Wölchingen ist ein Stadtteil von Boxberg im Main-Tauber-Kreis im fränkisch und badisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Wölchingen – Altgemeinde~Teilort. LEO-BW.de; abgerufen am 28. Dezember 2019.
Geographie mini|Gemarkung von Wölchingen, 1891
Wölchingen liegt im Umpfertal, einem Seitental der Tauber, sowie einem kleinen rechten Seitental der Umpfer, und besitzt quellreiche Wiesentäler mit umgebenden Wäldern. Zur Gemarkung der ehemaligen Gemeinde Wölchingen gehören das Dorf Wölchingen () und der Wohnplatz Waldhaus () und möglicherweise die abgegangene Ortschaft Giffinger Grund.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 294–302 Nach Westen ist die Bebauung mit der Stadt Boxberg fast verbunden.
Geschichte
Mittelalter Der Ort wurde im Jahre 1221 erstmals urkundlich als Wolechingen erwähnt. Die Bezeichnung stammt wohl von einem Personennamen. Hinweise auf eine frühere Besiedelung des Ortes liefern wenige Gräber nordwestlich des Friedhofs aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Wölchingen war stets mit der Herrschaft Boxberg verbunden, kam mit ihr 1287 an die Johanniter, 1381 an die Herren von Rosenberg.
Bereits im Jahre 1239 wurde in Wölchingen selbst eine Johanniterkommende erwähnt. Nach 1287 wurde der Sitz der Kommende auf die Burg Boxberg verlegt und mit dieser 1381 veräußert.
Neuzeit Im Jahre 1561 gelangte der Ort an Kurpfalz. Mit dem Amt und der Zehnt Boxberg wurde der Ort von 1691 bis 1740 verpfändet. 1803 gelangte Wölchingen an das Fürstentum Leiningen, bevor der Ort 1806 badisch wurde. Die Amtszugehörigkeit ist identisch mit der des Nachbarortes Boxberg. In pfälzischer Zeit bildete Wölchingen mit Boxberg zusammen eine Gemeinde und wurde erst 1833 eine selbständige Gemeinde.
Am 1. Dezember 1972 vereinigte sich Boxberg mit Schweigern und Wölchingen zur neuen Stadt Boxberg.
Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung von Wölchingen entwickelte sich wie folgt: Jahr Gesamt 1961 609Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 6. Juni 1961 (Gemeindeverzeichnis) 1970 628Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählungen in Westdeutschland vom 27. Mai 1970 (Gemeindeverzeichnis) 2014 729
Religion Von den etwa 900 Gemeindemitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Boxberg-Wölchingen stammen etwa zwei Drittel aus der Kernstadt Boxberg und etwa ein Drittel aus dem Stadtteil Wölchingen. Der evangelische Anteil an der Gesamteinwohnerzahl beträgt etwa 50 Prozent.Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg: Evangelische Kirchengemeinde Boxberg-Wölchingen. adelsheim-boxberg.de; abgerufen am 29. Dezember 2019.
Politik Das Wappen von Wölchingen zeigt: In Gold ein aufrechter rotbezungter schwarzer Wolf.Wölchingen. Stadt Boxberg; abgerufen am 28. Dezember 2019.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kulturdenkmale Unbewegliche Bau- und Kunstdenkmale des Ortes sind in der vom Regierungspräsidium Stuttgart herausgegebene Liste der Bau- und Kunstdenkmale aufgeführt. Eine Auskunft ist auf Anfrage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Boxberg erhältlich.
Frankendom Die ehemalige Johanniterkirche in Wölchingen, der sogenannte Frankendom,Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg: Kirchengeschichte Wölchingen. adelsheim-boxberg.de. Abgerufen am 29. Dezember 2019. ist ein romanischer Bau mit neuromanischem Vierungsturm, runder Krypta und alten Grabdenkmälern. Der Frankendom wurde um 1225 errichtet.LEO-BW.de abgerufen am 28. Dezember 2019.Johanniterkommende Wölchingen. LEO-BW.de; abgerufen am 28. Dezember 2019.Johanniterkommende Wölchingen – Geschichte. Klöster-BW.de; abgerufen am 28. Dezember 2019.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr Wölchingen ist über die K 2837 (im Ortsbereich als Frankendomstraße bezeichnet) und über die K 2839 (im Ortsbereich als Ramstalweg bezeichnet) zu erreichen. Über das angrenzende Boxberg besteht Anschluss an die B 292.
Der Ort liegt an der Frankenbahn.
Wohnen und Bauen Neubaugebiete entstanden im Norden (1958) und Südwesten (1978).
Persönlichkeiten
Weblinks
Wölchingen. LEO-BW.de Wölchingen. Website der Stadt Boxberg (boxberg.de). Messtischblatt 6523 Boxberg, 1886. Deutsche Fotothek. Messtischblatt 6523 Boxberg. Landkartenarchiv.de
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Boxberg (Baden) Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Tauber-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972