mini|hochkant=2.1| Der Hammerwurf der Frauen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 wurde am 28. und 30. Juli 2010 im Olympiastadion Estadi Olímpic Lluís Companys der spanischen Stadt Barcelona ausgetragen.
Europameisterin wurde die deutsche Weltmeisterin von 2007 und Vizeweltmeisterin von 2009 Betty Heidler. Sie gewann vor der russischen Titelverteidigerin Tatjana Lyssenko. Bronze ging an die polnische Weltmeisterin von 2009 und Weltrekordinhaberin Anita Włodarczyk.
Bestehende Rekorde Weltrekord 78,30 m Bydgoszcz, Polen 6. Juni 2010, sport-record.de (englisch), abgerufen am 22. Februar 2023 Europarekord Meisterschaftsrekord 76,67 m Tatjana Lyssenko EM Göteborg, Schweden 7. August 2006 Der bestehende EM-Rekord wurde bei diesen Europameisterschaften nicht erreicht. Die größte Weite erzielte die deutsche Europameisterin Betty Heidler im Finale mit 76,38 m, womit sie 29 Zentimeter unter dem Rekord blieb. Zum Welt- und Europarekord fehlten ihr 1,92 m.
Doping In dieser Disziplin gab es einen Dopingfall: Die Moldawierin Zalina Marghieva, die auf den fünften Platz gekommen war, wurde nachträglich für zwei Jahre gesperrt, nachdem im Jahr 2013 ein Nachtest ihrer Dopingprobe von den Weltmeisterschaften 2009 positiv ausgefallen war. Unter anderem ihr EM-Resultat wurde gestrichen.Doping and sports - 2012 Olympics, medicosport.eu (englisch), abgerufen am 22. Februar 2023
Benachteiligt wurden dadurch zwei Athletinnen: Der Spanierin Berta Castells hätten als achtplatzierte Werferin im Finale drei weitere Versuche zugestanden. Die Norwegerin Mona Holm Solberg hätte über ihre Weite von 66,18 m am Finale teilnehmen können.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: NM keine Weite (no mark) ogV ohne gültigen Versuch DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert – verzichtet x ungültig
Qualifikation 22 Wettbewerberinnen traten in zwei Gruppen zur Qualifikationsrunde an. Fünf von ihnen (hellblau unterlegt) – darunter die gedopte Zalina Marghieva – übertrafen die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug von 69,00 m. Damit war die Mindestzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht. Das Finalfeld wurde mit den sieben nächstplatzierten Sportlerinnen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Werferinnen aufgefüllt. So reichten für die Finalteilnahme schließlich 66,48 m.
Gruppe A mini|hochkant=1.6|Nach 66,18 m schied Mona Holm Solberg in der Qualifikation (Gruppe A) aus – nach der später erfolgten Disqualifikation der gedopten Teilnehmerin wurde klar, dass Solberg im Finale hätte dabei sein können mini|hochkant=0.9|Kathrin Klaas erreichte mit 65,82 m – ebenfalls in Gruppe A – nicht das Finale 28. Juli 2010, 10:10 Uhr Platz Name Nation Resultat (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Anita Włodarczyk 71,15 71,15 – – 2 Silvia Salis 70,33 70,33 – – 3 Nataliya Zolotuhina 69,31 63,76 65,70 69,31 4 Marina Marghieva 67,84 x 67,47 67,84 5 Tracey Andersson 66,48 x 62,07 66,48 6 Mona Holm Solberg 66,18 62,72 66,10 66,18 eigentlich für das Finale qualifiziert7 Alexandra Papageorgiou 65,88 65,12 65,70 65,88 8 Kathrin Klaas 65,82 65,82 65,49 x 9 Wolha Zander 62,69 x 62,69 x 10 Lenka Ledvinová 60,74 x x 60,74 Darja Ptschelnik ogV x x x
