mini|Herzog Friedrich III. von Jürgen Ovens, im Hintergrund das Globushaus mini|Herzog Friedrich III. Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 22. Dezember 1597 in Gottorf; † 10. August 1659 in Tönning) war von 1616 bis 1659 Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf. In seine Regierungszeit fiel der Dreißigjährige Krieg. Mit Hilfe Schwedens erlangte er 1658 die Aufhebung der Lehnshoheit Dänemarks über die gottorfschen Anteile des Herzogtums Schleswig.

Leben Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf war der erstgeborene Sohn von Johann Adolf und Augusta, Tochter von König Friedrich II. von Dänemark.

Kindheit und Jugend Obwohl zur Zeit seiner Geburt eine Pestepidemie herrschte, wurde die Taufe des erstgeborenen Sohn des jungen Herzogpaares am 22. Januar 1598 prunkvoll gefeiert. Zu seinen Taufpaten gehörten seine Großmutter, die dänische Königswitwe Sophie, und der abgeteilte Herzog Johann.Franz-Dietrich Buttgereit: Kindheit und Jugend Herzog Friedrichs III. Dargestellt nach zeitgenössischen Quellen und Dokumenten. In: Gottorf im Glanz des Barock. Kunst und Kultur am Schleswiger Hof 1544–1713 I. Die Herzöge und ihre Sammlungen. Ausstellungskatalog. Schleswig 1997, S. 69–83; S. 70. Seine religiöse Erziehung leitete der Oberhofprediger Jacob Fabricius. Er wählte 1603 auch Ludwig Pinciers Verwandten Johannes Pincier als Erzieher der Söhne der Herzöge. Friedrich genoss eine ausgezeichnete Ausbildung, beherrschte Latein, Altgriechisch und Hebräisch sowie mehrere moderne Fremdsprachen und war auch an Mathematik und Naturwissenschaften interessiert.Die Fürsten des Landes, S. 156. 1615/16 unternahm er mit seinem Bruder Adolf, mehreren jungen Adligen, ihrem Lehrer Johannes Pincier und Hofmeister Johann Berndt von Dalwigk die übliche Kavalierstour durch Europa. Diese Reise diente der Vervollkommnung der Fremdsprachen und der Aneignung höfischer Fähigkeiten. In Paris erlebten sie die Vorbereitung zur Hochzeit des jungen Königs Ludwig XIII. mit.Buttgereit: Kindheit und Jugend Herzog Friedrichs III., S. 75. In Angers hielten sie sich mehrere Monate auf, weil sich dort eine berühmte Reiterakademie befand, wo die Fürstensöhne ihre Reit- und Fechtkünste vervollständigen sollten.Buttgereit: Kindheit und Jugend Herzog Friedrichs III., S. 77.

Johann Adolfs Bruder Johann Friedrich hatte, obwohl Erzbischof von Bremen, 1599 seinen Erbanteil an den Herzogtümern beansprucht. Im Gegenzug hatte er Johann Adolf seine Bistümer für seine Söhne versprochen. Bis zu seinem Tod 1634 erhielt Johann Friedrich daher die Einnahmen aus den Ämtern Tremsbüttel, Steinhorst, Cismar, Oldenburg, Fehmarn und Neustadt. Dafür bekam Friedrichs zweijähriger Bruder Adolf eine Präbende in Bremen und wurde Koadjutor seines Vaters als Fürstbischof von Lübeck. Als Johann Adolf das Bistum Bremen 1608 an seinen Bruder abtrat, wurde Adolf als sein Nachfolger gewählt. Unter Umgehung sämtlicher kirchenrechtlichen Bestimmungen – Immerhin wurde der evangelisch-lutherische Friedrich zum Subdiakon geweiht. – erreichte der Herzog, dass auch Friedrich 1611 eine Bremer Präbende erhielt. Trotz der Residenzpflicht der Domherren hielt sich keiner der Brüder länger in Bremen auf. Friedrich behielt seine Präbende auch weit über seine Verehelichung hinaus bis 1647.Franz-Dietrich Buttgereit: Die geistliche Karriere eines weltlichen Fürsten Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein Gottorf als Mitglied des Bremer Domkapitels. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Bd. 132 (Neumünster 2007), S. 7–39.

