Die Synagoge in Rehlingen wird erstmals 1857 erwähnt. Sie stand in der Brückenstraße 34. Im Jahr 1986 wurde das zwischenzeitlich zum Wohnhaus umgebaute Gebäude abgerissen.
Synagoge Das Synagogengebäude stand in der Brückenstraße 34 und war ca. 10 Meter lang und maß in der Breite etwa 7 Meter. In der Fassade befanden sich Rundbogenfenster. Das Dach war ein einfaches Satteldach. Bereits 1933 wurde die Synagoge nur noch selten genutzt. Im Jahr 1936, also ein Jahr nach dem Volksentscheid 1935 und dem damit verbundenen Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich, wird die Synagoge als aufgegeben bezeichnet. Nachdem es ab ca. 1937 als Lager genutzt worden war, erfolgte 1950 der Umbau in ein zweigeschossiges Wohnhaus. 1986 wurde das Gebäude abgerissen.
Jüdische Gemeinde Rehlingen Bereits im Jahr 1721 hatte eine jüdische Familie das Recht erhalten sich in Rehlingen anzusiedeln. Zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und 1913 gehörten zur jüdischen Gemeinschaft auch die in den Orten Beckingen, Büren, Fremersdorf und Itzbach ansässigen Einwohner jüdischen Glaubens. Ab 1913 gehörten auch die in Siersburg lebenden Juden zur jüdischen Gemeinschaft Rehlingen. Fremersdorf gehörte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dazu. Aufgrund der geringen Mitgliederzahlen blieb der Gemeinde der Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft verwehrt. Bis zu ihrer Auflösung war sie als privatrechtlicher Verein organisiert. Zeitweilig unterhielt die Gemeinde eine Religionsschule, deren Lehrer ebenfalls die Funktion des Vorbeters und Schochet innehatte. Die Toten wurden, da kein eigener Friedhof zur Verfügung stand, auf dem jüdischen Friedhof Dillingen beigesetzt. Ab dem Jahr 1933 setzte eine Abwanderung ein. Im Jahr 1935, dem Jahr des Anschlusses an das Deutsche Reich, wurden nur noch 14 Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft gezählt.
Entwicklung der jüdischen Einwohnerzahl Jahr Juden Jüdische Familien17211um 17802180823189535192440193514 Quelle: alemannia-judaica.de
Folgende Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft Rehlingen wurden während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet:
Name Vorname Todeszeitpunkt Alter Ort des Todes Bemerkung QuellenAlexanderIsidor26. November 194271 JahreGhetto TheresienstadtDeportiert ab Nürnberg am 10. September 1942Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11457390) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandBorgJohannaunbekanntunbekanntLager PiaskiYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11478558) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandHanauRosa6. Dezember 194065 JahreInternierungslager GursYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11515942) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandIsaacJosef Emil unbekanntunbekanntKonzentrations- und Vernichtungslager Lublin-MajdanekYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11527756) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandIsraelJosephunbekanntunbekanntWarschauer GhettoDeportiert am 31. März 1942 ab KZ-Außenlager Hannover-AhlemYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11528333) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandBernhardHerbertunbekanntunbekanntKonzentrations- und Vernichtungslager Lublin-MajdanekDeportation mit Transport Nr. 51 am 6. März 1943 ab Sammellager DrancyYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3161024) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandKasel Franziska VeronikaunbekanntunbekanntPolen1942 nach Polen deportiert (Ort unbekannt)Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11537052 und 669403) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandKaselPauline22. November 194279 JahreGhetto TheresienstadtDeportation am 22. August 1942 ab StuttgartYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11537054) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMosesBerta25. November 194145 JahreFort IX KaunasDeportation am 22. November 1941 ab FrankfurtYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11596935) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandIsaacLeonSeptember 194248 JahreKonzentrationslager AuschwitzDeportation ab Sammellager Drancy mit Transport 31 am 16. September 1942Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3186639) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMarxJohannaunbekanntunbekanntKonzentrationslager AuschwitzDeportation ab Sammellager Drancy mit Transport 64 am 7. Dezember 1943Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3201777) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelAbrahamunbekanntunbekanntKonzentrationslager AuschwitzDeportation ab Sammellager Drancy mit Transport 70 am 27. März 1944Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 9093237) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in Deutschland
Literatur Hans Peter Klauck: Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis 1680–1940. In: Veröffentlichungen der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis. (= Veröffentlichungen der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis. Band 20). 2016, ISBN 978-3-933926-65-4.
Einzelnachweise
Rehlingen Rehlingen Rehlingen Kategorie:Rehlingen-Siersburg