Straupitz (Spreewald) (bis zum 14. August 2017 amtlich Straupitz), , ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Die Gemeinde gehört dem Amt Lieberose/Oberspreewald an und ist Sitz der Amtsverwaltung.

Geografie Straupitz liegt am nördlichen Rand des Spreewaldes und ist durch ein Hochwasserschutzprojekt (Nordumfluter) von dessen Wasserwegenetz getrennt. Die Stadt Lübben liegt knapp 16 Kilometer westlich und die Stadt Cottbus knapp 23 Kilometer südöstlich von Straupitz.

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Gemeinde Spreewaldheide, im Osten an Byhleguhre-Byhlen, im Süden an Burg (Spreewald) im Landkreis Spree-Neiße, im Südwesten an Lübbenau/Spreewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und im Westen an Alt Zauche-Wußwerk und Neu Zauche. Die gemeinsame Grenze mit der Stadt Lübbenau ist nur knapp fünf Meter lang. Straupitz zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden in Brandenburg. Im Süden bildet die Malxe die Grenze zur Gemeinde Burg.

Gemeindegliederung Zu Straupitz gehören die bewohnten Gemeindeteile Buschmühle (Błotny Młyn), Gatt (Gat) und Horst (Wótšow).

Geschichte Der Ort wurde am 30. April 1294 bei der Verleihung der Güter Straupitz, Laasow und Butzen an Dietrich von Yhlow durch den Lausitzer Markgrafen Dietrich erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist von dem niedersorbischen Wort tšup abgeleitet, das mit „Grind“ oder „Schorf“ übersetzt werden kann, die genaue Deutung ist jedoch unklar.Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975, S. 109. Ältere Schreibweisen des Ortsnamens waren Struptzen (1434), Straupcz (1449) und Straupicz.

1567 wurde Hieronimus von Minckwitz (Gutsherr auf Seelingstädt, Neichen, Beiersdorf und Briesen) Besitzer der Herrschaft Straupitz. Er erhielt sie vermutlich über seine zweite Frau Katharina, deren Vater, Caspar Burggraf von Dohna, auf Straupitz und Königsbrück saß. Der in Straupitz geborene und wirkende Pfarrer Albin Moller ließ 1574 das erste sorbische Buch drucken. Im Jahr 1602 wurde erstmals eine Schule erwähnt. Durch Verdienste im Dreißigjährigen Krieg bekam der ehemalige Tuchmachersohn aus dem sächsischen Grimma General Christoph von Houwald 1655 die Möglichkeit, den Marktflecken Straupitz als Mittelpunkt einer neun Orte umfassenden Standesherrschaft zu erwerben. Unter seiner und seiner Nachfahren Leitung entwickelte sich Straupitz zu einem blühenden Marktflecken am nördlichen Rand des Spreewaldes. Das alte Wasserschloss wurde zu einem Gutshaus umgebaut, der Gutskomplex mit repräsentativen Amtsgebäuden (Rentamt, Brennerei, Gärtnerei und Altersruhesitz) erweitert. Ein 12 ha Landschaftspark wurde angelegt.

mini|links|Schloss Straupitz mini|links|Zeichnung der Dorfkirche Straupitz aus dem Jahr der Wiedereinweihung Im Jahr 1708 lebten drei Bauern, 27 Kossäten und 14 Büdner in Straupitz. Im Jahr 1718 hatten die Einwohner eine Schatzung von 2000 Gulden an die Standesherren zu zahlen.Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-89-1, S. 226 f. Zwischen 1795 und 1798 ließ Willibald von Houwald das alte Renaissanceschloss abreißen und an dessen Stelle einen Neubau im Barockstil errichten.Schloss Straupitz. In: straupitz-1294.de, abgerufen am 2. Dezember 2023. Nach der auf dem Wiener Kongress beschlossenen Teilung des Königreiches Sachsen kam Straupitz im Jahr 1815 zum Königreich Preußen und gehörte dort zum Landkreis Lübben (Spreewald) in der Provinz Brandenburg. 1818 hatte der Ort 918 Einwohner in 141 Wohngebäuden. Im Jahr 1828 wurde mit dem Neubau der Dorfkirche nach Plänen des Architekten Karl Friedrich Schinkel begonnen, am 5. August 1832 erfolgte die Einweihung. Die Bockwindmühle in Straupitz brannte 1850 ab und wurde danach als Holländerwindmühle Straupitz wieder aufgebaut.

