Das Asklepios Klinikum Uckermark (AKU) ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und die größte medizinische Einrichtung im Landkreis Uckermark des Landes Brandenburg. Als Kreiskrankenhaus wurde es 1973 am jetzigen Standort eingeweiht. Es befindet sich in Schwedt/Oder in der Straße Am Klinikum. Seit 2005 gehört das Klinikum zur privaten Asklepios-Kliniken-Gruppe.
Im Jahr 2021 wurden 13.636 Patienten vollstationär, 2.552 teilstationär und 17.474 ambulant behandelt. Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Pommerschen Medizinischen Universität Stettin (seit 2008)„Asklepios Klinikum Uckermark ist akademisches Lehrkrankenhaus - Deutsch-polnische Zusammenarbeit besiegelt“; Stadt Schwedt/Oder, abgerufen am 5. Januar 2020 und der Universitätsmedizin Greifswald (seit 2011)."Asklepios Klinikum und Universitätsmedizin Greifswald unterschreiben Kooperationsvertrag", Bericht auf der Website der Stadt Schwedt (schwedt.eu), aufgerufen am 26. August 2024 Es besteht ein Kooperationsvertrag mit der Medizinischen Schule Uckermark e.V. zur Ausbildung von Pflegekräften. Seit 2008 ist ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit 14 Facharztpraxen integriert. Das Klinikum ist von der DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) seit 2011 als Regionales Traumazentrum zertifiziert.Auszeichnungen; Asklepios Klinikum Uckermark GmbH, abgerufen am 7. Juni 2021
Geschichte mini|links|hochkant|Das alte Krankenhaus in der Bahnhofstraße (1994) mini|links|hochkant|Tabakspeicher Gerberstraße (2012) Die Anfänge der stationären Krankenbehandlung in Schwedt lassen sich nur unvollkommen rekonstruieren, da viele Unterlagen des Stadtarchivs im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurden. Schon um 1600 soll ein Hospital existiert haben. Dieses war, wie viele Einrichtungen jener Zeit, wegen der Seuchengefahr außerhalb der Stadt, vor dem Schwarzen (Berliner) Tor gelegen. Die Behandlung der Kranken erfolgte teilweise durch die Chirurgen des seit 1770 in Schwedt stationierten Dragonerregiments. Im Jahre 1832 wird eine Krankenanstalt beim Amtshof erwähnt.25 Jahre Klinikum Uckermark, Sonderdruck der Klinikum Uckermark GmbH, Schwedt/Oder 1998
Das erste Städtische Krankenhaus, von dem eine ungebrochene Tradition bis zum heutigen Klinikum besteht, wurde im Jahre 1843 fertiggestellt. Das Gebäude befand sich in der Augustinerstraße, der heutigen Bahnhofstraße und verfügte zunächst über eine Kapazität von 43 Betten. Obwohl die Bettenzahl an diesem Standort schrittweise bis auf 96 erweitert wurde, genügte dies spätestens seit Mitte der 1950er Jahre nicht mehr den Ansprüchen. Der mit dem Aufbau des Petrolchemischen Kombinates verbundene Bevölkerungszuwachs hatte einen raschen Anstieg der Patientenzahlen zur Folge. Vorübergehend wurden einzelne Abteilungen ausgelagert. Die Geburtshilfe fand in den Jahren 1957–1962 Platz in einem beheizbaren Speichergebäude in der Gerberstraße, das schon im Krieg als Lazarett gedient hatte.„Geschichte des Tabakspeichers“; Galerie am Kietz - Kunstverein Schwedt e.V., abgerufen am 12. Januar 2020 Das Krankenhaus belegte schließlich fünf Etagen in dem elfgeschossigen Hochhaus am Platz der Befreiung, das Mitte der 1960er Jahre als Arbeiterwohnheim und Hotel errichtet worden war.„AWH, Arbeiterwohnheim, Arbeiterwohnhotel, Bürohotel, Bürohaus“ Informationen zur Stadt Schwedt auf www.brandenburg.de, abgerufen am 26. August 2024 Mit all diesen Zwischenlösungen und Provisorien stieg die Kapazität bis auf 329 Betten.„Rückblick auf spannende Zeiten“; veröffentlicht in: Märkische Oderzeitung, Uckermark Anzeiger, vom 12. November 2013, abgerufen am 22. Dezember 2019
Am 20. Dezember 1973 wurde der 1964 vom Ministerium für Gesundheitswesen beschlossene Krankenhausneubau mit insgesamt 670 Betten am heutigen Standort an der Auguststraße seiner Bestimmung übergeben. Die Einrichtung erhielt zunächst den Status eines Kreiskrankenhauses für den Altkreis Angermünde und wurde 1974 nach dem im Vorjahr bei einem Militärputsch zu Tode gekommenen chilenischen Arzt und Politiker Salvador Allende benannt. Zu Beginn des Jahres 1981 erfolgte die Hochstufung zum Bezirkskrankenhaus mit dem Versorgungsauftrag für den gesamten nördlichen Bereich des damaligen Bezirkes Frankfurt (Oder). Dadurch verbesserten sich die finanziellen Rahmenbedingungen und die technische Ausstattung deutlich. So war Schwedt eines der ersten Krankenhäuser, die ab 1985 für die Schnelle Medizinische Hilfe mit dem damals hochmodernen Krankenwagen Barkas SMH 3 ausgerüstet wurden.„Geschichte-Fahrzeuge: Die SMH 3“; DRK-DDR, abgerufen am 12. Januar 2020
