mini|Heike Kleffner, 2025 Heike Kleffner (* 1966) ist eine deutsche Journalistin und Autorin.
Leben Kleffner wuchs in Hamburg auf und zog 1989 nach Berlin. Kleffner schreibt als freie Journalistin über rechte Gewalt, Neonazis und die Situation von Geflüchteten unter anderem für die taz,Autorenprofil Heike Kleffner. In: taz. Zeit Online,Autorenprofil Heike Kleffner. In: Zeit Online. den Tagesspiegel,Autorenprofil Heike Kleffner. In: Tagesspiegel. Jungle World,Autorenprofil Heike Kleffner. In: Jungle World. Blätter für deutsche und internationale Politik und die Frankfurter Rundschau.Heike Kleffner: Schläge, die keine Schlagzeilen machen. In: Frankfurter Rundschau, 9. Dezember 2013. Zusammen mit Frank Jansen, Johannes Radke, Toralf Staud und Anderen erstellte sie zuerst für den Tagesspiegel, später auch für die Frankfurter Rundschau und Die Zeit, die Dokumentationen über Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland.
Von 2004 bis 2009 leitete sie die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt.Beirat. In: Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt. Bis 2013 war sie Referentin der Fraktion Die Linke im Bundestag im NSU-Untersuchungsausschuss.Der NSU-Untersuchungsausschuss in NRW – Chancen, Anforderungen und Fallstricke. Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation, 27. Oktober 2014.
Sie ist Mitherausgeberin des jährlichen Report Recht gegen Rechts (S. Fischer Verlag) mit Nele Austermann, Andreas Fischer-Lescano, Kati Lang, Maximilian Pichl, Ronen Steinke, Tore Vetter.fischerverlage.de
Sie ist Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.verband-brg.deVerband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V. Bündnis für Demokratie und Toleranz.
Rezensionen
Unter Sachsen Das im März 2017 mit Texten von Kleffner und Mit-Herausgeber Matthias Meisner sowie rund vierzig weiteren Autoren wie beispielsweise Toralf Staud, Robert Feustel, Olaf Sundermeyer, Sebastian Leber, Dirk Laabs, Arndt Ginzel, Imran Ayata, Jaroslav Rudiš, Anna Kaleri und Michael Bittner publizierte Buch „Unter Sachsen“ „entzweite“ gemäß der F.A.Z. „den Freistaat – und zeigte, wie Sachsen mit Kritikern umgeht.“Stefan Locke: Darüber wird man ja wohl noch schweigen dürfen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. Juni 2017. Eine Vorstellung des Buchs beim Literaturfest Meißen mit Podiumsdiskussion im Rathaus wollte die Stadt nicht zulassen. In Berlin verweigerte die sächsische Landesvertretung die Bereitstellung eines Raums für eine Lesung, woraufhin diese in der thüringischen Landesvertretung stattfand.Dorothee Nolte: „Unter Sachsen“ – ein Buch über ein schwieriges Bundesland. In: Tagesspiegel. 11. Oktober 2017.
Wer „genau hinsehen“ und nicht nur über geifernde Pegida-Demonstranten und sächsische Verhältnisse schimpfen wolle, solle dieses Buch lesen, fand Johanna Roth (taz), denn es blicke aus verschiedenen Perspektiven auf die Situation in Sachsen. Kleffner und Meisner würden nicht belehren wollen, sondern erzählen und zeigen, und „dass es einmal so kenntnisreich und vor allem in facettenreicher Schilderung aufgeschrieben wurde“, sei wichtig. Nicht nur diejenigen würden interessieren, die dort jeden Montag „Merkel muss weg“ riefen, sondern auch die anderen, für die sich durch die Pegida und ihre Randerscheinungen einiges in ihrem Land und Leben geändert habe.Johanna Roth: Dumpf ist Trumpf. In: taz. 27. April 2017.
Kleffners und Meisners Buch erzähle, lasse „alles wieder aufleben“, gehe „schmerzhaft nah ran“, zeichne „detailliert die lange Jahre anhaltende politische Verharmlosung rechter Gewalt nach“ und male „ein großes Sachsen-Bild“ rezensierte Bernhard Honnigfort (Frankfurter Rundschau). Als Schwäche sah er in der Sammlung der „Reportagen, Berichte [und] Geschichten unterschiedlicher Qualität“ der „mehr als 40 Autoren“ die „spürbare Wut mancher Autoren“. Die Beiträge von Heinz Eggert und Frank Richter hätten „das Buch nicht besser oder interessanter, nur dicker“ gemacht. Irritierend fand er den vernichtenden Beitrag über Uwe Steimle, der „mit großem Hammer und unangenehm genüsslich in den Boden gehauen“ worden sei.Bernhard Honnigfort: Geschichten von missverstandenen Menschen. In: Frankfurter Rundschau. 3. April 2017.
