mini|Lage der Bezirksämter in Baden im Jahr 1890 Das Bezirksamt Schönau war ein staatlicher Verwaltungsbezirk im Großherzogtum Baden und der Republik Baden, der vom 7. Juli 1807 bis 1. April 1924 existierte.
Geschichte Das großherzoglich badische „ObervogteyAmt Schönau“ (später Bezirksamt Schönau) wurde durch das General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke vom 7. Juli 1807 geschaffen.Regierungsblatt des Großherzogthums Baden, Nr. 23 vom 7. Juli 1807, S. 93-100; hier S. 95
Bis 1803 gehörte das Gebiet zum vorderösterreichischen Breisgau und kam dann durch den Reichsdeputationshauptschluss an das kurzlebige Herzogtum Modena-Breisgau, das alsbald wieder an das Haus Habsburg vererbt wurde. Durch den Frieden von Pressburg kam dieses Herzogtum 1806Friedensvertrag vom 26. Dezember 1805 aber Protokoll über die gepflogene Landes-Übergabe vom 15. April 1806 an das Kurfürstentum Baden, das noch im gleichen Jahr von Napoleon zum Großherzogtum Baden gemacht wurde.
Beim Übergang an Baden war das hintere Wiesental in drei Vogteien aufgeteilt: Grundherrschaft Zell der Freiherren von Schönau-Zell Talvogtei Todtnau unter der Grundherrschaft des Klosters St. Blasien mit den Habsburgern als Kastvögten Talvogtei Schönau unter der Grundherrschaft des Klosters St. Blasien mit den Habsburgern als Kastvögten
Die Freiherren von Schönau gehörten zur Breisgauer Ritterschaft und waren in den Breisgauer Landständen vertreten. Die Talvogteien Todtnau und Schönau wurden von der vorderösterreichischen Kameralherrschaft Grafschaft Hauenstein mit verwaltet und waren über diese in den Landständen vertreten.
„Die sanktblasianische Grundherrschaft errichtete in Schönau neben der örtlichen Vogtei ein Amt Schönau unter einem Ammann, dem die 49 Ortschaften der Talvogteien Schönau und Todtnau und der Fröhnd sowie der Klosterbesitz in der Vogtei Zell und in sieben Orten der Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg unterstanden.“
Durch die Verordnung über die Vereinfachung der inneren Verwaltung vom 18. Januar 1924Verordnung über die Vereinfachung der inneren Verwaltung vom 18. Januar 1924. In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 3 vom 22. Januar 1924, S. 8–10 wurde das Bezirksamt Schönau per 1. April 1924 aufgehoben und die bisher dort zugehörigen Gemeinden wurden insgesamt dem Bezirksamt Schopfheim zugeordnet.Verordnung über die Vereinfachung der inneren Verwaltung vom 18. Januar 1924. § 2 In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 3 vom 22. Januar 1924, S. 9
Gemeinden des Bezirksamtes Die Auflistung orientiert sich hauptsächlich am General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke vom 7. Juli 1807.Regierungsblatt des Großherzogthums Baden, Nr. 23 vom 7. Juli 1807, S. 93-100; hier S. 95. In diesem Dokument sind allerdings eine Reihe von Weilern und Zinken mit veralteten oder falschen Bezeichnungen aufgeführt, so dass Ergänzungen gemäß Landeskundlichem Informationssystem Baden-Württemberg (LeoBW) vorgenommen wurden; einige wenige Bezeichnungen konnten noch nicht aufgelöst werden.
Zum 1. April 1885 wurde die Gemeinde Neuenweg-Heubronn vom Bezirksamt Schopfheim abgetrennt und dem Bezirksamt Schönau zugewiesen. Landesherrliche Verordnung vom 18. Januar 1885. In: Großherzoglich Badischen Staats- und Regierungsblatt Nr. III. vom 28. Januar 1885, S. 25
Gemeinde Anmerkungen Wappen Schönau1809 Stadt; mit Schönenbuchen45pxHerrenschwand45pxAiternmit Multen, Ober- und Unterrollsbach45pxSchönenberg45pxUtzenfeldmit Königshütte45pxPräg45pxTunaumit Bischmatt und Michelrütte45pxBöllenmit Oberböllen, Niederböllen45pxWieden45pxWembachmit Schindeln45pxTodtnau mit Todtnauberg, Schlechtnau, Aftersteg, Muggenbrunn, Geschwend, Brandenberg, Fahl 45pxFröhndHolz (Vorder- und Hinterholz), Ittenschwand, Kastel, Künaberg, Niederhepschingen, Oberhepschingen, Stutz, Hof 45pxZell im Wiesentalohne Gresgen; mit Riedichen, Gaisbühl45pxAtzenbach45pxMambach45pxPfaffenbergmit Käsern45pxAdelsbergmit dem Weiler Blauen45pxHäg-Ehrsbergmit Stadel (Vorder- und Hinterstadel), Happach, Sonnenmatt, Rohmatt, Rohrberg, Schürberg, Altenstein45px
Amtmänner Die Amtsvorstände des Bezirksamts Schönau seit 1807: 1807–1813: Franz Ackermann 1813–1817: Franz Schütt 1816–1819: Raphael von Weinzierl (als Amtsverweser) 1820–1826: Jakob Bürkle 1826–1827: Franz Henzler 1827 Wischek 1832–1835: Josef Klein 1835–1836: Philipp Benitz 1836–1848: Felizian Hiß 1848–1855: Joseph Streicher 1855–1860: Berthold Hatz 1860–1865: Franz Sales Hebting 1865–1868: Adolf Ostner 1868–1872: Karl Siegel 1872–1877: Ludwig Hördt 1877–1881: Julius Wirth 1882–1884: Albert Muth 1884–1887: Franz Weber 1887–1893: Emil Killinger 1893–1897: Philipp Fuchs 1897–1899: Albert Mays 1899–1902: Heinrich Hebting 1902–1906: Emil Dietrich 1906–1914: Alfred Tritscheler 1914–1919: Adolf Kopp 1919–1922: Alfred Hagenunger 1922–1924: Alfred Franck
Siehe auch Verwaltungsgliederung Badens
Literatur S. 82 Johann Baptist Kolb (Hrsg.): Historisch-statistisch-topographisches Lexicon von dem Großherzogthum Baden. 3. Band: (O–Z). Braun, Karlsruhe 1816, S. 182 (Digitalisat). Carl Gustav Fecht: Der Großherzogl. Badische Amtsbezirk Schönau. Dessen Statistik, Handel & Gewerbe, Specialgeschichte. C.R. Gutsch in Lörrach & Waldshut 1860
Weblinks Landesarchiv Baden-Württemberg, Findbuch 374, Überlieferung
Einzelnachweise
Schonau Kategorie:Schönau im Schwarzwald Schonau Schonau, Bezirksamt