Maria Landini (auch: Maria de Chateauneuf-Landini oder Maria Landini-Conti;auch: Mariuccia, La Landina, Landini di Chateauneuf, Landini di Castelnuovo, Landini-Conti, Landini-Contini, La Conti, La Contini, die Continin. Siehe: Dagmar Glüxam, Christian Fastl: Landini-Contini (Landini-Conti, La Conti, La Contini, La Landina, di Chateauneuf, detta Landini, di Castelnuovo), Maria. In: Oesterreichisches Musiklexikon [online]; abgerufen am 2. Januar 2020). Auch Anna Zilli: Christina of Sweden queen of music in Rome and the women singers at her service. In: Il Ganassi, Anno 17, no. 14, S. 2–3; Fondazione Italiana per la Musica Antica (italienisch). Siehe auch: Maria Landini dite Contini (aussi [Landini-Conti] [La Landina] [Continin] [Maria Chateauneuf] [Landini, di Castelnuovo]). Quell’Usignolo; Kurzbiografie (französisch); abgerufen am 2. Januar 2020. * 1667–1668 oder 1670; † 22. Juni 1722) war eine italienische Opernsängerin (Sopran) des Barock, die in Italien, Hannover und Wien wirkte.
Leben Jugend in Rom mini|hochkant=1.3|Gaspar van Wittel: Blick auf den Tiber in Rom, 1685 (KHM Wien) Über ihre Herkunft herrscht eine gewisse Unklarheit, es heißt, sie sei 1667 oder 1668 in Hamburg geboren, eine andere Quelle spricht von 1670 als Geburtsjahr.Anna Zilli: Christina of Sweden queen of music in Rome and the women singers at her service. In: Il Ganassi, Anno 17, no. 14, S. 2; Fondazione Italiana per la Musica Antica (italienisch).Colin Timms: Polymath of the Baroque: Agostino Steffani and His Music. Peyton and Barber, Oxford University Press, 2003, S. 61; books.google.co.uk Ihre Mutter Francesca Portuì, genannt „Fanchon“,Der französische Spitzname (normalerweise für Françoise) und der etwas merkwürdige Nachname mit der betonten letzten Silbe, sowie die Pariser Aufenthalt der Mutter, könnten darauf hindeuten, dass diese in Wirklichkeit Französin war. war eine Kammerzofe der Königin Christine von Schweden, die sie in Paris kennengelernt und mit einem Hauptmann ihrer Leibgarde, Francesco Landini aus Pesaro, verheiratet hatte. Ein anonymer Autor einer Historia degli intrighi galanti„Geschichte der galanten Intrigen“ behauptete jedoch, Marias eigentlicher Vater sei Orazio Del Monte gewesen, ein Adliger, der in direkter Nachbarschaft zum Palazzo Riario (heute Palazzo Corsini), der römischen Residenz der Christine von Schweden, wohnte.Anna Zilli: Christina of Sweden queen of music in Rome and the women singers at her service. In: Il Ganassi, Anno 17, no. 14, S. 3; Fondazione Italiana per la Musica Antica (italienisch).Marko Deisinger: Musikbezogene Quellen aus der Korrespondenz zwischen Rom und dem Wiener Kaiserhof. In: Musicologica Brunensia, 2018, 53 (3), S. 26–27, Universität Wien, und Anhang: 17. Korrespondenz 66 (Rom 10. Juli 1688)
Maria wurde in ihrer Jugend mit dem Kosenamen „Mariuccia“ genannt, und wuchs am römischen Hof der Christine von Schweden als deren Schützling auf. Sie wohnte im Palazzo Riario und erhielt dort eine musikalische und gesangliche Ausbildung, wie auch einige andere Sängerinnen, zu denen die schöne Angela Maddalena Voglia genannt „Giorgina“ gehörte, mit der die Landini oft zusammen bei musikalischen Veranstaltungen der Königin auftrat. Die beiden sangen beispielsweise im Juli 1687 und im Juli 1688 in Christines Residenz in festlichen Serenatas vor großem Publikum. Hierbei wurde die Landini mit dem Titel „virtuosa di Sua Maestà“„Virtuosin ihrer Majestät“ bezeichnet. Auch für den 2. September 1688 ist ein gemeinsamer Auftritt von „Mariuccia“ und Giorgina bei der Königin nachgewiesen. Nach einer weiteren Serenata am Abend des 20. September 1688 im Jasmingarten von Marias angeblichem leiblichem Vater Orazio Del Monte, starb dieser an einem Schlaganfall.
