mini|Lage der Bezirksämter in Baden im Jahr 1890 Das Bezirksamt Lörrach, im 19. Jahrhundert auch als Amt Lörrach bezeichnet, war von 1810 bis 1939 ein staatlicher Verwaltungsbezirk im Großherzogtum Baden und in der Republik Baden. Per 15. Juni 1939 wurden der bisherige Kreis Lörrach als Verband der kommunalen Selbstverwaltung und das staatliche Bezirksamt Lörrach durch den neuen Landkreis Lörrach als unterer staatlicher Verwaltungsbezirk (Organleihe) und gleichzeitig Selbstverwaltungskörperschaft ersetzt.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 11 vom 28. Juni 1939

Geschichte Durch das Organisations-Reskript vom 26. November 1809 wurde das bisherige Oberamt Rötteln aufgelöst und an seine Stelle traten die neuen Bezirksämter Lörrach,Großherzoglich Badisches Regierungsblatt vom 9. Dezember 1809, S. 406 Schopfheim und Kandern, die zusammen mit weiteren Ämtern der staatlichen Mittelinstanz Wiesenkreis zugewiesen wurden, der dann 1815 im Dreisamkreis aufging. Der Vollzug der Bestimmungen des Reskripts sollte spätestens bis 23. April 1810 erfolgt sein.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 395

Zudem wurde das bisherige Bezirksamt Beuggen (existent von 1807 bis Ende 1809) aufgelöst und die bisher dort zugeordneten Gemeinden Degerfelden, Herten und Wyhlen dem neuen Amt Lörrach übertragen. Ebenso wurde das Bezirksamt Schliengen (existent von 1802 bis Ende 1809) aufgelöst und die bisher dort zugeordneten Gemeinden Istein, Huttingen und Mappach ebenfalls dem neuen Bezirksamt Lörrach übertragen.

Gemeinden des Bezirksamtes 1810 Die folgende Liste basiert auf dem Großherzoglich Badisches Regierungsblatt Nr. L. vom 9. Dezember 1809, S. 406.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt Nr. L. vom 9. Dezember 1809, S. 406

Gemeinde seit Anmerkungen WappenDie hier gezeigten Wappen wurden meist erst Ende des 19. Jahrhunderts von den Gemeinden auf Vorschlag des Generallandesarchivs angenommen, d. h. sie existierten 1810 noch nicht oder die Gemeindesiegel zeigten allenfalls Elemente der späteren Gemeindewappen.Rötteln1810Das Dorf mit der Kirche.Röttelnweiler1810mit Schloss RöttelnLörrach1810wurde nach der Zerstörung der Burg Rötteln und dem Aufbau von Verwaltungsgebäuden ab 1682 Sitz des Oberamtes Rötteln. Sitz des neuen Bezirksamtes.45pxBrombach181045pxHaagen1810mit Hasenloch45pxHauingen1810mit Rechberg45pxInzlingen181045pxTumringen181045pxRümmingen181045pxWittlingen181045pxSchallbach181045pxGrenzach181045pxWeil am Rhein181045pxTüllingen181045pxHaltingen181045pxÖtlingen181045pxMärkt181045pxBinzen181045pxFischingen181045pxEimeldingen181045pxEgringen181045pxEfringen181045pxKirchen181045pxSteinen181045pxHöllstein181045pxHägelberg181045pxHüsingen181045pxDegerfelden1810mit Hagenbacherhof; bisher Bezirksamt Beuggen45pxHerten1810bisher Bezirksamt Beuggen45pxWyhlen1810mit Rührberg und Markhof; bisher Bezirksamt Beuggen45pxIstein1810bisher Bezirksamt Schliengen45pxHuttingen1810bisher Bezirksamt Schliengen45pxMappach1810mit Maugenhard; bisher Bezirksamt Schliengen45px

Weitere Entwicklung Von 1813 bis 1819 gehörten die Gemeinden Huttingen und Istein zum Bezirksamt Kandern, bei dessen Auflösung sie wieder zum Bezirksamt Lörrach kamen. Bei der Auflösung des Bezirksamtes Kandern (1819) wurden überdies die Stadt Kandern und neun weitere Gemeinden (Blansingen, Hertingen, Holzen, Kleinkems, Riedlingen, Tannenkirch, Welmlingen, Wintersweiler, Wollbach) dem Bezirksamt Lörrach zugeordnet. 1819 wurde zudem die Ortschaft Warmbach vom Bezirksamt Säckingen dem Bezirksamt Lörrach zugewiesen.