mini|Feuerwehrhaus Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Straupitzer Bevölkerung noch überwiegend sorbischsprachig; 1880 bemerkte Arnošt Muka jedoch, dass nur noch die älteren die Sprache beherrschten, während die Jüngeren bedingt durch den Charakter von Straupitz als Marktort und die Abschaffung sorbischen Schulunterrichts und Gottesdienstes bereits einsprachig deutsch waren.Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70. Die Freiwillige Feuerwehr in Straupitz wurde am 6. Mai 1898 gegründet.Freiwillige Feuerwehr. Freiwillige Feuerwehr Straupitz, abgerufen am 2. Dezember 2023. Am 29. Mai 1898 wurde Straupitz an die Strecke der Spreewaldbahn zwischen Lübben und Byhlen angeschlossen, die Anbindung nach Cottbus erfolgte im Jahr 1904. Im Jahr 1925 hatte die Gemeinde 1162 Einwohner. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Straupitz im April 1945 von der Roten Armee eingenommen. Die Familie von Houwald wurde nach Kriegsende im Rahmen der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone entschädigungslos enteignet.

mini|Amtsverwaltung Ab 1949 gehörte die Gemeinde Straupitz zur DDR. Bei der Gebietsreform am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem Kreis Lübben im Bezirk Cottbus zugeordnet. Nach der Wiedervereinigung kam Straupitz zunächst zum brandenburgischen Landkreis Lübben, 1992 wurde sie mit neun weiteren Gemeinden im Amt Straupitz zusammengeschlossen. Bei der Gebietsreform am 6. Dezember 1993 ging Straupitz im neuen Landkreis Dahme-Spreewald auf. Das Amt Straupitz wurde 1994 in Amt Oberspreewald umbenannt und schloss sich am 26. Oktober 2003 mit dem Amt Lieberose zum Amt Lieberose/Oberspreewald zusammen, das seinen Sitz in der Gemeinde Straupitz hat.

Am 5. Juli 2017 genehmigte das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg per Bescheid die Änderung des Gemeindenamens zu Straupitz (Spreewald). Dieser Bescheid wurde mit Ablauf des 14. August 2017 rechtskräftig.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 190 1890 1 278 1910 1 147 1925 1 106 1933 1 044 1939 963 Jahr Einwohner 1946 1 638 1950 1 648 1964 1 454 1971 1 502 1981 1 372 1985 1 327 Jahr Einwohner 1990 1 333 1995 1 293 2000 1 184 2005 1 054 2010 988 2015 976 Jahr Einwohner 2020 950 2021 926 2022 937 2023 914 2024 9162025906 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Landkreis Dahme-Spreewald. (PDF) In: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. (Office Open XML) Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion Die Kirche und ihre Kirchengemeinde gehören zum Kirchenkreis Niederlausitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Nachdem sich infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Katholiken in größerer Zahl in Straupitz niedergelassen hatten, übernahm 1949 Pfarrer Alfons Kuschbert (1911–1980) das Amt des Seelsorgers in Straupitz, das er bis zu seinem Tod ausübte.Pfarrer Alfons Kuschbert †. In: Tag des Herrn. Ausgabe 19/1980 vom 20. September 1980, S. 151. Zunächst fanden die katholischen Gottesdienste in der evangelischen Kirche statt. Straupitz wurde eine Pfarrkuratie der Pfarrei Lübben,Chauffeure, Lektoren, rüstige Rentner. In: Tag des Herrn. Ausgabe 18/1999 vom 9. Mai 1999, S. 1. die bis zum 31. Dezember 2006 bestand und dann wieder in die Pfarrei Lübben eingegliedert wurde.Strukturreform im Bistum. In: Tag des Herrn. Ausgabe 29/2006 vom 23. Juli 2006, S. 12. Im April 1951 wurde im Friedhofsweg ein Fachwerkgebäude angemietet, das zuvor als Druckerei für Trachtentücher gedient hatte, und zu einer katholischen Kapelle umgebaut.Zukunftsängste ernst nehmen. In: Tag des Herrn. Ausgabe 6/2024 vom 11. Februar 2024, S. 12. Die Kapelle wurde nach dem heiligen Josef von Nazaret benannt und am 28. Oktober 1951, dem damaligen Christkönigsfest, geweiht.Mechthild Eigl: „Wer will, findet Wege....“ In: Tag des Herrn. Ausgabe 46/2021 vom 21. November 2021, S. 12. Nachdem die Zahl der Kapellenbesucher wieder erheblich abgesunken war, fanden am 16. November 2024 in der Kapelle die letzte Heilige Messe und ihre Profanierung statt.Pfarrbrief Maria Geburt – 1. Advent 2024. (PDF; 0,4 MB) Katholische Pfarrei St. Trinitas Lübben / Spreewald, abgerufen am 31. Oktober 2024.Heilige Messe in Straupitz (Profanierung der Kirche). Katholische Pfarrei St. Trinitas Lübben / Spreewald, abgerufen am 18. November 2024.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Straupitz besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Straupitz im Herzen 50,5 % 6 33,1 % 3 Wählergruppe für Straupitz 19,5 % 2 17,2 % 2 Heimat- und Fremdenverkehrsverein Straupitz 13,0 % 1 18,9 % 2 Einzelbewerber Matthias Welzel 6,9 % 1 – – Einzelbewerber Renatus Welzel 6,3 % – – – Einzelbewerberin Doreen Mroos 3,8 % – 4,5 % 1 FDP – – 13,6 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft Straupitz – – 12,8 % 1 Wahlbeteiligung 72,0 % 61,7 %

