mini|Frickenhausen am Main mini|Spätmittelalterliches Rathaus mit barockem Bürgerhaus und Mariensäule mini|Unteres Tor, westliches Haupttor der im 15. Jahrhundert erbauten Befestigung mit Renaissancegiebel von 1518 mini|hochkant|Die Valentinskapelle im Frickenhäuser Weingarten im Besitz der Familie Pfeuffer mini|hochkant|Schwarzenberg Palais mini|Frühere Weinkellerei des Domkapitels zu Würzburg, 1475 unter Wilhelm Herr zu Limburg errichtet von dem Baumeister Jorg von Elrichhausen mini|hochkant|Pfarrkirche St. Gallus mini|Luftaufnahme von Frickenhausen am Main (im Hintergrund Stadt Ochsenfurt)
Frickenhausen am Main (amtlich: Frickenhausen a.Main) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt. Es handelt sich um einen der ältesten mittelalterlichen Weinorte in Mainfranken, dessen historisches Erscheinungsbild weitgehend erhalten ist. Unter der Herrschaft des Domkapitels zu Würzburg entstanden zahlreiche Fachwerk- und Barockgebäude. Die Weingüter sind seit salischer Zeit bekannt.Denis André Chevalley u. a.: Unterfranken. 1985, S. 326
Geographie Lage Die Gemeinde liegt im Regierungsbezirk Unterfranken, in der Region Mainfranken, im Landkreis Würzburg an der südlichen Spitze des Maindreiecks. Nachbargemeinden sind Ochsenfurt und Segnitz.
Gemeindegliederung Frickenhausen hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Frickenhausen am Main (Hauptort) Markgrafenhöfe (Weiler)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Frickenhausen a.Main. Sie hat eine Fläche von 10,546 km² und ist in 2508 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4204,82 m² haben.
Geschichte Babenberger Bis zum 9. Jahrhundert gehörte die Siedlung zum Herrschaftsbereich der Babenberger. Der örtliche Weinbau und die Errichtung einer eigenen Kirche dürfte auf dieses Adelsgeschlecht zurückgehen. Frickenhausen gelangte dann an das Hochstift Würzburg im Wege einer Schenkung, nachdem der gräflich babenbergische Besitz infolge der Babenberger Fehde dem Reich verfallen war. Diese Schenkung ist dokumentiert in einer Urkunde von König Ludwig dem Kind aus dem Jahr 903. Der König schenkte dem Bistum Würzburg Kirche und Königsgut in Frickenhausen.Monumenta Germaniae Historica DD Kar. Germ. I 23; Karl Puchner, Die Ortsnamen auf -hausen in Unterfranken, in: BllOberdtNamenforsch 5 (1962/64) Heft 1/2, S. 15 Nr. 38 Damit sollte es für die Verwüstungen durch Adalbert von Babenberg entschädigt werden.
Hochstift Würzburg Die Würzburger Bischöfe erhoben Frickenhausen zum bischöflichen Tafelgut. Sie förderten das örtliche Gewerbe und die Landwirtschaft, insbesondere den Weinbau. Am 12. Mai 1182 bestätigte Papst Lucius III. dem Hochstift die „villa, que dicitur Frickenhusen.“Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Standbücher 122, fol. 16r; Enno Bünz, Gründungsausstattung und Güterteilung des Würzburger Kollegiatstiftes Haug im Spiegel der ältesten Papsturkunden (1182–1195), in: Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter 57 (1995), S. 33–78, Editionsanhang Nr. 1 Bischof Berthold II. von Sternberg inkorporierte 1276 mit Zustimmung des Domkapitels die bischöfliche Patronatspfarrei „Frickenhusen“ mit ihren Kapellen dem Hochstift zur Aufbesserung der Pfründe.Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg IX: Urkundenregesten zur Geschichte der kirchlichen Verwaltung des Bistums Würzburg im hohen und späten Mittelalter (1136–1488), bearb. von Wilhelm Engel, 1954, S. 31 Nr. 22 Im 14. Jahrhundert sammelte das Hochstift immer mehr Schulden an, was zu Anfang des 15. Jahrhunderts den damaligen Bischof Johann I. von Egloffstein dazu veranlasste, durch Verkäufe die Verschuldung des Hochstifts zu reduzieren.
Domkapitel zu Würzburg So kam Frickenhausen durch einen Verkauf im Jahr 1406 für 10.000 Gulden an das Würzburger Domkapitel, das den Ort weiter förderte. Es kann nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden, wann der Ort das Marktrecht erhielt. Wenn kein Datum der Marktrechtverleihung überliefert ist, deutet dies auf ein hohes Alter des Marktgeschehens hin. Da aber König Ruprecht von der Pfalz (1400–1410) am 14. November 1406 vom Domkapitel die schriftliche Bitte vorgelegt wurde, den Jahrmarkt am Gallustag (16. Oktober) um drei Tage zu verlängern, müssen schon früher regelmäßig Märkte stattgefunden haben. Im Jahre 1642 wurde mit dem Jahrmarkt auch ein Viehmarkt verbunden. Allen Besuchern, die sich am Frickenhäuser Markt beteiligten, wurde des Hl. Römischen Reichs Schirm und Geleit zugesichert.