Das Bezirksamt Schopfheim wurde durch das Gesetz über die Neueinteilung der inneren Verwaltung vom 30. Juni 1936.Gesetz über die Neueinteilung der inneren Verwaltung vom 30. Juni 1936. In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 20 vom 1. Juli 1936, S. 80–82 aufgehoben, wobei die tatsächliche Auflösung und die Übergabe der Gemeinden an das Bezirksamt Lörrach aufgrund der Verordnung vom 25. November 1937 erst per 1. April 1938 erfolgte.In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 40 vom 29. November 1937, S. 295Die Liste der an das Bezirksamt Lörrach übergegangenen Gemeinden findet sich im Artikel Bezirksamt Schopfheim. Die Gemeinden Bernau, Brandenberg, Todtnau und Todtnauberg wurden dem Amtsbezirk Neustadt und die Gemeinden Dossenbach, Minseln, Nordschwaben, Todtmoos und Wehr dem Amtsbezirk Säckingen bereits per 1. Oktober 1936 übergeben.

Die Gemeinden Hertingen, Kandern, Riedlingen und Tannenkirch mussten vom Bezirksamt Lörrach bereits per 1. Oktober 1936 an das Bezirksamt Müllheim abgegeben.Gesetz über die Neueinteilung der inneren Verwaltung vom 30. Juni 1936. In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 20 vom 1. Juli 1936, S. 81Badisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für das Land Baden 1938. Veränderungen in der inneren Verwaltung in der Zeit von 1925 bis 1938, Karlsruhe 1938, S. 4 Digitalisat der BLB Karlsruhe

Übergeordnete Behörden Im Rahmen der Verwaltungsgliederung des Landes übergeordnete Behörden waren: 1810 bis 1815 der Wiesenkreis 1815 bis 1832 der Dreisamkreis 1832 bis 1864 der Oberrheinkreis 1864 bis 1939 der Landeskommissärbezirk Freiburg

Amtsvorsteher mini|Ehemaliges Bezirksamt Lörrach

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts 1809–1939: 1809–1813: Carl Deimling 1813–1822: Carl Baumüller 1822–1836: Wilhelm Deurer 1836–1843: Karl Ludwig Böhme 1843–1844: Carl von Neubronn 1845–1847: Philipp Flad 1847–1849: Wilhelm Exter 1849–1859: Gottlieb Jonathan Winter 1859–1869: Friedrich von Preen 1869–1872: Wilhelm Schupp 1873–1883: Georg Seybel 1883–1890: Leopold Sonntag 1890–1896: Max Becker 1896–1902: Ludwig Gaddum 1902–1906: Hans von Krafft-Ebing 1906–1911: Heinrich Belzer 1911–1919: Hugo Dörle 1919–1924: Leopold Gräser Landräte des Bezirksamtes LörrachDie Bezeichnung Landrat wurde in Baden seit 1924 bereits für die Leiter der Bezirksämter (bisher Oberamtmann) verwendet Bekanntmachung vom 20. September 1924. Änderungen der Amtsbezeichnungen. In: Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt Nr. 54 vom 30. September 1924, S. 267–268 1924–1932: Theodor Wintermantel 1932–1934: Karl Häußner 1934–1939: Albert Peter

Literatur Karl Gustav Fecht: Der südwestliche Schwarzwald und das anstoßende Rheingebiet. Zustände von Land und Volk aus älterer und neuerer Zeit. Zweite Abtheilung, I. Band: Die Großherzoglich Badischen Amts-Bezirke Waldshut, Säckingen, Lörrach, Schopfheim: deren Statistik, Handel & Gewerbe, Specialgeschichte, C.R. Gutsch, Lörrach & Waldshut 1859, S. 276–446 Josef von Reichlin-Meldegg: Aus den Erinnerungen eines badischen Beamten, Bd. 1: Praktikanten-Jahre, Freiburg im Breisgau 1872 Google Digitalisat Landratsamt Lörrach (Herausgeber): Vom Oberamt Rötteln zum Landratsamt Lörrach. Anfänge und geschichtliche Entwicklung der Verwaltungsgliederung 1382–1982/83, Lörrach-Haagen 1983. Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band VI: Regierungsbezirk Freiburg; Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. Wolfram Angerbauer: Der Landkreis Lörrach. In: S. 79–82. Fred Ludwig Sepaintner: Bezirksgliederung in Verwaltung und Justiz. In: , S. 446–455

Einzelnachweise

Lorrach Kategorie:Geschichte (Lörrach) Lorrach Kategorie:Aufgelöst 1939