Jiuru () ist eine Landgemeinde im Landkreis Pingtung in der Republik China (Taiwan).
Beschreibung Jiuru liegt am nordwestlichen Rand der Pingtung-Ebene, nördlich der Landkreishauptstadt Pingtung. Der Fluss Gaoping bildet die natürliche Grenze nach Westen. Angrenzende Gemeinden sind Ligang im Norden, Yanpu und Changzhi im Osten, die Stadt Pingtung im Süden, sowie (am anderen Ufer des Gaoping) der Bezirk Dashu von Kaohsiung im Westen.
Geschichte Der Überlieferung nach geht der alte Ortsname Jiu Kuaicuo () mit der Bedeutung „Neun Häuserblocks“ auf die Ansiedlung von neun Haushalten oder Familien ungefähr im 18. Jahrhundert zurück, was aber historisch nicht gesichert ist. Zur Zeit der Qing-Dynastie unterstand der Ort der Gerichtsbarkeit des Landkreises Fengshan (). Während der Zeit der japanischen Herrschaft (1895–1945) entstand 1920 hier als Verwaltungseinheit das „Neun-Häuserblock-Dorf“ (, japan. Kyū katamari Shō). Nach Übernahme der Insel Taiwan durch die Republik China 1945 wurde aus dem ‚Dorf‘ der Bezirk Jiuru () der Stadt Pingtung. Das Dorf Yuquan, das zuvor zur Nachbargemeinde Yanpu gehörte, wurde an Jiuru angegliedert. Im Oktober 1950 wurden die Verwaltungsstrukturen erneut geändert und Jiuru wurde eine Landgemeinde im neu entstandenen Landkreis Pingtung.
Bevölkerung
Ende 2018 gehörten 126 Personen (ca. 0,6 %) den indigenen Völkern an. Gliederung von Jiuru 200px
Verwaltung Jiuru ist in 11 Dörfer () eingeteilt:
Verkehr Die größte Straße ist die Nationalstraße 3 (Autobahn), die Jiuru von Westen kommend in einem Bogen Richtung Süden durchquert. Nach der Fertigstellung des Autobahnabschnitts im Jahr 1999 nahmen die Verkehrsströme stark zu, was auch zu einer wirtschaftlichen Belebung führte. Mitten durch Jiuru verläuft in gerader Nord-Süd-Richtung die Provinzstraße 3. Im südlich angrenzenden Pingtung besteht ein Eisenbahnanschluss (Pingtung-Linie).
Landwirtschaft Bekannte landwirtschaftliche Produkte von Jiuru sind Zitronen, Kokosnüsse, Bananen, Javaäpfel, u. a. Es wird Schweinezucht und Aquakultur betrieben.
Forschungseinrichtungen mini|Bananenforschungsinstitut In Jiuru hat das taiwanische Bananenforschungsinstitut () seinen Sitz. Das Institut wurde 1971 gegründet. Hauptarbeitsschwerpunkt ist die Heranzüchtung von Kultivaren der Cavendish-Banane, die gegen den Pilz Fusarium oxysporum f. sp. cubense, der weltweit die Bananenplantagen bedroht, resistent sind.
Besonderheiten Im Dorf Jiukuai gibt es den kleinen Tempel des Königs der drei Berge (, ), dessen Anfänge auf das Jahr 1651 zurückgehen und der seitdem mehrfach um- und neu aufgebaut wurde. Der Name bezieht sich auf die daoistischen Gottheiten der drei Berge Jinshan (), Mingshan () und Dushan (), die alle im heutigen Kreis Jiexi der Provinz Guangdong liegen. Der Kult wurde durch Einwanderer von chinesischen Festland nach Taiwan gebracht.
Eine technische Sehenswürdigkeit ist die Kao-Ping-Hsi-Brücke (, ), eine 2,6 km lange Schrägseilbrücke, die die Nationalstraße 3 über den Fluss Gaoping führt. Die Brücke wurde 1999 erbaut und gilt als ein Wahrzeichen des Landkreises Pingtung.
Persönlichkeiten Su Yi-Jung (, * 1987 in Jiuru), Kontrabassistin
Weblinks
Einzelnachweise
Jiuru Jiuru