Massen-Niederlausitz ()Eintrag „Gmejna Mašow-Dolna Łužyca“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs. Die Gemeinde ist der Verwaltungssitz des Amtes Kleine Elster (Niederlausitz).
Geographie Massen-Niederlausitz liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Elbe-Elster unmittelbar nordöstlich der Stadt Finsterwalde. Weitere größere Städte in der Nähe sind Senftenberg (rund 22 Kilometer südöstlich), Lübbenau (rund 30 Kilometer nordöstlich) und Cottbus (rund 45 Kilometer nordöstlich).
Die Gemeinde Massen-Niederlausitz grenzt im Norden an Crinitz, im Nordosten an Luckau (im Landkreis Dahme-Spreewald), im Osten an Calau und Bronkow (beide im Landkreis Oberspreewald-Lausitz), im Südosten an Sallgast, im Süden an Lichterfeld-Schacksdorf, im Südwesten an Finsterwalde und im Nordwesten an Sonnewalde.
Gemeindegliederung Nach ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Gemeinde in sechs Ortsteile: Babben (niedersorbisch )Babin → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911-1928, Sorbisches Institut Betten ()Butyń → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911-1928, Sorbisches Institut Gröbitz ()Grobice → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911-1928, Sorbisches Institut mit dem Wohnplatz Gröbitz Siedlung (teilw. zu Massen) Lindthal mit den Wohnplätzen Obermühle und Rehain () und Siedlung Erika Massen ()Mašow → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911-1928, Sorbisches Institut mit den Wohnplätzen Buschmühle, Gröbitz Siedlung (teilw. zu Gröbitz) und Tanneberg Ponnsdorf ()Bónojce → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911-1928, Sorbisches Institut
Geschichte Die heutigen Ortsteile der Gemeinde gehörten seit 1816 zum Kreis Luckau der preußischen Provinz Brandenburg (bis 1947) bzw. im Land Brandenburg (1947–1952) und ab 1952 zum Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.
Im Zuge der Ämterbildung 1992 in Brandenburg entstand am 21. Juli 1992 das Amt Kleine Elster, 1995 in Amt Kleine Elster (Niederlausitz) umbenannt. Insgesamt 14 Gemeinden waren darin zu einem Verwaltungsverbund zusammengeschlossen. Am 3. April 1995 wurde der Sitz des Amtes von Betten in die Gemeinde Massen verlegt. Die Gemeinde Massen-Niederlausitz entstand am 31. Dezember 1997 durch den Zusammenschluss der bisherigen amtsangehörigen Gemeinden Babben, Betten, Lindthal und Massen. Am 31. Dezember 2001 kamen Gröbitz und Ponnsdorf hinzu.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2002 2 382 2005 2 309 2010 2 093 2015 1 962 2020 1 838 Jahr Einwohner 2021 1 864 2022 1 865 2023 1 875 2024 1 890 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember,Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Massen-Niederlausitz besteht aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 80,0 % zu folgendem Ergebnis:
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 Sitze2024 CDU 30,7 % 4 33,5 % 4 Unabhängige Wählergemeinschaft Massen 25,3 % 3 25,1 % 3 SPD 22,0 % 3 22,6 % 3 Einzelbewerberin Liane Pötzsch 7,7 % 1 8,0 % 1 Einzelbewerber Heiko Mehnert – – 7,6 % 1 Einzelbewerberin Maria-Angela Matuschka 2,3 % – 3,2 % – Wählergemeinschaft Ponnsdorf 8,1 % 1 – – Einzelbewerber Perl 3,8 % – – – Insgesamt 100 % 12 100 % 12
Bürgermeister 2003–2014: Wilfried Klähr (Unabhängige Wählergemeinschaft Massen)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 24. Abgerufen am 24. März 2024. 2014–2024: Lutz Modrow (SPD)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 seit 2024: Mike Prach (Unabhängige Wählergemeinschaft Massen)
Prach wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 mit 66,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 11. Juli 2024.
Kultur & Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Massen In der Liste der Baudenkmale in Massen-Niederlausitz und in der Liste der Bodendenkmale in Massen-Niederlausitz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Die barocke Dorfkirche Babben aus dem Jahr 1733. Die Dorfkirche Betten aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Dorfkirche Massen stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert Denkmal von 1967 auf dem Waldfriedhof, das an die umgekommenen französischen und polnischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen erinnert, die während des Zweiten Weltkrieges in zwei Lagern lebten und für die Finsterwalder Maschinen GmbH arbeiten mussten. Schwarze Frau von Massen, Skulptur des Bildhauers Frieder Preis in der Dorfmitte, die auf einer Lausitzer Sage beruht.Schwarze Frau von Massen wird im Frühjahr saniert. In: Lausitzer Rundschau, 18. Februar 2015. Eine weitere Skulptur, die stählerne Pusteblume, befindet sich seit September 2018 am Eingang zum Gewerbepark an der B 96. Im ehemaligen Gasthaus "Linde" befindet sich heute der Kutschensaal. Die Ausstellung beherbergt insgesamt 18 Kutschen.
