mini|Heiko Maas (2022) rahmenlos|zentriert|klasse=skin-invert-image notpageimage Heiko JosefDer Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) – Jung & Naiv: Folge 183. Maas (* 19. September 1966 in Saarlouis) ist ein deutscher Jurist und ehemaliger Politiker (SPD). Er war von 2018 bis 2021 Bundesminister des Auswärtigen im Kabinett Merkel IV. auf www.spd.de, abgerufen am 9. März 2018. Zuvor war er von 2013 bis 2018 Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz im Kabinett Merkel III.
In den Jahren 2012 bis 2013 war Maas Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr sowie stellvertretender Ministerpräsident des Saarlandes, von 1999 bis 2012 Vorsitzender der SPD-Fraktion sowie Oppositionsführer im Landtag des Saarlandes und von 1998 bis 1999 Minister für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes. Von 2000 bis 2018 war er Vorsitzender der SPD Saarland und deren Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen 2004, 2009 und 2012.
Vom 24. Oktober 2017 bis zum 31. Dezember 2022 war Maas Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2025 ist er Aufsichtsratsvorsitzender bei Saarstahl und Dillinger Hütte. Herkunft und Ausbildung Heiko Maas wurde als ältester von drei Söhnen eines Berufssoldaten und einer Schneiderin in einer katholisch geprägten Familie in Saarlouis geboren. Er wuchs katholisch auf, war Messdiener und engagierte sich einige Jahre in der katholischen Jugend. 1987 legte Maas sein Abitur am Staatlichen Realgymnasium in Völklingen bei Saarbrücken ab.
Nach dem Wehrdienst arbeitete er ein Jahr lang als Produktionshelfer bei den Ford-Werken in Saarlouis. In: www.spd-saar.de, 28. Juni 2009, abgerufen am 14. Dezember 2013. 1989 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität des Saarlandes, das er 1993 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Nach dem Referendariat u. a. am Landgericht Saarbrücken legte er im Jahr 1996 das Zweite Staatsexamen ab. Er ist Mitglied der Gewerkschaft IG Metall.
Politik Landespolitik im Saarland (1989–2013) Im Jahr 1989 trat Maas als Jurastudent der SPD bei. auf der Website von Heiko Maas Im Jahr 1992 wurde er Vorsitzender der saarländischen Jusos. Vom Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine gefördert, zog er 1994 in den saarländischen Landtag ein. 1996 ernannte ihn der Umweltminister Willy Leonhardt zum Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr. Maas übernahm dann 1998 dessen Nachfolge.
Im September 1999 erhielt die SPD Saarland – Spitzenkandidat war Amtsinhaber Reinhard Klimmt – nach 14 Jahren Alleinregierung (Kabinett Lafontaine I, II und III) 44,4 Prozent der Stimmen und 25 der 51 Landtagsmandate. Die CDU Saarland mit Spitzenkandidat Peter Müller erhielt 45,5 % und 26 der Mandate.
Da alle anderen Parteien den Einzug in den Landtag verfehlten, erhielt die CDU die absolute Mehrheit der Mandate. Maas wurde mit Übernahme des Fraktionsvorsitzes Oppositionsführer im Landtag des Saarlandes; er verzichtete dabei auf das beim Ausscheiden aus der Regierung übliche Übergangsgeld und bezeichnete die geltende Rechtslage, die ihm das zugestanden hätte, als dringend veränderungsbedürftig.Saarbrücker Zeitung vom 11. September 1999.
In den Jahren 2001 bis 2021 war Maas Mitglied des SPD-Parteivorstands, von 2007 bis 2011 gehörte er auch dem Präsidium an.
Im November 2003 wurde er zum Spitzenkandidaten der Saar-SPD für die Landtagswahl im Jahr 2004 gewählt. Bei dieser Landtagswahl erhielt die SPD 30,8 % der Stimmen.
mini|hochkant|Heiko Maas, 2009
Bei der Landtagswahl am 30. August 2009 trat Maas erneut als Spitzenkandidat der SPD an. Die SPD erhielt 24,5 % der Stimmen (ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen des Saarlandes). Die CDU verlor sogar 13 Prozentpunkte (auf 34,5 %); die Linke mit dem ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Lafontaine erhielt 21,3 % (nach 2,3 % bei der Wahl zuvor). Maas führte nach der Wahl mit der Linkspartei und Bündnis 90/Die Grünen Sondierungsgespräche mit dem Ziel der Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung unter seiner Führung. Die Grünen entschieden sich später dafür, einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP den Vorzug zu geben.