Im Jahre 1475 baute das Domkapitel eine große Weinkellerei. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde außerdem eine massive Befestigung mit Mauer und Türmen angelegt. Der spätmittelalterliche Mauerring umfasst den Ort in einem etwa rechteckigen Umriss und ist in seinem ganzen Umfang erhalten. Im 16. Jahrhundert wurden die Pfarrkirche St. Gallus, eine dreischiffige Hallenkirche, und das angrenzende Rathaus im Stil der Spätgotik errichtet.
Insbesondere gedieh der Weinbau auf den Muschelkalkböden an den Hängen zum Main. Zahlreiche adlige Geschlechter und geistliche Grundherren erwarben Weinkeller in Frickenhausen. Es wurden prächtige Fachwerkhäuser gebaut. In der Zeit des Barock entstanden dann auch einige repräsentative Patrizierhäuser.
Zwischen 1500 und 1806 lag Frickenhausen im Fränkischen Reichskreis.
Bayern Im Rahmen der durch den Reichsdeputationshauptschluss geregelten Säkularisation wurde 1803 das Hochstift Würzburg aufgelöst. Frickenhausen fiel damit an das Kurfürstentum Bayern.
Einwohnerentwicklung 1970: 1511 Einwohner 1987: 1236 Einwohner 1991: 1247 Einwohner 1995: 1308 Einwohner 2000: 1321 Einwohner 2005: 1277 Einwohner 2010: 1250 Einwohner 2015: 1229 Einwohner Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km² Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1221 auf 1248 um 27 Einwohner bzw. um 2,2 %. 1999 hatte der Markt 1321 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik Bürgermeister Ludwig Hofmann (SPD, 1990–2014) Reiner Laudenbach (CSU, 2014–2020) Günther Hofmann (SPD/Freie Wähler, 2020–2026) Matthias Ganz (CSU/Bürgervereinigung Frickenhausen) Matthias Ganz ist seit 1. Mai 2026 1. Bürgermeister des Marktes Frickenhausen. Er wurde mit 56,6 % der Stimmen bei der Kommunalwahl gegen Günther Hofmann gewählt.
Wappen
Gemeindepartnerschaften Luc-sur-Mer
Kultur und Sehenswürdigkeiten Historisches Ortsbild Befestigungsanlage mit Mauer, Toren und Türmen Spätgotisches Rathaus Mariensäule von 1710 Pfarrkirche St. Gallus Domkapitelsche Kellerei, heute Weingut Meintzinger Patrizierhäuser Hufnagel und Gresser Schwarzenberg-Palais Valentinskapelle im Weinberg
Infrastruktur Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2016): Kindergarten des Bezirksverbandes der AWO Unterfranken Grundschule in Frickenhausen (aufgelöst zum 1. August 2016) Der Gemeinderat beschloss am 6. Oktober 2015, bei der Regierung von Unterfranken eine Schulsprengeländerung zu beantragen, so dass ab dem Schuljahr 2016/17 die Frickenhäuser Schüler, welche die Klassen 1 bis 4 besuchen, unter dem Dach des Grundschulverbandes Eibelstadt unterrichtet werden.
Die Grundschule in Frickenhausen wird in den Schuljahren 2016/17 sowie 2017/18 von der Grundschule Eibelstadt mitgenutzt, da die dortige Schule saniert wird.
Verkehr Durch den Osten des Gemeindegebietes verläuft die Bundesautobahn 7; die nächste Anschlussstelle ist Marktbreit, einige Kilometer südöstlich auf der anderen Mainseite gelegen.
Die Gemeinde liegt im Gebiet des Verkehrsverbunds Nahverkehr Mainfranken. Die Buslinie 554 verbindet Frickenhausen stündlich und sonntags zweistündlich mit der kreisfreien Stadt Würzburg. Der nächste Bahnhof, Ochsenfurt an der Strecke Ansbach–Würzburg, liegt auf der anderen Mainseite, etwa drei Kilometer vom Ortszentrum entfernt.
Durch Frickenhausen verläuft der Fernwanderweg Fränkischer Marienweg.
Persönlichkeiten Johannes Teuschlein (ca. 1485–1525), Theologe und Prediger in Windsheim und Rothenburg Georg Orter von Frickenhausen († 1497), Dominikaner Conrad Ludwig Gallus Hermes (1728–1784), Bildhauer und Bildstockmeister, Hermes lebte ab 1762 als Bürger in der Marktgemeinde Frickenhausen und starb hier Franz Berg (1753–1821), katholischer Theologe, Philosoph und Professor in Würzburg Christoph Bonifacius Zang (1772–1835), bedeutender Chirurg und Wundarzt in Wien Adam Grünewald (1902–1945), Kommandant des KZ Herzogenbusch German Hofmann (1942–2007), volkstümlicher Musiker
Weblinks
Markt Frickenhausen (PDF: 1,05 MB)
Einzelnachweise
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