Ziel dieser allgemeinen Dienstpflicht war es, französische Werte zu vermitteln, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und das soziale Engagement zu fördern. Seit 1998 gibt es den eintägigen Pflichtdienst Tag der Verteidigung und der Staatsbürgerschaft, welcher durch den SNU abgelöst bzw. integriert werden sollte. Es handelte sich, wie betont wird, nicht um die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

2025 wurde die zuständige Behörde aufgelöst, wodurch das Projekt aufgrund einer neuen Fokussierung auf den militärischen Dienst praktisch beendet wurde. mini|200px|Logo des französischen Service national universel

Umsetzung Von 2021 bis zur geplanten vollständigen Umsetzung im Jahr 2026 sollte der Nationaldienst für alle jungen Staatsbürger verpflichtend werden. So war geplant, die Ableistung des SNU als Voraussetzung für den Antritt zum Abitur und zur Führerscheinprüfung zu etablieren. Die tatsächliche Einführung der allgemeinen Dienstpflicht für den SNU war lange unsicher, nachdem ein Senatsausschuss feststellte, dass der logistische Aufwand für die entsprechende Infrastruktur und die geschätzten Kosten von ca. 2 Milliarden Euro sehr hoch ist. Bei einer Rede im Januar 2024 bekräftigte Präsident Macron jedoch an der Einführung festhalten zu wollen.

Ablauf des Dienstes Die Grundlage der Dienstpflicht ist es, den „Zusammenhalt der Nation zu steigern“. Aus finanziellen Gründen sollte der Dienst nur einen Monat dauern. Die Dienstpflichtigen mussten eine uniformähnliche Dienstkleidung anziehen, ihre Mobiltelefone abgeben und wurden fern der Heimatgemeinde in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.

Der erste Teil des Dienstes, dem „Gemeinschaftstraining“ (séjour de cohésion), wurde mit Staatsbürgerkunde und theoretischen Ausbildungen belegt. Der Tagesablauf folgte einem strikten Plan, es wurde am Morgen beim Fahnenappell die Hymne gesungen, danach mussten Kurse besucht werden, wie ein Erste-Hilfe-Kurs, eine Einführung in die schriftliche Führerscheinprüfung und das Erlernen von Verhaltensregeln bei einem Terroranschlag.

Als zweiter Teil war der „Wohltätigkeitsdienst“ (mission d’intérêt général) von 84 Stunden vorgesehen.https://www.info.gouv.fr/communique/creation-de-la-mission-etat-efficace-et-adoption-par-le-premier-ministre-de-ses-premieres-propositions

Die dritte und letzte Phase (3–12 Monate) konnte bei einem gemeinnützigen Verein, dem Militär, der Polizei oder der Feuerwehr absolviert werden. Doch bislang blieb der SNU lediglich freiwillig und erreichte nur geringe Teilnehmendenzahlen (z. B. 32.000 Teilnehmende 2022).https://verfassungsblog.de/wehrdienst-frankreich-deutschland/https://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2023/05/02/emmanuel-macron-avait-bien-promis-de-rendre-le-snu-obligatoire_6171811_4355770.html#:~:text=,ou%20lors%20d%E2%80%99un%20service%20civique

Siehe auch Pflichtjahr Soziales Pflichtjahr Wehrpflicht Zivile Dienstpflicht

Einzelnachweise

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