Nach dem Rücktritt von Peter Müller vom Amt des Ministerpräsidenten kandidierten Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Maas für das Amt. Obwohl am 10. August 2011 alle 27 Abgeordneten der Regierungskoalition anwesend waren und SPD und Linke nur über 24 Abgeordnete verfügten, erhielt Maas im ersten Wahlgang 25 Stimmen. Da Kramp-Karrenbauer ebenfalls auf 25 Stimmen kam, wurde ein zweiter Wahlgang erforderlich, in dem Maas wiederum 25 Stimmen erhielt. Kramp-Karrenbauer erhielt 26 Stimmen und wurde damit zur Ministerpräsidentin gewählt.
Am 6. Januar 2012 erklärte Kramp-Karrenbauer die Koalition der CDU mit FDP und Bündnis 90/Die Grünen für beendet. Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD zur Bildung einer neuen Landesregierung scheiterten am 18. Januar 2012. Für die Neuwahl am 25. März 2012 wurde Maas am 19. Januar 2012 zum Spitzenkandidaten und damit zum Herausforderer von Kramp-Karrenbauer nominiert. Ein Landesparteitag wählte ihn am 18. Februar. Bei der vorgezogenen Neuwahl wurde die SPD zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Maas empfahl entsprechend seiner Aussage vor der Wahl Koalitionsverhandlungen mit der CDU.Thomas Holl, Oliver Georgi: Heiko Maas und der lange Lauf an sich selbst vorbei. In: FAZ, 26. März 2012
Nachdem die Landesparteitage der CDU und SPD dem Koalitionsvertrag am 3. Mai 2012 zugestimmt hatten, wurde dieser am 8. Mai 2012 von Maas und Kramp-Karrenbauer unterzeichnet. Am 9. Mai 2012 wählte der saarländische Landtag die Ministerpräsidentin. In derselben Sitzung wurde auch die neue Landesregierung ernannt und vereidigt, darunter Maas als Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Er war zudem der stellvertretende Ministerpräsident.
Bundespolitik (2013–2022)
Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz (2013–2018) Nach Auswertung der SPD-Mitgliederbefragung zur Zustimmung zur Großen Koalition am 14. Dezember 2013 wurde Maas am Nachmittag des 15. Dezember 2013 als künftiger Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz vom SPD-Vorstand nominiert und durch Sigmar Gabriel vorgestellt. Am 17. Dezember 2013 wurde Maas von Bundespräsident Joachim Gauck zum Bundesminister ernannt und anschließend im Bundestag vereidigt. Nachrücker im saarländischen Landtag wurde am 15. Januar 2014 Stefan Krutten.
Bundesminister des Auswärtigen (2018–2021) mini|Maas mit Tarō Kōno während des G7-Gipfels in La Malbaie 2018 mini|links|Maas 2019 in Washington mit seinem damaligen Amtskollegen Mike Pompeo
Maas wurde bei der Bundestagswahl 2017 über die Landesliste der SPD Saarland in den Bundestag gewählt. Im Bundestagswahlkreis Saarlouis unterlag er Peter Altmaier.Kanzleramtschef Altmaier verteidigt Direktmandat gegen Maas welt.de, 24. September 2017 Nach der Bildung einer erneuten Großen Koalition gab der SPD-Vorstand am 9. März 2018 bekannt, dass Maas als Außenminister dem neuen Regierungskabinett angehören werde.Unser Team in der Regierung, eingetragen auf spd.de, 9. März 2018 In den Koalitionsverhandlungen hatte der Kanzlerkandidat Martin Schulz das Ministerium für die SPD ausgehandelt und für sich beansprucht, trat den Posten jedoch nicht an, da ihm von der Partei Wortbruch vorgeworfen worden war. Schulz hatte zuvor bekundet, er werde einem Kabinett unter Merkel nicht angehören. Am 14. März 2018 wurde Maas von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Bundesminister des Auswärtigen im Kabinett Merkel IV ernannt.Ernennung der GroKo-Minister, Spiegel.de, 14. März 2018.
