mini|Schloss Kurtwitz auf einer Postkarte Das Schloss Kurtwitz () ist ein Schloss in Kondratowice (deutsch Kurtwitz) im Powiat Strzeliński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte Im 15. Jahrhundert entstand an der Stelle des heutigen Schlosses eine Wasserburg, die sich später zu einem Festen Haus entwickelte. Dieses gehörte dem Freiherrn August von Liegnitz (1627–1679), einem Sohn des Brieger Herzogs Johann Christian von Brieg. Da August der nicht standesgemäßen Ehe seines Vaters mit Anna Hedwig von Sitzsch (1611–1639) entstammte, war er nicht erbberechtigt und durfte den Herzogstitel nicht führen, erhielt aber später den Grafentitel.Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: NPA-L. Band 3, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 252.
Nach 1700 wurde auf den Grundmauern des alten Hauses ein Barockschloss mit drei Flügeln errichtet. Dieses gelangte gegen Ende 18. Jahrhundert an den Grafen Zierotin. Etwa bis 1867 war das Gut in der Hand der brandenburgischen Adelsfamilie von Saldern, dem Haus von Saldern-Damerow mit Hauptgut Damerow in der Westprignitz. Gutsherr war der spätere Landrat Alfred von Saldern-Damerow, verheiratet mit der Landforstmeisterstochter Louise von Schoenfeldt. Ihre Kinder wurden hier von 1861 bis 1866 geboren.Vgl. u. a.: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1935. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha 1934, S. 485.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1953. Band I, Band der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 332 f.
1868 wurde das Gut vom Rittergutsbesitzer August Andreas Rohde erworben, der in Kurtwitz eine Zuckerrübenfabrik errichten ließ und an anderen Fabrikationen, so in Heidersdorf, beteiligt war. 1891 veranlasste A. A. Rohde einen umfangreichen Umbau des Schlosses im Stil des Neoklassizismus und der französischen Neorenaissance. Um 1895 war das Rittergut Kurtwitz, mit weiterem Rustikalbesitz im Ort und im Dorf Karzen, 393 ha groß, davon 351 ha Acker. Als Eigentümer galten die Gebrüder Rohde in der Firma A. (A. A.) Rohde. Als Inspektor agierte Hr. Fischer.Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. 1894. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 92. Nr. 822. u. S. 98.
Der Erbe,Deutsches Geschlechterbuch. Band 130, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1962, S. 291. LeutnantDie Deutsche Zuckerindustrie. 2. Beilage, №. 22, Emil Freyer, Berlin 31. Mai 1889, S. 581. Heinrich (Heinrich Franz August) Rohde-Kurtwitz (1863–1938), richtete auf dem Gut die erste Rübensamenzüchterei für Schlesien ein.Joh. Bock (Hrsg.): Jahresbericht über die Untersuchungen und Fortschritte auf Gesammtgebiete der Zuckerfabrikation. Begründet: K. Stammer, 39. Jahrgang-1899, Ankündigungen, Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1900, S. 27. Die Rohde-Nachkommen besaßen das Schloss mit Gut bis 1945.
Zusammen mit fast ganz Schlesien fiel Kurtwitz 1945 an Polen. Das Schloss wurde als Verwaltungssitz einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft übergeben. Später wurde es als Kindergarten, Gemeindehaus und Kulturhaus genutzt. 1973 wurde es renoviert. Erst im Jahre 2003 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Heute gehört das Schloss einem deutschen Saatzuchtunternehmens und ist in sehr gutem Zustand.
Literatur Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 325. Andreas von Klewitz: Schlösser und Herrenhäuser im niederschlesischen Kreis Strehlen, Strzelin. Ein gefährdetes europäisches Kulturerbe. In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. N.F. Band 2, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 2002, S. 53.
Einzelnachweise
Kurtwitz Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Kondratowice Kurtwitz Kurtwitz