„Eindeutig und ohne Ironie“ hielt Cornelius Pollmer (Süddeutsche Zeitung) die von Kleffner und Meisner zusammengestellte Analyse der „Lage im Freistaat zwischen Pegida, Anti-Flüchtlingsparolen und Rechtsextremismus“ für „ziemlich gut geworden“. Mängel wie Wiederholungen, Einseitigkeit und mangelnder Recherche empfand Pollmer als „aushaltbar“ angesichts der ansonsten deutlichen Darlegung, dass in 25 Jahren CDU-Regierung „rechte Gesinnung und Gewalt“ konsequent verharmlost wurden, rechtsfreie Gebiete entstanden und – wie Pollmer Martin Dulig zitiert – Sachsen zum „demokratiepolitischen Entwicklungsland“ wurde.Cornelius Pollmer: Sachsenland unter. In: Süddeutsche Zeitung. 20. Mai 2017.
Generation Hoyerswerda Die überproportional vielen rechtsextremistischen Straftäter in Ostdeutschland und das damit höherem Opfer-Risiko für die dort unterdurchschnittliche Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund macht für Harald Bergsdorf eine Analyse des Rechtsextremismus für umso wichtiger. Der Sammelband von Kleffner und Spangenberg konzentriere sich auf den Rechtsextremismus in Brandenburg seit den Ausschreitungen in Hoyerswerda und beschreibe detailliert aus sozialwissenschaftlicher wie zivilgesellschaftlicher Perspektive die Handlungen und Netzwerke von Neonazis. „Mit viel Empathie für (potentielle) Gewaltopfer“ leiste „der Band einerseits einen wichtigen Beitrag, das hohe Aggressions- und Eskalationspotential neonationalsozialistischer Gruppierungen in Brandenburg zu verdeutlichen“ und könne damit nicht zuletzt Bürgerengagement fördern. Als Mangel empfand Bergsdorf, dass die Beiträge eher oberflächlich bleiben würden, anstatt tiefere Ursachenforschung zu betreiben, etwa über die weite Verbreitung des Rechtsextremismus in Ostdeutschland oder die Instrumentalisierung des Asylthemas durch Rechtsextreme.Harald Bergsdorf: Hohes Aggressionspotential. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2016.
Report Recht gegen Rechts Der erstmals im Jahr 2020 im Fischer Verlag erschienene Report Recht gegen Rechts wird von Nele Austermann, Andreas Fischer-Lescano, Heike Kleffner, Kati Lang, Maximilian Pichl, Ronen Steinke und Tore Vetter als Sammelband herausgegeben. „Es ist ja dringend notwendig, sich die Frage nach dem rechtsstaatlichen Handlungswillen der Justiz zu stellen, wenn wie im Zusammenhang der rechtsradikalen Gewalt in Chemnitz im Sommer 2018 die Bilanz strafrechtlicher Bearbeitung mager ausfällt,“ schreibt die Schriftstellerin und Publizistin Esther Dischereit in einer Rezension für Deutschlandfunk Kultur im November 2020 und resümiert: „‚Recht gegen Rechts‘ versammelt eine Sammlung wichtiger Entscheidungen. (…) Hier werden Beiträge versammelt, die sich an die kritische Öffentlichkeit wenden, um Rechtspositionen gegen Rechts bekanntzumachen. ‚Das Versagen des Flüchtlingsschutzes in der Coronakrise‘ und die ‚Kriminalisierung der Zivilgesellschaft‘ – Flüchtlingshilfe unter Druck – sind bestürzende und besonders beschämende Beispiele von Diskriminierung und der Verwehrung von Schutzmaßnahmen.“deutschlandfunkkultur.de Für den rechtspolitischen Korrespondenten der taz, Christian Rath, der Sammelband „zugleich Chronik wie auch Instrument im Kampf um den Rechtsstaat“, der so in die Pflicht genommen werden soll, konsequenter gegen Rechtsradikale vorzugehen.perlentaucher.de
Bücher mit Franziska Bruder: Die Erinnerung darf nicht sterben …: Barbara Reimann – eine Biografie aus acht Jahrzehnten Deutschland. Unrast, Münster 2000, ISBN 978-3-89771-802-9. mit Anna Spangenberg: Generation Hoyerswerda: das Netzwerk militanter Neonazis in Brandenburg. be.bra Verlag, Berlin / Brandenburg 2016, ISBN 978-3-89809-127-5. mit Matthias Meisner: Unter Sachsen: zwischen Wut und Willkommen. Ch. Links Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-86153-937-7; mit Matthias Meisner: Extreme Sicherheit: Rechtsradikale in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr und Justiz. Herder, Freiburg / Basel / Wien 2019, ISBN 978-3-451-38561-2. mit Benjamin-Immanuel Hoff, Maximilian Pichl, Martina Renner: Rückhaltlose Aufklärung? NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungsausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl. VSA-Verlag, Hamburg 2019, ISBN 978-3-89965-791-3. mit Matthias Meisner (Hrsg.): Fehlender Mindestabstand. Die Coronakrise und die Netzwerke der Demokratiefeinde. Herder, Freiburg im Breisgau 2021, ISBN 978-3-451-39037-1 (mit Literatur und Personenregister). mit Matthias Meisner (Hrsg.): Staatsgewalt. Wie rechtsradikale Netzwerke die Sicherheitsbehörden unterwandern. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2023, ISBN 978-3-451-39596-3; herder.de mit Nele Austermann, Andreas Fischer-Lescano, Kati Lang, Maximilian Pichl, Ronen Steinke, Tore Vetter (Hrsg.) Report Recht gegen Rechts. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2020, ISBN 978-3-596-00250-4; fischerverlage.de
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