Bürgermeister 1993–2015: Winfried Rekitt (Einzelbewerber; † 2015)Bewegender Abschied von Bürgermeister Winfried Rekitt. In: Lausitzer Rundschau, 20. April 2015 seit 2015: André Urspruch (Wählergruppe für Straupitz)Straupitz geht mit neuem Bürgermeister in Landeswettbewerb. In: Lausitzer Rundschau, 25. Juni 2015

Urspruch wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 69,2 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Wappen mini|hochkant|Historische Darstellung des Wappens in „Königreich Preußen. Wappen der Städte, Flecken und Dörfer.“ von Otto Hupp aus dem Jahr 1896 Das Wappen wurde am 8. Juni 2016 genehmigt. Das Wappen wurde von dem Heraldiker Uwe Reipert aus Beeskow gestaltet.

Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmale mini|hochkant|Dorfkirche Straupitz Die Baudenkmale der Gemeinde Straupitz (Spreewald) sind in der Liste der Baudenkmale in Straupitz (Spreewald) aufgeführt. Die Bodendenkmale in der Gemeinde sind in der Liste der Bodendenkmale in Straupitz (Spreewald) aufgeführt.

Die Dorfkirche Straupitz wurde zwischen 1828 und 1832 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel im Stil des Klassizismus neu gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Kirchengebäude beschädigt, als Folge dessen stürzte 1955 ein Teil des Decke ein. Danach erfolgten einige Instandsetzungsarbeiten, bevor die Kirche in den 1960er Jahren umfassend saniert wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde die inzwischen wieder baufällige Kirche erneut saniert.

Das Schloss Straupitz wurde zwischen 1795 und 1798 als Herrenhaus im gotischen Stil errichtet. Seit 1947 wird das Gebäude von der örtlichen Schule genutzt. Der alte Kornspeicher des Gutes wurde zu einem Museum umgebaut. Auf dem Gutsgelände ist auch eine Ferienwohnung untergebracht.

mini|links|Holländerwindmühle Straupitz Die Holländerwindmühle Straupitz wurde 1850 erbaut, nachdem die alte Bockwindmühle bei einem Brand zerstört worden war. Der Mühlenbetrieb wurde 1964 eingestellt, lediglich das zugehörige Sägewerk wurde als Volkseigener Betrieb bis zur Wiedervereinigung weiter betrieben. Zwischen 2001 und 2003 wurde die Mühle restauriert und rekonstruiert. Sie wird heute wieder als Korn-, Säge- und Ölmühle betrieben und ist die einzige Mühle dieser Art in Europa, die noch in Betrieb ist.

Byttnahain mini|hochkant|Florentine-Eiche im Byttnahain