Das Amt Prüm war ein von 1576 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestehender Verwaltungs- und Gerichtsbezirk im Kurfürstentum Trier.
Geschichte Grundlage des Amtes war der Besitz der Reichsabtei Prüm (später auch als Fürstentum der Reichsabtei Prüm bezeichnet). 1574 bevollmächtigte Papst Gregor XIII. Kurtrier, die Abtei einzuverleiben, 1575 erfolgte die kaiserliche Bestätigung. Mit der Huldigung Kurtriers durch die Einwohner wurde die Inbesitznahme 1576 abgeschlossen. Seit 1576 fungierten die Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier an Stelle des Abtes als „Administratoren“ der Abtei. Vor Ort war ein Amtmann der Vertreter der kurtrierschen Landesherrschaft.
Im 18. Jahrhundert war das Amt dem Oberamt Prüm nachgeordnet. Im Jahr 1778 wurden die Orte Fumay und Fépin an Frankreich abgetreten. Mit der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde das Amt nach 1794 aufgelöst. In der Franzosenzeit gehörte das Gebiet zum Arrondissement de Prüm im Département de la Sarre. Als Folge des Wiener Kongresses kam das Amtsgebiet Prüm 1815 an Preußen. Aus dem Arrondissement Prüm wurde der Kreis Prüm.
Umfang 1784 bestand das Amt aus der Stadt Prüm, 15 Schultheißereien, einer Meierei und 6 Dörfern mit zusammen 1187 Wohnhäusern.
OrtWohnhäuser 1784 Stadt Prüm 334 Schultheißerei Birresbom mit Rom 51 Schultheißerei Bleialff mit Brandscheid, Buchet, Halenfeld, Langenfeld, Mützenich, Niderlascheid, Schaweiller, Urb und Winterscheid 149 Schultheißerei Büdesheim 49 Schultheißerei Gondenbret mit Obermehlen und Wascheid 39 Schultheißerei Hermespand mit Dausfeld und Willwerath 19 Schultheißerei Mürlebach 47 Schultheißerei Niderprum mit Nidermehlen, Steinmehlen und Weinsfeld 40 Schultheißerei Olzheim 24 Schultheißerei Rommersheim mit Ellwerath 30 Schultheißerei Seffern mit Balesfeld, Burbach, Feuerscheid, Heilenbach, Huscheid, Lasell, Schleid, Waweren und Weich134 Schultheißerei Sellerich mit Herscheid und Hontheim29 Schultheißerei Schwierzheim 20 Schultheißerei Wallersheim 38 Schultheißerei Wetteldorff mit Schweißthal, Seiwerat und Reuland40 Schultheißerei Winterspelt mit Eigelscheid, Elchard, Himeres, Uhren und Wallmerat24 daunischer Hof mit Oberlascheid und Radscheid 18 Hinterhausen 5 Lissingen 34 Ooß 18 Kopp 15 Niderhersdorff 14 Oberlauch 6
Oberamt Prüm Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die hohe Gerichtsbarkeit für die dazugehörigen Ämter in Prüm konzentriert. Auch wurde die Funktion des Amtmanns zunehmend in Personalunion durch den Amtmann im Amt Bernkastel wahrgenommen. So war der letzte kurtrierer Amtmann Franz Hugo Edmund Freiherr Beisel von Gymnich Oberamtmann von Prüm, Schönberg und Schönecken.Des Hohen Erz-Stifts und Churfürstenthums Trier Hof-, Staats- und Stands-Kalender, 1779, S. 75, 131, 147 Digitalisat Dem Oberamt Prüm war neben dem Amt Prüm auch das Amt Schönberg und das Amt Schönecken nachgeordnet.
Literatur Peter Brommer: Kurtrier am Ende des alten Reichs : Edition und Kommentierung der kurtrierischen Amtsbeschreibungen von (1772) 1783 bis ca. 1790, Mainz 2008, Band 1, ISBN 978-3-929135-59-6, S. 942–964.
Einzelnachweise
Prum Kategorie:Geschichte (Prüm) Kategorie:Geschichte (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Kategorie:Aufgelöst 1794