Wirtschaft und Infrastruktur Massen besitzt einen umfangreichen Gewerbe- und Industriepark, der direkt an der Bundesstraße 96 angesiedelt ist. Eine der größten neu angesiedelten Firmen ist der kanadische Autozubehör-Produzent INTIER, welcher zum österreichisch-kanadischen Magna-Konzern gehört. Die Firma INTIER investierte im Jahr 2006 40 Millionen Euro in den Bau einer neuen Niederlassung in der Gemeinde Massen-Niederlausitz. INTIER produziert Kunststoff- und Innenraumteile für zahlreiche Autohersteller wie BMW. Im März 2007 wurde mit 48 Mitarbeitern die Produktion begonnen. Bis zu 200 Mitarbeiter sollen hier künftig arbeiten.
Verkehr Durch Massen-Niederlausitz führt die Bundesstraße 96 zwischen Finsterwalde und Senftenberg. Die Anschlussstellen Bronkow und Großräschen der Autobahn 13 (Berlin – Dresden) liegen 17 km bzw. 18 km weit entfernt.
mini|Ehemaliger Bahnhof Massen Der nächstgelegene Bahnhof ist Finsterwalde an der elektrifizierten Bahnstrecke Halle–Cottbus. In Lindthal zweigt die Lindthal–Altdöbern Süd ab. Im Rahmen der Reaktivierung eines kurzen Teilabschnitts der Bahnstrecke Finsterwalde–Schipkau (sog. Schippchenbahn) wurde neben dem alten Bahnhof ein Haltepunkt eingerichtet. Dies betrifft lediglich Sonderfahrten von Finsterwalde zum Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60 und zurück.
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der VerkehrsManagement Elbe-Elster GmbH aus Finsterwalde.
Gegenüber des Industrieparks an der B 96 befindet sich ein Verkehrsübungsplatz, der auch für Fahrsicherheitstraining und Kartsport genutzt wird.
Bildung Massen besitzt eine Grund- sowie eine Oberschule.
Sport & Freizeit Der TSV Germania Massen (Turn- und Sportverein Germania Massen e. V.) ist ein Sportverein im Ortsteil Massen. Der in der DDR-Zeit mehrfach umbenannte Verein wurde 1902 als Turnverein Germania gegründet und zählt heute circa 150 Mitglieder. Der Verein gliedert sich in die Abteilungen Handball, Faustball, Karneval, Fußball und Frauengymnastik.Homepage TSV Germania Massen Die 1998"20 Jahre Sporthalle Massen" NIEDERLAUSITZ aktuell abgerufen am 8. Mai 2025. eröffnete Sporthalle wurde 2019 nach dem langjährigen Vereinsvorsitzenden in Artur Walter - Halle umbenannt."Massen setzt Artur Walter ein passendes Denkmal" Lausitzer Rundschau abgerufen am 8. Mai 2025.
Die ursprüngliche Reitersparte des Vereins (damals als BSG Chemie Massen aktiv) ging 1973 in den Trägerverein LPG Frohes Leben Massen über und wurde schließlich am 18. Juli 1990 als Massener Reit- und Fahrverein e. V. neugegründet.Homepage Massener Reit- und FahrvereinVereinsverzeichnis auf der Homepage Amt Kleine Elster
Des Weiteren gibt es im Ortsteil den Schießklub Weidmannsheil Massen 1922 e. V.Homepage Schießklub Weidmannsheil MassenVereinsverzeichnis auf der Homepage Amt Kleine Elster
Seit 2017 befindet sich im Ortsteil Ponnsdorf in Richtung Finsterwalde die erste Fußballgolfanlage in Berlin-Brandenburg. Zusätzlich beherbergt Soccergolf Lausitz eine Pit-Pat-Anlage."Fußballgolf in Elbe-Elster: Erste Brandenburg Open im Soccergolf in Finsterwalde" Lausitzer Rundschau abgerufen am 8. Dezember 2024.
Im Ortsteil Babben befindet sich ein Waldbad und ein Campingplatz.
Gokart-Rennen sind auf dem Verkehrsübungsplatz möglich.
Persönlichkeiten Martin Kaschke (1610–1727), ältester Mann, der bisher in Deutschland gelebt hat, geboren in Massen Hannes Walter (* 1984), Politiker (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages, lebt in Massen-Niederlausitz
Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Massen-Niederlausitz vom 9. März 2009 PDF Serviceportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Gemeinde Massen-Niederlausitz Änderung des Namens und Verlegung des Sitzes des Amtes Kleine Elster. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 27. März 1995. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 6. Jahrgang, Nummer 30, 12. April 1995, S. 374. Zusammenschluss der Gemeinden Babben, Betten, Lindthal und Massen (Amt Kleine Elster (Niederlausitz)) zu der neuen Gemeinde Sallgast. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 22. Januar 1998, S. 25. Eingliederung der Gemeinden Gröbitz und Ponnsdorf in die Gemeinde Massen-Niederlausitz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 10. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 52, 27. Dezember 2001, S. 894 PDF
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