Güntersleben ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geographie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Würzburg. Benachbart sind die Orte Thüngersheim, Retzstadt, Rimpar und Veitshöchheim.

Gemeindegliederung Außer dem Pfarrdorf Güntersleben gibt es keine weiteren Gemeindeteile.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Güntersleben. Sie hat eine Fläche von 16,032 km² und ist in 3945 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4063,91 m² haben. Name Etymologie Der Name Güntersleben besteht aus dem Personennamen Gunder und dem althochdeutschen Wort leiba, das Hinterlassenschaft bedeutet. Als Erklärung ergibt sich daraus „Gunders Erbe“. Die Endung -leben weist auf eine thüringische Niederlassung hin.Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 56.

Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1113 Guntresleibi 1147 Gundersleibe 1156 Gunderesleibe 1160 Gunderslebe 1291 Gundersleiben 1332 Guendersleyben 1343 Gundtersleiben 1345 Guendersleuben 1531 Günderßleben 1747 Guentersleben 1819 Güntersleben

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1113 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1510 wurde Güntersleben von einem schweren Brand heimgesucht und 1611 forderte die Pest 141 Opfer in dem Dorf. Das Benediktinerkloster St. Stephan Würzburg hatte bis 1802 das Zehntrecht in Güntersleben. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Güntersleben 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburgs Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Neben Güntersleben gab es auch noch den Ortsnamen ThüngerslebenDeutschland und seine Bewohner: ein Handbuch der Vaterlandskunde für alle Stände, der aber heute in Vergessenheit geraten ist.

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3681 auf 4490 um 809 Einwohner bzw. um 22 %. 2002 hatte die Gemeinde 4567 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik

Gemeinderat Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 3555 stimmberechtigten Einwohnern 2333 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 65,63 % lag.Gemeinderatswahl 2020

Bürgermeister Ab Oktober 2023 ist der Erste Bürgermeister Michael Freudenberger (CSU), welcher sich bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juli 2023 mit 1252 (53,5 %) der Stimmen gegen die vorherige Bürgermeisterin Klara Schömig (1089 Stimmen, 46,5 %) durchsetzte. Die Wahlbeteiligung lag 2023 bei 66,95 %.Christian Ammon: Wahlsieg für Michael Freudenberger, Main-Post (Ausgabe Würzburg), Nr. 156 vom 10. Juli 2023, S. 22. Erste Bürgermeisterin war seit 8. Oktober 2017 Klara Schömig (UBG), die sich bei der Wahl am 9. Juli 2017 mit 54,3 % der Stimmen gegen Michael Freudenberger (CSU) durchsetzte. Ihr Vorgänger war Ernst Joßberger (UBG), der erstmals in einer Stichwahl am 2. Oktober 2005 gewählt wurde. Bei der Bürgermeisterwahl am 10. Juli 2011 wurde er erneut zum Bürgermeister von Güntersleben gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 70,01 % erreichte Ernst Joßberger 1377 Stimmen (57,73 %), Dieter Menth (SPD) 626 Stimmen (26,25 %) und Joachim Neuland (CSU) 382 Stimmen (16,02 %). Bis 2005 fungierte Herbert Struch (Unabhängige Bürger) als Bürgermeister.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Es besteht zurzeit noch keine Gemeindepartnerschaft, aber es ist eine Partnerschaft mit dem italienischen Dorf Borgo Val di Taro vorgesehen.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik insgesamt 472 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2010. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 648 Hektar, davon waren 624 Ackerfläche und 14 Hektar Dauergrünfläche.

In Güntersleben gibt es auch viele kleine Winzer, die als Nebenerwerb die Weinberge bewirtschaften. Die Weinlage Sommerstuhl ist in der Umgebung sehr bekannt und bringt jedes Jahr gute Ergebnisse.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2024): vier Kindertageseinrichtungen: 365 genehmigte Betreuungsplätze, 331 betreute Kinder Ignatius-Gropp-Volksschule mit 187 Schülerinnen und Schüler sowie 11 Lehrkräften. Diese Grundschule besteht seit 1951. Im Jahr 1991 wurde sie nach einem ehemaligen Pfarrer des Dorfes benannt und erhielt so ihren heutigen Namen. Seit 2005 besteht wegen Schülermangels keine Teilhauptschule mehr.

Sonstiges im Frühjahr 2007 wurde begonnen, ein Naherholungsgebiet einzurichten. Das Projekt begann mit dem Ausbau eines Fahrradweges, der durch das Dorf führt. Dieser verbindet die Gemeinde Güntersleben mit Unterdürrbach, führt weiter bis Würzburg und hat Anschluss an den Main-Radweg. Der Dürrbachpark, ein Park mit Beachvolleyballfeld, Biergarten, einer komplett renovierten Minigolfanlage, einer Kletterwand und einem Spielplatz wurde Anfang August 2007 eingeweiht.

Anfang 2009 wurde der Ort als Heimat von Holger Göpfert bekannt, der sich als der erste kleine Star in der Castingshow Deutschland sucht den Superstar profilierte und seine Bekanntheit vergrößerte.

Wichtiges religiöses und kulturelles Zentrum ist die Sankt-Maternus-Kirche.

Söhne und Töchter der Gemeinde (Auswahl) Augustin Kolb (1869–1942), fränkischer Kirchenmaler Valentin Stieber, Radsportler, Sieger im Wettkampf Langsames Radfahren bei der Arbeiterolympiade 1925Martin Krauß: Dabei sein wäre alles. Wie Athletinnen und Athleten bis heute gegen Ausgrenzung kämpfen. Eine neue Geschichte des Sports. C. Bertelsmann, München 2024, ISBN 978-3-570-10547-4, S. 55. Michael Krätzer (* 1962), Fußballspieler und -trainer Sabine Ziegler wurde 2011 Fränkische Weinkönigin.

Literatur

Weblinks

Gemeinde Güntersleben (PDF; 1,05 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ersterwähnung 1113 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Würzburg