In dieser Position setzte sich Maas für Deutschlands Wahl als nicht-ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat ab 2019 ein. Im Februar 2020 warf er neben dem syrischen Regime auch der russischen Regierung angesichts deren Militäreinsatzes im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs vor, das humanitäre Völkerrecht gebrochen und Kriegsverbrechen im Gouvernement Idlib begangen zu haben. Wegen seiner Kritik an der Politik Moskaus wurde er von führenden SPD-Politikern kritisiert, ihm wurde vorgeworfen, die Prinzipien der Ostpolitik Willy Brandts zu verraten.Die Moskau-Connection faz.net, 13. März 2023. Aufgrund der massiven Repressionen gegen die Proteste in Belarus 2020 und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen sprach sich Maas gegen eine geplante Abhaltung der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2021 in der belarussischen Hauptstadt Minsk aus.
Nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie führte das von Maas geführte Außenministerium das Rückholprogramm der deutschen Bundesregierung durch.
Nachdem sich die seit 2001 in Afghanistan stationierten NATO-Truppen im Sommer 2021 überstürzt aus dem Land zurückziehen mussten, bot Heiko Maas dem damaligen Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz seinen Rücktritt an, den dieser ablehnte. Dem Auswärtigen Amt war es laut Angaben des Spiegel unter anderem nicht gelungen, eine rechtzeitige Regelung zur Evakuierung afghanischer Ortskräfte zu finden, die in den vorangegangenen 20 Jahren die Arbeit der deutschen Behörden in dem zentralasiatischen Land unterstützt hatten und nun aufgrund des Vormarsches der Taliban in Lebensgefahr waren.
Einfaches Mitglied des Deutschen Bundestages (2021–2022) Bei der Bundestagswahl 2021 gewann Maas den Bundestagswahlkreis Saarlouis diesmal gegen Peter Altmaier. Obwohl die SPD Teil der Bundesregierung blieb, wurde er im am 8. Dezember 2021 vereidigten Kabinett Scholz nicht berücksichtigt. Im Bundestag war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Am 13. Dezember 2022 kündigte er an, sein Bundestagsmandat mit Ablauf des Jahres 2022 niederzulegen und Partner bei der Wirtschaftskanzlei GSK Stockmann zu werden.Marcus Jung, Minister a.D., Anwalt in spe, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Dezember 2022 Mit Ablauf des 31. Dezember 2022 schied er aus dem Bundestag aus. Für ihn rückte Emily Vontz in den Bundestag nach.
Nach der politischen Karriere Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag wurde Maas im Januar 2023 zum Präsidenten des Verbandes der Saarhütten gewählt. Im Januar 2023 billigte die Bundesregierung seine nachamtliche Tätigkeit als Rechtsanwalt in der Kanzlei GSK Stockmann und seine Mitgliedschaft im Kuratorium der Montan-Stiftung Saar. Seit Oktober 2025 ist Maas Aufsichtsratsvorsitzender bei Saarstahl und Dillinger Hütte.Heiko Maas ist wieder dahemm: Der ehemalige Außenminister übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Saarstahl und Dillinger Hütte - und dies ohne großen Bahnhof. Das wirft einige Fragen auf, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Oktober 2025, S. 26. Die Entscheidung führte zu Kritik, da Maas über keinerlei industrielle oder technische Erfahrung, noch betriebswirtschaftliche Ausbildung verfügt. Der saarländische CDU-Landeschef Stephan Toscani sprach von einem klaren Fall politischer Vetternwirtschaft: „Das ist Parteibuch-Politik und Filz in Reinform“, sagte er der Saarbrücker Zeitung. „Sozialdemokraten neigen dazu, diesen roten Filz überall auszudehnen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.“Isabell Schirra, Aufsichtsratschef bei Dillinger und Saarstahl: Personalie Heiko Maas – CDU wirft SPD Filz in der Saar-Stahlindustrie vor, saarbruecker-zeitung.de vom 17. September 2025.
Seit dem 1. Januar 2024 ist Maas Präsident des Deutschen Polen-Instituts.
Politische Positionen Strafrecht