Karriere in Deutschland und Italien Nach Christines Tod im Jahr 1689 ging Maria Landini nach Deutschland und war ab spätestens Mitte 1691 in Hannover. Im besagten Jahr wurde sie gemeinsam mit den Kastraten Clementino (Clemens Hader) und „Nicolino“ (vermutlich Nicola Paris) an den Hof von Celle ausgeliehen. Sie blieb in Hannover bis etwa 1696 und gehörte im Karneval 1693, am 3. und 6. Februar, zum Ensemble von Agostino Steffanis La libertà contenta, wieder zusammen mit Clementino, „Nicolino“ und dem Tenor Antonio Borosini.Colin Timms: Polymath of the Baroque: Agostino Steffani and His Music. Peyton and Barber, Oxford University Press, 2003, online, S. 59–61 In Hannover heiratete sie auch 1695 den Schauspieler „Chateauneuf“ (manchmal auch als Graf Castelnuovo oder als Mallo di Castelnovo bezeichnet).Hermine Weigel Williams: The years 1713–1722 (3. Kapitel). In: Francesco Bartolomeo Conti: His Life and Music, Routledge, 1999/2018, S. 43, 50, 58 und 66. books.google.at Daher nannte sie sich in der Folge oft „Maria di Chateauneuf Landini“ oder „Maria Landini di Castelnovo“.
mini|Das Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig Ende der 1690er Jahre war sie zurück in Italien, wo sie in die Dienste des Herzogs von Mantua, Ferdinando Carlo von Gonzaga-Nevers, eintrat und 1698 (in Mantua) unter anderem in Giovanni Bononcinis Erfolgsoper Il trionfo di Camilla auftrat, zusammen mit Nicola Tricarico und Anna Maria Lisi..Dagmar Glüxam, Christian Fastl: Landini-Contini (Landini-Conti, La Conti, La Contini, La Landina, di Chateauneuf, detta Landini, di Castelnuovo), Maria. In: Oesterreichisches Musiklexikon; abgerufen am 2. Januar 2020 Im Karneval 1699–1700 ist sie zum ersten Mal auch in Venedig nachgewiesen, wo sie am Teatro San Salvatore als Primadonna in den Uraufführungen von Marc’Antonio Zianis Opern Il duello d’Amore e di Vendetta (UA:UA = Uraufführung 27. Dezember 1699) und La pace generosa (UA: 10. Februar 1700) mitwirkt, beide Male neben Nicolino (Nicola Grimaldi) als primo uomo...
In den folgenden Jahren bis 1711 trat sie außer in Mantua und Venedig auch an anderen Theatern Oberitaliens auf. 1701 war sie in Genua die Valeria in Bononcinis Muzio Scevola neben Nicola Paris,. und 1703 in Casale Monferrato sang sie neben dem berühmten Kastraten Cortona (Domenico Cecchi) und Diamante Maria Scarabelli in Gli equivoci del sembiante von Antonio Caldara.. Caldara setzte sie auch 1709 in Bologna in seinem L' inimico generoso als Primadonna ein, in einer Starproduktion mit Senesino, der Scarabelli und dem Bass Giuseppe Maria Boschi..