Regentschaft Am 31. März 1616 starb Johann Adolf plötzlich mit erst 41 Jahren, während Friedrich sich noch in Angers befand. Friedrich brach sofort seine Reise ab und erreichte Anfang August Gottorf. Aufgrund der von seinem Vater eingeführten Primogenitur fand keine Wahl durch die Stände, sondern eine Erbhuldigung statt. Anders als seine Vorgänger musste Friedrich auch nicht mit seinen Brüdern Adolf und Johann teilen. Seine beiden jüngeren Söhne hatte Johann Adolf als Koadjutoren von Bremen (Adolf) bzw. Lübeck (Johann) versorgt. Doch auch der dänische König Christian IV. beanspruchte das Erzbistum Bremen und das Bistum Verden für seinen zweiten Sohn Friedrich. Um seine Ansprüche durchzusetzen, besetzte er 1621 die Länder des amtierenden Erzbischofs Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf. Friedrich blieb nichts anderes übrig, als Adolf zum Koadjutor des Bistums Lübeck und Johann zu dessen Subkoadjutor wählen zu lassen.

Ehe Friedrich für mündig erklärt wurde, stand er unter dem Einfluss seiner Mutter, die auch dafür sorgte, dass der Kryptocalvinismus am Hof zurückgedrängt wurde und der lutherische Generalsuperintendent und Hofprediger Jacob Fabricius wiedereingesetzt wurde.

Innen- und Finanzpolitik Friedrich übernahm das Herzogtum in einer schwierigen Lage. Den hohen Schulden, die sein Vater ihm hinterlassen hatte, standen stark verringerte Einnahmen entgegen, denn die Einkünfte aus einem großen Teil des Landes standen Familienangehörigen zu: Nicht nur erhielt sein Onkel die Einnahmen mehrerer Ämter, seiner Mutter († 1639) standen Trittau, Reinbek und Husum als Wittum zu. Und Kiel, Bordesholm, Neumünster, Apenrade und Lügumkloster waren an seine Großmutter und Taufpatin, die dänische Königswitwe Sophie, verpfändet. Der Herzog konnte so bis Mitte der 1630er Jahre nur über die Ämter Tondern und Gottorf und die Landschaften Eiderstedt, Norderdithmarschen und Nordstrand verfügen. Zwar stiegen seine Einnahmen wieder, als die Ämter nach dem Tod seiner Mutter und seines Onkels wieder an ihn fielen, doch musste er in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges anders als seine Vorgänger ein kostspieliges stehendes Heer unterhalten.Die Fürsten des Landes, S. 157. Das wichtigste Anliegen musste für Friedrich daher die Konsolidierung der Staatseinnahmen sein. Deshalb verkaufte er sogar 1649 das Amt Barmstedt für 201.000 Speciestaler an Christian zu Rantzau, der daraus die Grafschaft Rantzau bildete. Dieses Amt war ihm nach dem Tod von Otto V., dem letzten Grafen von Schauenburg und Holstein von dessen nordelbischen Besitz Holstein-Pinneberg zugefallen.

Friedrich versuchte den Einfluss der Equites Originarii zurückzudrängen, indem er nichtritterschaftliche Räte beschäftigte, von denen ab 1636 Johann Adolph Kielmann von Kielmannsegg der bedeutendste wurde. Durch die Zentralisierung der Regierung und moderne Buchhaltung durch akademisch gebildete Beamte sollte seine Verwaltung effektiver und seine Stellung gestärkt werden.Die Fürsten des Landes, S. 158 f.