Nach der Deutschen Wiedervereinigung übernahm die Stadt Schwedt die Trägerschaft des Krankenhauses, das am 8. Mai 1991 den neuen Namen Klinikum Uckermark erhielt. Im Jahre 1994 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH. Der Landeskrankenhausplan wies 2001 noch 533 Soll-Betten am Standort Schwedt aus.„Situation der Krankenhäuser im Landkreis Uckermark“; Landkreis Uckermark, 14.08.2001, abgerufen am 23. Dezember 2019 Nachdem mit der Klinik für Geriatrie die letzte Fachabteilung das alte Krankenhausgebäude in der Bahnhofstraße verlassen hatte, wurde dieses abgebrochen. Als sich die Stadt im Jahre 2005 aus finanziellen Erwägungen zu einem Verkauf des Klinikums entschloss, konnte sich der private Krankenhausbetreiber Asklepios mit seinem Konzept gegenüber den Mitbewerbern durchsetzen.„Asklepios übernimmt das Klinikum Uckermark in Schwedt“; Corporate News übermittelt durch die DGAP vom 28.09.2006, abgerufen am 26. Dezember 2019
Architektur und Baugeschichte mini|Das Kreisgesundheitszentrum im Bau (1970) mini|Patientengarten und Hochhaus (2009) mini|hochkant=0.6|Asklepios Klinikum Uckermark (2021)
mini|Ehemaliger Haupteingang (2005) Der zwischen 1968 und 1973 errichtete Krankenhausneubau am heutigen Standort wurde von einem Kollektiv des VEB Baukombinat Leipzig unter der Leitung von Egon Eichner entworfen. Er nutzte das etablierte Konzept der Stahlbeton-Montagebauweise Berlin (SKB). Die Bauausführung lag in den Händen des VEB Bau- und Montagekombinates Ost, Betrieb Schwedt.„Kreiskrankenhaus Dr. Salvador Allende in Schwedt“; veröffentlicht in: „Architektur der DDR“, , Ausgabe 2/1976, S. 74–81, Berlin 1976
Das Kernstück der Anlage war ursprünglich ein Scheibenhochhaus mit acht Obergeschossen. Die mit Balkons versehene Gartenfront der 1. Ebene war den Bedürfnissen der kleinen Patienten der Kinderklinik angepasst. Neben der Normalstation gab es hier eine Neonatologie zur Betreuung von Neugeborenen mit pädiatrischer Intensiveinheit. Auf Ebene 2 befanden sich die Funktionsdiagnostik, der Kreißsaal und die interdisziplinäre Intensivstation. Die Ebenen 3 bis 7 (4.–8. OG) enthielten jeweils zwei Stationen mit durchschnittlich 40 Betten. An das Hauptgebäude schlossen sich östlich drei dreigeschossige Trakte an, zwischen denen zwei Innenhöfe lagen und die es mit einem gleichfalls dreigeschossigen Vorgebäude verbanden. Neben dem noch heute dort befindlichen Zentral-OP wurden dort die Poliklinik, die Sekretariate der Kliniken sowie der Speisesaal untergebracht. Zwei Bettenstationen, die für eine Nutzung als Isolierstation für Infektionsfälle vorbereitet waren, befanden sich in einem nördlich vom Hochhaus abzweigenden, ebenfalls dreigeschossigen Gebäuderiegel. Der durch diesen und das Vorgebäude gebildete nördliche Hof bot Platz für die überdachte Zufahrt zur im Erdgeschoss befindlichen Rettungsstelle. Abgeschlossen wurde das Ensemble nach Norden durch den sich anschließenden Funktionstrakt der Prosektur mit Sektionsraum. Nordöstlich neben dem Haupttrakt entstand ein separates Gebäude, welches die Krankenhausapotheke, eine öffentliche Apotheke sowie die Blutspendezentrale aufnahm. Auf dem Krankenhausgelände wurden außerdem noch Funktionsbauten für die Technische Zentrale mit Notstromversorgung, für die Sauerstoffzentrale, für ein Lager für brennbare Flüssigkeiten sowie eine spezielle Kläranlage für infektionsverdächtige Abwässer errichtet.
Für die Verhältnisse der DDR war der großzügige und aufwändige Neubau des Kreisgesundheitszentrums eine Ausnahmeerscheinung„Das Gesundheitswesen der DDR: Klinik- und Poliklinikneubauten zw. den 50er und 80er Jahren in der DDR“; DRK-DDR, abgerufen am 12. Januar 2020 und unterstrich die überregionale Bedeutung des aufstrebenden Wirtschaftsstandortes Schwedt. Der ursprünglich als Typkrankenhaus konzipierte Entwurf wurde mehrfach preisgekrönt. Bei Kosten von schließlich über 70 Millionen Mark verzichtete man jedoch auf eine Nutzung des Musters für weitere Krankenhausbauten. Lediglich das Kreiskrankenhaus Weißwasser erhielt, wenn auch in deutlich kleinerem Umfang, einen an die Schwedter Pläne angelehnten Neubau.