Im Jahr 1710 sang Maria Landini zum ersten Mal am Kaiserhof in Wien, in den Oratorien Sant’Alessio von Camilla de Rossi und La sapienza umana von Ziani, sowie in den Opern Muzio Scevola von Giovanni Bononcini und La decima fatica d’Ercole von Johann Joseph Fux.Janet K. Paige: Sirens on the Danube: Giulia Masotti and Women Singers at the Imperial Court. In: Journal of Seventeenth-Century Music, 2011, Volume 17, No. 1, 2015, Abschnitt 6.5; sscm-jscm.org
1711 war sie noch einmal in Venedig am Teatro San Cassiano, wo sie im Karneval 1712 die Titelpartie in der Uraufführung von Francesco Gasparinis Merope sang.. Schon vor ihrem Opernauftritt hörte sie der venezianische Adlige und Komponist Benedetto Marcello – und später Autor einer berühmten Satire über die Oper – und hinterließ in einem Brief vom Oktober 1711 eine Beschreibung von Maria Landini, wo er sie zum Teil mit der ebenfalls berühmten Santa Stella verglich:
Primadonna in Wien mini|hochkant=1.1|Bernardo Bellotto: Schottenkirche und Freyung in Wien (KHM, Wien) Von Januar 1713 bis zu ihrem Tod 1722 wurde Maria Landini offiziell Mitglied der kaiserlichen Hofkapelle in Wien unter Karl VI. und bezog dabei ein enormes Gehalt von 4000 Florin, mehr als jeder andere Wiener Musiker zu dieser Zeit. Nach dem Tode ihres ersten Mannes heiratete sie im Oktober 1714 in der Wiener Schottenkirche den Hofkomponisten Francesco Conti, der ebenfalls verwitwet war – seine erste Frau Teresia Kugler war eine Tochter der Primadonna Giulia Masotti und auch Sängerin am Kaiserhof gewesen.Janet K. Paige: Sirens on the Danube: Giulia Masotti and Women Singers at the Imperial Court. In: Journal of Seventeenth-Century Music, 2011, Volume 17, No. 1, 2015, Abschnitt 6.3 und 7.1, sscm-jscm.org
In den nächsten Jahren sang die Landini oftmals unter dem Namen „la Conti“ oder „La Contini“ Hauptrollen in zahlreichen Werken ihres Mannes und anderer Komponisten des Wiener Hofes, unter anderem in Opern von Johann Joseph Fux: Dafne in lauro (1714), Orfeo ed Euridice (1715), Angelica, vincitrice d’Alcina (1716) und Diana placata (1717); außerdem in Antonio Caldaras Opern Il Maggior Grande (1716), Cajo Marzio Coriolano und La Verità nell’Inganno (1717), Ifigenia in Aulide (1718) sowie Apollo in Cielo (1720). 1719 trat sie unter anderem in Francesco Gasparinis Don Chisciotte in Sierra Morena auf, und verkörperte die Rolle der Venus (Venere) in Contis Elisa.Hermine Weigel Williams: The years 1713–1722 (3. Kapitel). In: Francesco Bartolomeo Conti: His Life and Music. Routledge, 1999/2018, Fußnote 33. books.google.at
Ihre letzten Auftritte auf der Opernbühne hatte die Landini 1721 in Contis Alessandro in Sidone. Danach wurde sie schwer krank und machte ihr Testament. Im Mai 1722 plante sie zusammen mit ihrem Mann noch eine Reise nach Padua. Sie verstarb jedoch schon im Juni 1722.
Maria Landini hatte aus ihren beiden Ehen drei Kinder: Caterina, Francesca und Ferdinando.
Nach ihrem Tode ging Francesco Conti eine dritte Ehe mit der nächsten Wiener Primadonna Maria Anna Lorenzoni ein.
Literatur
Janet K. Paige: Sirens on the Danube: Giulia Masotti and Women Singers at the Imperial Court. In: Journal of Seventeenth-Century Music, 2011, Volume 17, No. 1, 2015 (englisch); abgerufen am 2. Januar 2020. Colin Timms: Polymath of the Baroque: Agostino Steffani and His Music, Peyton and Barber, Oxford University Press, 2003, online (englisch; Abruf am 2. Januar 2020) Hermine Weigel Williams: The years 1713–1722 (3. Kapitel), in: Francesco Bartolomeo Conti: His Life and Music. Routledge, 1999/2018 (englisch); books.google.at Anna Zilli: Christina of Sweden queen of music in Rome and the women singers at her service. In: Il Ganassi, Anno 17, no. 14, S. 2–3; Fondazione Italiana per la Musica Antica (italienisch).
Weblinks Maria Landini dite Contini (aussi [Landini-Conti] [La Landina] [Continin] [Maria Chateauneuf] [Landini, di Castelnuovo]), Kurzbiographie auf Quell‘Usignolo (französisch; Abruf am 2. Januar 2020)
Einzelanmerkungen
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