Außenpolitik Friedrich hatte die schwierige Aufgabe, sein weit verstreutes Land durch den Dreißigjährigen Krieg zu führen. Trotz des Konflikts um die Besetzung des Erzbistums Bremen erneuerte er 1623 die Union von 1533 mit Dänemark, in der sich beide Herzöge zu gegenseitiger Hilfeleistung verpflichteten. Als Christian IV. 1625 zum Oberst des antikaiserlichen Niedersächsischen Reichskreises gewählt wurde, stürzte das Friedrich in einen Loyalitätskonflikt zwischen dem dänischen König, seinem Lehnsherrn im Herzogtum Schleswig, und dem Kaiser, seinem Lehnsherrn im Herzogtum Holstein. Nach Christians Niederlage gegen Tilly und Wallenstein in der Schlacht bei Lutter wurden die herzoglichen Gebiete ebenso besetzt wie die königlichen. Um sich von Einquartierungen und Plünderungen freizukaufen, bot Friedrich den siegreichen Feldherren unter Umgehung von König Christian an, Friedrichstadt den kaiserlichen Truppen zur Verfügung zu stellen. Christian reagierte auf diesen Treuebruch mit der Belagerung der herzoglichen Schlösser. Als sich 1629 Friedrichs Untertanen auf der Insel Nordstrand weigerten, kaiserlichen Truppen Quartier zu gewähren, besetzte Christian auch die Insel und ließ sich als einzigen Landesherrn huldigen. Durch den Lübecker Frieden am 22. Mai 1629 erhielt Friedrich zwar seine Länder zurück, sein Versuch, die Unabhängigkeit von Dänemark zu erreichen, scheiterte jedoch.Die Fürsten des Landes, S. 160. Das „Verhältnis der beiden Landesherren [war jedoch] nachhaltig gestört“.Lohmeier (Lit.), S. 112 mini|Maria Elisabeth von Sachsen In der Folge verfolgte Friedrich eine Politik der Neutralität. Bereits 1626 hatte er um Maria Elisabeth von Sachsen, die Tochter von Johann Georg I. von Sachsen, geworben. Ihr Vater, obwohl evangelisch, hatte zunächst Neutralität gegenüber dem Kaiser gewahrt. Eine Verbindung mit dem von Dänemark abhängigen Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf schien ihm daher nicht ratsam.Ute Essegern: Fürstinnen am kursächsischen Hof: Lebenskonzepte und Lebensläufe zwischen Familie, Hof und Politik in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts; Hedwig von Dänemark, Sibylla Elisabeth von Württemberg und Magdalena Sibylla von Preussen. Leipzig 2007, S. 363. Durch Fürsprache von Friedrichs Großmutter, der dänischen Königswitwe Sophie, kam es im September 1626 zur Verlobung. Die politischen Umstände verhinderten die Hochzeit. Nach dem Lübecker Frieden hielt Friedrich noch einmal um Maria Elisabeth an. Im Februar 1630 wurde die Vermählung in Dresden mit einem zweiwöchigen Fest gefeiert.Melanie Greinert: „Auff dem Hoch-Fürstlichen Beylager“. Ablauf, Inszenierung und dynastische Bedeutung Gottorfer Vermählungen im 17. Jahrhundert am kursächsischen, dänischen und schwedischen Hof. In: Zeitschrift des Vereins für Schleswig-Holsteinische Geschichte 139 (2014), S. 49–76; S. 51–57.

1643/44 besetzten schwedische Truppen Schleswig-Holstein. Friedrich sah sich gezwungen einen Neutralitätsvertrag mit Schweden zu schließen. Als in der Folge kaiserliche Truppen seine Länder verwüsteten, baute er Tönning zur Festung aus. Im Frieden von Brömsebro 1645 musste Dänemark Schweden die Bistümer Bremen und Verden abtreten. Um sich eine Landbrücke in die neuen Besitz über Jütland zu sichern, unterstützte Schweden Schleswig-Holstein-Gottorf gegen Dänemark. In dieser Phase spielte der 1644 zum Kanzler ernannte Kielmannsegg die wichtigste Rolle. Es gelang ihm, die Hochzeit von Friedrichs Tochter Hedwig Eleonora mit dem schwedischen König Karl X. Gustav auszuhandeln, die 1654 stattfand. Unterstützt von Schweden verfolgte Friedrich den Plan der völligen Souveränität seines Herzogtums und die Aufhebung der gemeinschaftlichen Regierung mit Dänemark.

Zunächst schien sich dieses Bündnis auszuzahlen, als 1657 Schweden in den Zweiten Nordischen Krieg eintrat, einen schnellen Sieg gegen Dänemark errang und Schleswig-Holstein-Gottorf, das den schwedischen Truppen freien Durchzug erlaubt hatte, im Frieden von Roskilde vom 24. Februar 1658 die Souveränität zugesprochen wurde. Damit besaß der Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf im Herzogtum Schleswig keine Lehnsverpflichtungen mehr gegenüber dem dänischen König. Zusätzlich erhielt er das Amt Schwabstedt und die Hälfte der Besitzungen des säkularisierten Bistums Schleswig. Die im Vertrag von Ripen festgeschriebene Union mit Dänemark und die Gemeinschaftliche Regierung wurden jedoch nicht aufgehoben. Mitte 1658 begann Karl X. Gustav einen neuen Feldzug gegen Dänemark. Diesmal gelang kein Überraschungsangriff. Der dänische König Friedrich III. wurde von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg unterstützt, der die schwedischen Truppen aus Holstein vertrieb und dabei die Länder des Gottorfer Herzogs besetzte. mini|Friedrichstädter Häuser aus der Gründungszeit

Fernhandel