Ozun (, , siebenbürgisch-sächsisch Ausendref) ist eine Gemeinde im Kreis Covasna in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Ozun im Kreis Covasna Die Gemeinde Ozun liegt südöstlich des Siebenbürgischen Beckens in der Kronstädter Senke (Depresiunea Brașovului) im historischen Szeklerland. Im Südwesten des Kreises Covasna am Fluss Râul Negru (Schwarzbach) befindet sich Ozun am Drum național 11 – Teilstrecke der Europastraße 574 – und der Bahnstrecke Brașov–Sfântu Gheorghe–Târgu Secuiesc neun Kilometer südöstlich von der Kreishauptstadt Sfântu Gheorghe (Sankt Georgen) entfernt.

Geschichte Der mehrheitlich von Szeklern bewohnte Ort Ozun, wurde erstmals 1332 urkundlich erwähnt.

Zahlreiche archäologische Funde werden in Ozun, wie auch in den restlichen Dörfern der Gemeinde, in unterschiedliche Zeitalter zugeordnet und befinden sich zu Teil im Museum der Kreishauptstadt Sfântu Gheorghe.Repertoriul Arheologic al României – Ozun, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch).

Auf eine Besiedlung des eingemeindeten Dorfes Bicfalău (ungarisch Bikfalva) deutet ins Mittelalter eine zum Teil steinerne Umwallung zwischen den Bächen Csigavárpataka und Csuklyonpataka,Repertoriul Arheologic al României – Bicfalău, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). im eingemeindeten Dorf Lisnău (ungarisch Lisznyó) auf dem Berg Jejenek (Jejenkhegy) in die Jungsteinzeit, auf dem Berg Dealul Melcilor (Csigahegy), dem Coasta lui Ciulac (Csulakkaréj) und dem Berg Dealul lui Ciuclan (Csuklyánhegy) in die Frühbronzezeit.Repertoriul Arheologic al României – Lisnău, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch).

Im eingemeindeten Dorf Măgheruș (Sepsimagyarós) wird auf dem gleichnamigen Berg ein Aquädukt der Römerzeit zugeordnet. Die Überreste einer Burg, von den Einheimischen genannt Aluniș (Magyaros) oder Cetatea de cărămizi (Téglásvár) und eine etwa 1 Meter hohe, 3–4 Meter breite und 11 Kilometer lange Bodenerhebung entlang des Flusses Râul Negru zwischen Reci und Măgheruș bis Lisnău, bestehend aus gelber Erde, Humus, verbrannte Erde und Kohle, konnten noch keinem Zeitalter zugeordnet werden.Institute Of Archaeology – Măgheruș, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). Im Verzeichnisses historischer Denkmäler des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe (Ministerul Culturii și Patrimoniului Național) wird in Măgheruș bei Verestorony auf eine Besiedlung der Römerzeit hingewiesen.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch).

Auch im eingemeindeten Dorf Sântionlunca (Szentivánlaborfalva) wird eine Besiedlung der Hallstattzeit vermerkt.Institute Of Archaeology – Sântionlunca, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch).

Zur Zeit des Königreichs Ungarn gehörte Ghidfalău dem Stuhlbezirk Sepsi in der Gespanschaft Háromszék (). Anschließend gehörte Micfalău dem historischen Kreis Trei-Scaune (deutsch Drei Stühle) und ab 1950 dem heutigen Kreis Covasna an.

Bevölkerung Die Bevölkerung der heutigen Gemeinde Ozun entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 460 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 4985 1136 3691 - 158 1920 5883 1893 3818 3 169 1941 5547 211 5276 20 40 1977 5029 453 4565 7 4 2002 4575 529 4025 5 16 2011 4430 514 3664 5 247 (Roma 130) 2021 4213 530 3348 2 333 (Roma 43) Seit 1850 wurde in der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und die der Rumänen 1920 ermittelt. Die höchste Anzahl der Magyaren wurde 1941, die der Rumäniendeutschen (24) 1956 und die der Roma (147) 1850 registriert.

Sehenswürdigkeiten Im Gemeindezentrum die reformierte Kirche, nach unterschiedlichen Angaben, im 13. JahrhundertAngaben zur reformierten Kirche in Ozun bei biserici.org, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). oder im 17. Jahrhundert errichtet, 1820 umgebaut und der Glockenturm 1616 errichtet, stehen unter Denkmalschutz. Im Gemeindezentrum das Landhaus der ungarischen Adelsfamilie Béldy-Mikes 1755 errichtet, im 20. Jahrhundert umgebaut, das Landhaus Pünkösty etwa 1810 errichtet, die ehemalige Husarenkaserne im 18. Jahrhundert errichtet, das Landhaus Újvárossy-Ágoston zwischen 1810 und 1825 errichtet und das Landhaus Temesváry im 19. Jahrhundert errichtet – heute ein Kindergarten –, stehen unter Denkmalschutz. Im eingemeindeten Dorf Bicfalău die reformierte KircheAngaben zur reformierten Kirche in Bicfalău bei biserici.org, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). im 15. Jahrhundert errichtet und 1863 erneuert, deren Glockenturm im 20. Jahrhundert erneuert, das Anwesen Nr. 40 der Familie Simon István, deren Wohnhaus 1793 und das Eingangstor 1797 errichtet und das Landhaus der ungarischen Adelsfamilie Dénes 1836 errichtet, stehen unter Denkmalschutz. Im eingemeindeten Dorf Lisnău die reformierte KircheAngaben zur reformierten Kirche in Lisnău bei biserici.org, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). im 15. Jahrhundert errichtet, 1622 und 1804 erneuert und deren Glockenturm und Ringmauer 1834 errichtet, stehen unter Denkmalschutz. Im eingemeindeten Dorf Sântionlunca die katholische Kapelle im 18. Jahrhundert errichtet,Angaben zur katholischen Kapelle in Sântionlunca bei biserici.org, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). und die römisch-katholische Kirche Sf. Ioan BotezătorulAngaben zur katholischen Kirche in Sântionlunca bei biserici.org, abgerufen am 9. Januar 2020 (rumänisch). 1774 errichtet, stehen unter Denkmalschutz.

Persönlichkeiten

György Beke (1927–2007), Schriftsteller, Journalist und Übersetzer.Angaben zu Elek Forró bei mek.oszk.hu, abgerufen am 7. Januar 2020 (ungarisch).

Städtepartnerschaften Ozun pflegt Partnerschaften mit den ungarischen Orten Alsótold, Csorvás, Fácánkert, Mezőhegyes, Nagykáta, Tolna und der rumänischen Gemeinde Sarichioi im Kreis Tulcea.

Weblinks

Die Gemeinde Ozun bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1332