Gruppe B 28. Juli 2010, 12:00 Uhr Platz Name Nation Resultat (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) Anmerkung1 Tatjana Lyssenko 72,36 x 72,36 – 2 Betty Heidler 71,85 71,85 – – 3 Bianca Perie 68,67 68,61 68,67 x 4 Éva Orbán 68,59 64,55 68,59 – 5 Merja Korpela 67,58 66,06 67,58 66,45 6 Berta Castells 66,61 66,61 65,95 65,26 7 Małgorzata Zadura 65,45 62,26 65,45 64,78 8 Stéphanie Falzon 64,34 64,30 x 64,34 9 Kateřina Šafránková 62,63 x 62,63 x 10 Paraskevi Theodorou 60,16 57,50 59,68 60,16 DOP Zalina Marghieva 69,22 69,22 – – für das Finale zugelassen
Finale 30. Juli 2010, 20:20 Uhr Platz Name Nation Resultat (m) 1. Versuch (m) 2. Versuch (m) 3. Versuch (m) 4. Versuch (m) 5. Versuch (m) 6. Versuch (m)1 Betty Heidler 76,38 69,68 75,92 x 72,58 76,38 72,272 Tatjana Lyssenko 75,65 74,63 71,53 73,16 75,65 74,89 x3 Anita Włodarczyk 73,56 73,05 73,34 x 72,65 70,58 73,564 Bianca Perie 71,62 69,92 71,62 70,01 70,01 x x5 Marina Marghieva 70,77 x 67,02 70,77 64,82 x 66,936 Silvia Salis 68,85 66,98 68,85 x x 68,35 67,517 Merja Korpela 68,21 68,21 67,15 66,20 x x 63,968 Berta Castells 68,20 68,20 x 66,07 eigentlich zu 3 weiteren Würfen berechtigt9 Nataliya Zolotuhina 67,53 67,53 x 66,99 nicht im Finale derbesten acht Werferinnen10 Tracey Andersson 65,13 x 65,13 x11 Éva Orbán 64,99 x 64,99 30,58DOP Zalina Marghieva 70,83 69,43 70,83 68,11 x 69,04 68,59 Betty Heidler aus Deutschland, die als eine der Favoritinnen in den Wettbewerb ging, gewann mit 76,38 m, erzielt mit ihrem fünften Wurf. Nach ihrem WM-Titel 2007 war dies die zweite Goldmedaille in ihrer Laufbahn. Selbst ihr zweitbester Versuch von 75,92 m hätte zum Sieg gereicht. Die ehemalige Weltrekordlerin Tatjana Lysenko aus Russland, die zuvor zwei Jahre wegen Dopingmissbrauchs gesperrt warHammerwurf-Olympiasiegerin droht lebenslange Sperre. In: Der Spiegel 5. April 2016, spiegel.de, abgerufen am 22. Februar 2023 und als Titelverteidigerin an den Start ging, errang mit 75,65 m die Silbermedaille. Die amtierende Weltmeisterin Anita Włodarczyk aus Polen – mit 78,30 m im Juni 2010 auch Weltrekordlerin – wurde mit 73,34 m Dritte.
Weblinks Barcelona European Championships, european-athletics.org, abgerufen am 22. Februar 2023 Europameisterschaften in Barcelona (27. Juli bis 1. August), HAMMERWERFEN FRAUEN, leichtathletik.de, abgerufen am 22. Februar 2023 Women Hammer Throw Athletics European Championship 2010 Barcelona (ESP), todor66.com, abgerufen am 22. Februar 2023 European Championships - Statistics Handbook Athletics, 21st European Athletics Championships. Barcelona ESP 27 JUL–01 AUG 2010, Estadio Olímpico, Women Hammer Throw, S. 680f, englisch (PDF, 30.741 KB), downloads.european-athletics.com, abgerufen am 22. Februar 2023 Track and Field Statistics, European Championships 2010, trackfield.brinkster.net (englisch), abgerufen am 22. Februar 2023
Vidolink Women's Hammer Throw Final | Barcelona 2010, youtube.com, abgerufen am 22. Februar 2023
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Wettbewerb der Leichtathletik-Europameisterschaften 2010