mini| Der Große Distelrüssler (Larinus sturnus) ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae).
Merkmale Die 8 bis 12 Millimeter langen Käfer sind in der Regel größer als die ähnlichen Arten Larinus beckeri, Larinus jaceae, Larinus planus und Larinus turbinatus. Der dicht punktierte Rüssel weist in der Mitte der Basis einen feinen, glänzenden Kiel auf. Der Halsschild hat einen tiefen Basaleindruck. Die Halsschildseiten sind nach vorne schwächer gerundet. Die hell gesprenkelten Flügeldecken sind zur Spitze hin schneller verengt als bei L. jaceae und L. beckeri. Der Rüssel der Männchen ist etwa so lang wie der Halsschild, bei den Weibchen dagegen im Verhältnis wesentlich länger.
Verbreitung Die Art ist in Europa weit verbreitet. Sie fehlt lediglich auf den Britischen Inseln und im Norden Skandinaviens. Im Mittelmeerraum einschließlich Nordafrika, im Nahen und Mittleren Osten (Iran) sowie in Zentralasien (Turkestan) ist die Art ebenfalls vertreten. In Mitteleuropa kommt die Art südlich der Mainlinie häufig vor, am Nordrand der Mittelgebirge dagegen selten.
Lebensweise Man beobachtet die Käfer gewöhnlich von Mai bis August. Die Larven entwickeln sich in den Blütenköpfen verschiedener Korbblütler (Asteraceaea), insbesondere in Kratzdisteln (Cirsium). Weitere Wirtspflanzen sind Kletten (Arctium), Ringdisteln (Carduus) und Flockenblumen (Centaurea) sowie die Mariendistel (Silybum marianum). Die Verpuppung findet in der Blütenachse statt.
Die Schlupfwespe Exeristes roborator ist ein Parasitoid von Larinus sturnus.
Gefährdung Die Art gilt in Deutschland als ungefährdet.Sprick, P.; Behne, L. & Maus, C. (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste der Rüsselkäfer (i. e. S.) Deutschlands (Überfamilie Curculionoidea; exklusive Anthribidae, Scolytidae, Platypodidae). – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 335-412
Taxonomie Die Art wurde 1873 von Johann Gottlieb Schaller als Curculio sturnus , 1783, wissenschaftlich beschrieben. Neben dieser Bezeichnung finden sich in der Literatur folgende Synonyme: Larinus sturnus (, 1783) Larinus conspersus , 1843 Larinus fringilla , 1827 Larinus hispanicus , 1907 nec , 1849 Larinus lucidirostris , 1936 Larinus proboscideus , 1907 Larinus stellaris , 1835 Larinus striatopunctatus , 1907
Einzelnachweise
Weblinks
Fotos von Larve und Puppe bei www.biolib.cz www.kerbtier.de
Kategorie:Lixinae (Käfer)