mini|Schloss Glumbowitz um 19. Jahrhundert. Sammlung Alexander Duncker sen. Berlin. Schloss Glumbowitz () ist die Ruine eines Schlosses in Głębowice (Glumbowitz) in der Landgemeinde Wińsko (Winzig) im Powiat Wołowski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es galt als eines der bedeutendsten Schlösser des Hochklassizismus.

Geschichte Seit Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Glumbowitz den Grafen von Roedern. Das Schloss wurde von Erdmann Gustav von Roedern 1801–1826 vermutlich nach Entwurf des Architekten Christian Valentin Schultze errichtet. Die Nachfolge trat Graf Erdmann von Roedern, verheiratet mit Natalie Gräfin Henkel von Donnersmarck, an.Nekrolog Graf Erdmann von Roedern * 1826 Glumbowitz, In: Achtundsechzigster Jahres-Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur 1890. Nekrologe, G. P. Anderholz, Breslau 1891, S. 16 f. Auf Schloss GlumbowitzGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D. A. G. Gerader Jahrgang. Deutscher Uradel. 1928. Jahrgang 101, Justus Perthes, Gotha September 1927, S. 474. 1816 geboren wurde der spätere kgl. preuß. Generalleutnant Graf Max von Roedern.

Im Jahr 1842 erwarb Carl Graf von Pourtalès das Schloss.Ernst Heinrich Kneschke: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart. In heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung. Band 2, T. O. Weigel, Leipzig 1853, S. 214 f. Pläne zur neobarocken Umgestaltung des Schlosses wurden ausgearbeitet aber nicht realisiert. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt das Schloss eine reiche Kunstsammlung mit Skulpturen von Jacopo Sansovino und der Donatello-Schule sowie einer großen Gemäldesammlung.

Um 1890 bestand Güterkomplex um Schloss und der gebildeten Fideikommissherrschaft Glumbowitz aus mehreren Einzelbesitzungen, die größtenteils selbst bewirtschaftet wurden unter Anleitung von Inspektoren. In der Gesamtheit gehörten dazu Flächen in Baulwie, Grau, Glumbowitz, Leubel, Groß- und Klein-Strenz.Güter-Nr.: 1787, 1788, 1789, 1790, 1791, 1792, In: Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 196 f. Herr SchrothLeuch’s Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer, etc., etc. Band 9: Schlesien und Posen. 7. Ausgabe: 1890 bis 1893. Selbstverlag, Nürnberg 1890/1893, S. 459 f. f. wirkte als Generaldirektor, Besitzer war jener Zeit James Graf von Pourtales, der auch als Autor wirkteVerzeichniss der aus der neu erschienen Lit(t)eratur von der Königlichen Bibliothek zu Berlin erworbenen Druckschriften 1894. A. Asher & Co., Berlin 1894, S. 394. sowie im Kuratorium einer großen Lebens-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft saß.Dr. Börner’s Reichs-Medicinal-Kalender 1883. Band 1, In: Officieller Katalog-Ausstellung-1882, Verlag von Julius Springer, Berlin 1883, S. 1. James von Pourtales galt offiziell als MillionärDeutsches Millionǎr Adressbuch. Schuster & Priess, Berlin 1890, S. 149. und erwarb parallel ein Patent für die Landwirtschaft für die winterliche Bearbeitung von Weidenruthen.Carl Adolf Alwin Rudel: Central-Blatt (Vereins-Organ) für Deutsche Papier-Fabrikation. №. 32, XXXIII. Jahrgang, Rudel-Selbstverlag, Dresden, 23. August 1882, S. 255. Für den Landschaftsgarten war ein Obergärtner eingestellt.Achtundfünfzigster Jahres-Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. Generalbericht 1880. G. P. Aderholz, Breslau 1881, S. 252 f. mini|Gutsherr Graf Friedrich von Pourtalès, vor 1915. Foto: Ernst Sandau.Motiv, In: Walther Stein: Um Vaterland und Freiheit. Band 1: Wirklichkeitsaufnahmen aus dem großen Kriege nebst einer Einführung. Verlag Montanus, Siegen 1915, S. 48. Letzte GutseigentümerGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil B (Briefadel). 1933. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1932. waren Graf Friedrich von Pourtalès, bis 1928, dann zuletztGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil B (Briefadel). 1939. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1938. seine Ehefrau Gisela von Pourtalès, geborene Gräfin Kanitz, die ihren Lebensabend in Vevey verbrachte und dort 1957 starb.

Im Zweiten Weltkrieg wurde hier die Graphische Sammlung des Breslauer Schlesischen Museums für Bildende Künste ausgelagert, die beim Einmarsch der Roten Armee 1945 verlorenging. Nachdem Glumbowitz so mit dem größten Teil Schlesiens 1945 an Polen gefallen war, war das Schloss Verwaltungssitz und Wohnhaus einer PGR.

Nachdem es 1996 privatisiert worden war, wurden Renovierungsarbeiten begonnen, jedoch nicht weitergeführt. Seither ist das Schloss zur Ruine verfallen. Das große barocke Karmeliterkloster in Glumbowitz steht noch.

Bauwerk mini|links|Ruinenreste des Herrenhauses Glumbowitz. Luftbild. Das Schloss ist dreiflügelig mit einem Attikageschoss mit Halbrundfenstern und Mansarddach. Hofseitig ist die Fassade mit einem konvexen Risalit mit Attikabalustrade gestaltet. Die Fassade ist durch einen stuckierten Adlerfries mit Festons akzentuiert.

Literatur Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 16, Selbstverlag, Berlin 1881/1883, Blatt 932. G. Hilscher: Weidencultur der Grafschaft Glumbowitz in Schlesien. 1887. Richard Juhnke: Wohlau. Geschichte des Fürstentums und des Kreises. In: Hrsg. Göttinger Arbeitskreis: Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis. Band 35; Göttinger Arbeitskreis: Veröffentlichung. Nr. 321, Verlag Holzner, Würzburg 1965, S. 201. Arne Franke: (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015; S. 306.

Weblink Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage.

Einzelnachweise

Glumbowitz Glumbowitz Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Wińsko Glumbowitz Glumbowitz Kategorie:Redern Kategorie:Pourtalès