{ "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q76323140", "properties": { "stroke": "#008000", "stroke-width": 2 } } Das Meeresschutzgebiet Tuvaijuittuq (, ) ist eine 2019 zum Arktis-Schutzgebiet erklärte Meeresregion im kanadischen Territorium Nunavut. Der Name Tuvaijuittuq bedeutet in der Sprache Inuktitut sinngemäß „Ort, an dem das Eis niemals schmilzt“.

Beschreibung Das Meeresschutzgebiet mit einer Fläche von 319.411 Quadratkilometern liegt im Arktischen Ozean, nördlich der Ellesmere-Insel sowie der westlich davon gelegenen Sverdrup-Inseln Axel Heiberg Island, Meighen Island und Ellef Ringnes Island. Das Schutzgebiet am Rand des Beaufortwirbels erstreckt sich dabei nach Süden auch in den Nansensund sowie den Greely-Fjord und im Osten in den Robeson-Kanal einschließlich Lady Franklin Bay und Archer-Fjord. Es reicht von der Niedrigwasserlinie an den Küsten im Süden bis zur Grenze der kanadischen ausschließlichen Wirtschaftszone im Norden sowie Im Osten bis zur Staatsgrenze zu Grönland. Am Eingang zur Lady Franklin Bay grenzt es an das Meeresschutzgebiet Sarvarjuaq. Das Meeresschutzgebiet Tuvaijuittuq ist das größte der 16 kanadischen Meeresschutzgebiete. Die einzige menschliche Ansiedlung am Rand des Schutzgebiets ist der Militärstützpunkt Alert.

Das Meeresschutzgebiet Tuvaijuittuq umfasst etwa ein Drittel der Region, die von Klimaforschern als LIA (Last Ice Area) identifiziert wurde. Hier gibt es das älteste und dickste Meereis in der Arktis. Während das Meereis auf drei Vierteln der im Winter mit Eis bedeckten Meeresfläche nur saisonal auftritt, ist das Eis im Schutzgebiet über mehrere Jahre stabil. Das Gebiet ist jedoch seit längerem großen ökologischen Veränderungen unterworfen. Hatte das Schelfeis an der Nordküste der Ellesmere-Insel am Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine Ausdehnung von 8.600 Quadratkilometern, so ist seine Fläche bis zum Jahr 2020 auf etwa 500 Quadratkilometer geschrumpft.

Geschichte Das Gebiet nördlich der Ellesmere-Insel wird traditionell von Inuit zur saisonalen Jagd genutzt. Am 21. August 2019 wurde das Meeresschutzgebiet Tuvaijuittuq gegründet. Es war vorgesehen, in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren zusätzliche menschliche Aktivitäten im Gebiet zu untersagen. In dieser Zeit sollten die Qikiqtani Inuit Association, die Regierung von Nunavut und die Regierung von Kanada prüfen, ob ein dauerhafter Schutz vor Öl- und Gasförderung, Bergbau und sonstigen Erschließungsmaßnahmen innerhalb des Gebiets möglich ist. Die Frist wurde 2024 um weitere fünf Jahre verlängert. Ausnahmen vom Verbot menschlicher Aktivitäten betreffen die indigene Ressourcennutzung, wissenschaftliche Forschung, Aktivitäten im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit, Notfälle und die sichere Durchfahrt ausländischer Schiffe durch das Gebiet.

Ökosystem Aufgrund des Vorhandenseins von dickem, mehrjährigem Packeis kommt dem Gebiet eine besondere ökologische Bedeutung zu. Das Meereis bietet an das Eis angepassten Organismen wie einigen Algenarten einen Lebensraum. Diese stehen am Anfang der Nahrungskette, die bis zu Meeressäugern und Eisbären reicht. Es gibt eine reiche Artengemeinschaft am Meeresboden, die wichtig für Walrosse und Bartrobben ist, die sich von bodenbewohnenden Organismen ernähren. Tuvaijuittuq bietet zudem wichtige Nistplätze für die Elfenbeinmöwe und andere gefährdete Vogelarten wie den Knutt und die Rosenmöwe.

Einzelnachweise

Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Kanada Kategorie:Arktis Kategorie:Schutzgebietsgründung 2019 Kategorie:Nunavut