Die Liste der größten Trestle-Brücken führt die weltweit größten Trestle-Brücken (deutsch Bockbrücke oder Gerüstpfeilerviadukt) auf, wobei nicht mehr vorhandene oder ersetzte Bauwerke ebenfalls gelistet sind (Tabellenzeilen grau hinterlegt). Sie wurden hauptsächlich zur Zeit der expandierenden Eisenbahngesellschaften in Nordamerika ab Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten und in Kanada errichtet. Baumaterial war anfangs ausschließlich Holz. Mit der Zunahme des Gewichts der immer leistungsstärkeren Dampflokomotiven kam später auch Schmiedeeisen sowie Stahl zum Einsatz. Mit der Entwicklung der Stahlindustrie wurden große Trestle-Brücken schließlich nur noch aus Stahl errichtet. Mit diesem Übergang veränderte sich auch die Ausführung von Trestle-Brücken. Die Holzkonstruktionen wurden meist aus einer gleichmäßigen Abfolge untereinander verbundener, gerüstartiger Stützen (Böcke) konstruiert und die Eisen- und Stahlkonstruktionen meist aus einer Abfolge separater Gerüstpfeiler bzw. Gittermasten. Neben einfachen Holzbalken kamen bei Holzkonstruktionen u. a. für den Überbau auch die nach William Howe benannten Howe-Fachwerkträger zum Einsatz, bei denen seit den 1840er Jahren für die auf Zug belasteten vertikalen Streben schon Eisenstangen verwendet wurden. Bei den Metallkonstruktionen besteht der Überbau in der Regel aus einer Abfolge von parallelgurtigen Fachwerkträgern oder Vollwandträgern, wobei hier die Länge der einzelnen Träger zwischen den Pfeilern (Spannweite) in der Regel größer ist als die Länge der Träger auf den Pfeilern (in der folgenden schematischen Darstellung sind die Spannweiten allerdings gleich groß dargestellt).

Trestle-Brücken fanden für große Eisenbahnbrücken bis Ende der 1930er Jahre Verwendung, wurden aber schließlich durch andere Tragwerkkonstruktionen verdrängt; die letzten großen Stahl-Trestle-Brücken errichtete man in den 1960er Jahren in der Provinz Alberta in Kanada (Meikle River Trestle 1963 und Wapiti River Trestle 1969). In Alberta befindet sich mit dem Lethbridge Viaduct von 1907 auch die größte Trestle-Brücke der Welt, mit einer Länge von über 1,6 Kilometern und einer Höhe von fast 100 Metern. Die höchste Trestle-Brücke für den Schienenverkehr wurde mit dem Viaducto del Loa (103 m) schon 1888 in Chile errichtet und die Thomas Creek Bridge von 1961 im US-Bundesstaat Oregon ist mit 105 Metern die höchste Straßenbrücke dieser Bauart (die Liste lässt sich im Tabellenkopf entsprechend sortieren, voreingestellt ist die Sortierung nach der Länge der Bauwerke).

Neben Trestle-Brücken als eigenständige Bauwerke wurde die Bauform u. a. auch für Vorlandbrücken hoher Fachwerkbrücken über die Unterläufe des Mississippi River, Missouri River, Ohio River oder Hudson River verwendet, die hier meist die ausgedehnten Überschwemmungsgebiete der Flüsse überspannen (zweite Tabelle). Die über drei Kilometer lange Ostzufahrt zur Huey P. Long Bridge (1935) im Jefferson Parish in Louisiana ist davon mit einer Endhöhe von fast 50 Metern die größte Konstruktion. Die größte Trestle-Brücke in Deutschland ist die fast 1,3 Kilometer lange Nordzufahrt zur 68 Meter hohen Rendsburger Hochbrücke (1913) in Schleswig-Holstein, die Teil der Rendsburger Schleife ist.

Kriterien Da die Übergänge von der meist niedrigen Jochbrücke zur Trestle-Brücke sowie von Letzterer zu anderen Tragwerkskonstruktionen mit großen Spannweiten teils fließend und eine eindeutige Definition zur Abgrenzung in der Literatur nicht vorhanden ist, wurden den Tabellen folgende Kriterien zugrunde gelegt:

Trestle-Brücken als eigenständige Bauwerke Die Bauwerke haben eine Gesamtlänge von mindestens 200 Metern und eine Höhe von mindestens 20 Metern (Gleis- oder Straßenebene). Sie sind größtenteils als Trestle-Brücken ausgeführt, können aber davon abweichend einen oder mehrere längere Träger von etwa 100 Meter Spannweite aufweisen, die meist als Fachwerkträger ausgeführt sind; bei Eisenbahnbrücken wurden Längen von maximal und bei Straßenbrücken bis zu realisiert. Weiterhin müssen bei den Brücken mit separaten Gerüstpfeilern bzw. Gittermasten einzelne Träger oder Teile eines Trägers diese deutlich überspannen (einzelne Pfeiler anderer Bauart können aber vorkommen); abgegrenzt werden hier Brücken mit allseitig nach oben spitz zulaufenden Gerüstpfeilern, auf denen sich nur die Enden der jeweiligen Träger treffen oder die längere Mehrfeldträger tragen (Beispiele sind hier die Hauptbrücke der Poughkeepsie Bridge, das Viaduc de Busseau oder das Malleco-Viadukt). Trestle-Brücken als Bestandteil anderer Brückentypen Neben den oben genannten Kriterien zur Ausführung muss mindestens eine Zufahrt zur Hauptbrücke eine Länge von mindestens 200 Metern haben und eine Endhöhe von mindestens 20 Metern erreichen (Höhe der Gleis- oder Straßenebene der Hauptbrücke).

Trestle-Brücken als eigenständige Bauwerke

+ Übersicht zur ursprünglichen Nutzung und zum akt. Status der gelisteten Brücken(Stand August 2025) Nutzung Status Anzahl Eisenbahn(167) aktiv 82 Radwanderweg 14 stillgelegt 14 abgerissen 36 verfüllt / ersetzt 21 Straße(15) aktiv 5 Fußgängerbrücke 1 ersetzt 9 Aquädukt(2) aktiv 0 abgerissen 2

Aufgrund der Vielzahl von errichteten Trestle-Brücken kann die Liste nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, wobei durch die gute Dokumentation der besonders langen und hohen Konstruktionen für diese von einer nahezu lückenlosen Zusammenstellung ausgegangen werden kann. Bei den kürzeren Brücken wurden nur die aufgenommen, für die aus der Literatur oder vertrauenswürdigen Internetquellen mindestens die Länge, die Höhe und die Zeit der Errichtung ermittelt werden konnte; eine fortlaufende Vervollständigung ist angestrebt. Name: Name der Brücke entsprechend dem Lemma in der deutschsprachigen Wikipedia. überbrückt: Name des Flusses oder Tals bzw. Canyons den die Brücke überspannt. Wenn das Tal keinen Namen hat, ist dies durch N/A (nicht verfügbar, von engl. not available) markiert. Länge: Gesamtlänge der Brücke zwischen den Widerlagern. Wenn die genaue Länge in den Quellen nicht angegeben ist, wird diese als ungefähre Angabe mit ca. markiert (tlw. mit der Entfernungsmessung bei Google Maps ermittelt). Spannweite: Längste Spannweite zwischen den tragenden Elementen wie Widerlager oder Brückenpfeiler. Bei Holz-Trestle-Brücken mit durchgehender Konstruktion ist diese Angabe nicht sinnvoll und wird mit N/A (nicht anwendbar) markiert. Höhe: Höhe der Brücke, i. d. R. die Höhe der Gleis- oder Straßenebene über dem tiefsten Punkt des Tals oder über der Wasseroberfläche. Material: Material der tragenden Strukturelemente der Brücke. Bei Kombinationen aus mehreren Materialien ist ein Zusatz in eckigen Klammern angegeben (Material von evtl. Vorgänger- oder Nachfolgebauten in runden Klammern). Fertigstellung: Jahr der Fertigstellung der Brücke. Planungs- und Baubeginn können mehrere Jahre davor liegen. Bei Umbauten oder Erweiterungen sowie späteren Neubauten ist in Klammern das Jahr der ursprünglichen Errichtung bzw. des Neubaus angegeben (die Sortierung erfolgt hier nach der ersten Trestle-Brücke). Stilllegung / Abriss: Jahr der Stilllegung der Brücke. Wenn die Konstruktion später abgerissen oder verfüllt wurde und somit nicht mehr vorhanden ist, so ist dieses Jahr angegeben und die Zeile grau hervorgehoben. Nutzung / Status: (Ursprüngliche) Nutzung als Eisenbahnbrücke, Straßenbrücke (tlw. als Kombination beider Verkehrswege) oder Aquädukt bzw. Ablaufkanal (engl. flume). Wenn ehemalige Eisenbahn- oder Straßenbrücken für die Nutzung von Radwander- bzw. Fußwegen umgebaut wurden, ist dies zusätzlich in Klammern angegeben Ort: Nächstgelegene Stadt oder die Region in der die Brücke errichtet wurde, mit Bundesstaat bzw. Bundesland. Koord.: Geo-Koordinaten der Brücke Land: Das entsprechende Land in ISO-3166-ALPHA-3-Code. Tabellenzeilen von nicht mehr vorhandenen bzw. ersetzten Trestle-Brücken sind grau hinterlegt. Die Angaben zu Brücken, die noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben, sind durch die unter Name angeführten Einzelnachweise referenziert.