Bieberehren ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen.

Geographie Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Würzburg.

Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp): Bergmühle (Einöde) Bieberehren (Pfarrdorf) Buch (Pfarrdorf) Franzenmühle (Einöde) Klingen (Kirchdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bieberehren, Buch und Klingen. Die Gemarkung Bieberehren hat eine Fläche von 9,030 km². Sie ist in 2828 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3193,16 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bergmühle und Franzenmühle.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Jungsteinzeitliche Bodenfunde lassen darauf schließen, dass hier im breiten Talgrund schon sehr früh eine Siedlung bestand. Die Bodendenkmalliste weist 16 Objekte von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit gelistet.

Im Jahre 1103 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. 1359 zur Pfarrei erhoben, war das Dorf dem Stift St. Stephan zu Bamberg inkorporiert. Früherer Ortsadel waren die von Biberern. Der Ort gehörte zusammen mit Burgerroth und Buch zum Rittermannslehen Reichelsberg und die Herren von Hohenlohe-Brauneck hatten das Sagen. Im Jahre 1390, nach dem Aussterben der Hohenloher-Braunecker, kam Bieberehren mit seinem Umgriff als erledigtes Lehen zu Bamberg. Bischof Lamprecht von Bamberg tauschte die Reichelsburg und die Dörfer Baldersheim, Bieberehren, Burgerroth und Buch mit Bischof Gerhard von Würzburg gegen Burgebrach und den Würzburger Besitz in Ebermannstadt und Senftenberg. 1401, am Mittwoch vor Ägidi (31. August), belehnte der Würzburger Bischof Johann I. von Egloffstein den Erbkämmerer Konrad von Weinsberg mit der Herrschaft Reichelsberg und der Burg, dem Markt Aub, halb Baldersheim, Burgerroth, Buch, Bieberehren, Hopferstadt, Gülchsheim und Stalldorf. 1516 kam die Burg mit dem Aussterben des Mannesstammes der Weinsberger an Katharina Gräfin von Königstein, geborene von Weinsberg, die Reichelsburg 1521 an Fürstbischof Konrad II. von Thüngen für 49.000 Gulden verkaufte. In Bieberehren sollen ein Unteres Schloss, erbaut 1550 und von einem von der Gollach her gespeisten Wassergraben umgeben, und ein Oberes Schloss bestanden haben.

Bieberehren wurde 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinde Klingen und am 1. Mai 1978 die Gemeinde Buch eingegliedert.

Einwohnerentwicklung 1961: 1034 Einwohner 1970: 1057 Einwohner 1987: 988 Einwohner 1991: 987 Einwohner 1995: 978 Einwohner 2000: 1023 Einwohner 2005: 996 Einwohner 2010: 948 Einwohner 2015: 897 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 989 auf 914 um 75 Einwohner bzw. um 7,6 %. 2001 hatte die Gemeinde 1039 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 8 Sitze. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 739 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Bieberehren, 519 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 70,23 % lag.

Bürgermeister Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Engelbert Zobel (Freie Wähler) mit 90,63 % der Stimmen gewählt; dieser ist seit 1. Mai 2014 Erster Bürgermeister. Vorgänger war Michael Volkert (Freie Wähler).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler mini|hochkant|Das historische Rathaus von 1612

Rathaus aus dem Jahr 1612 Pfarrkirche St. Peter und Paul, erbaut 1850 bis 1852 Marienkapelle von 1741 Kreuzkapelle (auch Bergkapelle) Trachtenkapelle Bieberehren

Radwege und Ferienstraßen Bieberehren liegt am Taubertalradweg. Der Panoramaweg Taubertal führt ebenfalls durch den Ort.

Daneben liegt Bieberehren an der Romantischen Straße. Sie verbindet eine Reihe von Städten mit weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen, im zentralen Bereich zwischen Würzburg und Augsburg.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 40 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 390 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 350 Personen größer als die der Einpendler. 12 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 26 landwirtschaftliche Betriebe.

Verkehr Früher bestand mit der 36,5 Kilometer langen Gaubahn der Bayerischen Staatseisenbahnen vom 30. April 1907 an ein Bahnanschluss von Ochsenfurt am Main zunächst bis Röttingen in Unterfranken. Am 17. November 1909 wurde die Strecke bis Weikersheim an der Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen verlängert; gleichzeitig erhielt sie einen 6,1 Kilometer langen Abzweig nach Creglingen im Taubertal, die geplante Verlängerung nach Rothenburg ob der Tauber wurde aber nie Wirklichkeit. Während der Personenverkehr schon 1974 beziehungsweise 1967 endete, bestand bis Anfang der 1990er Jahre Güterverkehr. Danach wurde die Trasse abgebaut und zu großen Teilen zu einem Bahntrassenradweg (Gaubahnradweg) umgebaut.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Eine Kindertageseinrichtung mit 43 Plätzen und 27 Kindern

Literatur

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde (PDF; 1,05 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Ersterwähnung 1103 Kategorie:Ort an der Tauber Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Würzburg