Rauen (Sorbisches Institut: Arnošt Muka, Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer, 1911–1928.Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228.) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Spreenhagen verwaltet.

Geografie Rauen ist ein Angerdorf und liegt an den Rauener Bergen.

Südlich des Ortes befinden sich die als Naturdenkmal geschützten, auch Markgrafensteine genannten Rauener Steine. Sie gelten als die größten Findlinge in der Mark Brandenburg.

Gemeindegliederung Zu Rauen gehören die bewohnten Gemeindeteile Grauer Esel, Kiesweg, Stadtberg und Westend sowie die Wohnplätze Forsthaus Rauen, Fuchsbau, Heidehof und Karlshöhe.Serviceportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Rauen

Geschichte Der Ort wurde 1285 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Rauen (von Ruwen) bedeutet am Berghang und auch stiller, heiliger Ort.

Das Dorfbild wurde bis zum 18. Jahrhundert von der Wehrkirche und den Bauerngehöften um den Anger bestimmt. Die Kirche diente durch ihre massive Bauweise als Zufluchtsort und Verteidigungsbastion. In Rauen lebten 1518 14 Bauern und ein Kötter; Abgaben wurden nur an die Kirche geleistet. Von 1631 bis 1633, im Dreißigjährigen Krieg, wurde das Dorf verwüstet und ausgeplündert. 1770 wurden neben dem Anger die ersten Büdnerhäuser gebaut. In ihnen lebten Tagelöhner, die im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft betrieben. Von 1827 bis 1829 wurden in Rauen Braunkohlefelder entdeckt. Der Abbau seit 1842 und die Ansiedlung von Bergleuten aus dem Harz bestimmten wesentlich die weitere Entwicklung Rauens. Auf Grund billiger Eisenbahntarife und günstiger Steinkohlepreise wurden die Kohlegruben 1905 stillgelegt. Die Bodenreform 1945/1946 enteignete drei Großbauern. Das Land wurde an Umsiedler und Neubauern verteilt. Bis 1960 traten alle Bauernhöfe der LPG bei.

Rauen gehörte seit 1836 zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 089 1890 1 150 1910 1 375 1925 1 380 1933 1 703 1939 2 166 Jahr Einwohner 1946 1 784 1950 1 930 1964 1 785 1971 1 798 1981 1 619 1985 1 556 Jahr Einwohner 1990 1 493 1995 1 612 2000 1 867 2005 1 886 2010 1 948 2015 1 979 Jahr Einwohner 2020 2 040 2021 2 033 2022 1 990 2023 2 012 2024 1 993 2025 1 987

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree, S. 22–25.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Rauen besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen – – 91,2 % 10 FDP – – 8,8 % 1 Lebendiges Rauen 36,7 % 4 – – Bewegung für Rauen 29,8 % 4 – – Rauen-Stadtberg-Westend-Kiesweg 12,4 % 2 – – SPD 11,2 % 1 – – Zukunft Rauen 6,4 % 1 – – CDU 3,5 % – – – Insgesamt 100 % 12 100 % 11

Bei der Wahl 2024 entfielen auf das Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen elf Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil es nur zehn Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 1998–2003: Rosemarie Arenstedt 2003–2008: Eckart KultusKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 28. 2008–2024: Sven SprunghoferKommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 10. seit 2024: Michael Paul (Bündnis Bewegung & Zukunft für Rauen)

Sprunghofer wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 52,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019

Paul wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 75,9 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Wappen

Flagge „Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:2,5:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Sehenswürdigkeiten mini|Kirche in Rauen

In der Liste der Baudenkmale in Rauen und in Liste der Bodendenkmale in Rauen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Dorfkirche Rauen, Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, im Innenraum vier Schnitzfiguren, die von einem Altar aus der Zeit um 1480/1490 stammen

Verkehr Rauen liegt an der Landesstraße L 361 zwischen Storkow und Fürstenwalde. Die nächstgelegenen Bahnstrecken sind die Bahnstrecke Berlin–Guben und die Bahnstrecke Fürstenwalde–Bad Saarow-Pieskow.

Persönlichkeiten Egon Wagenknecht (1908–2005), Forstwissenschaftler, in Rauen geboren

Literatur Konrad Kilper: Wo die großen Steine sind. Ein Rauener erinnert sich. Verlag Die Furt, 2010, ISBN 978-3-939960-11-9.

Weblinks

Rauensche Zieten Museum, Heimatmuseum Rauen

Gemeinde Rauen beim Amt Spreenhagen Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 28. Juni 2009

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree

Kategorie:Ersterwähnung 1285